Deutsch-französische Zusammenarbeit

Neues Polizeirevier in Rust eingeweiht

Autor: 
Christine Breuer
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16. Mai 2018
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Schlüsselübergabe: Joachim Metzger (Leitender Polizeidirektor, von links), Sicherheits-Dezernent Reinhard Kirr, General Stéphane Ottavi, Gendarmerie Elsass, Martin Baumann, Leiter des neuen Polizeipostens in Rust, Bürgermeister Kai-Achim Klare, Polizeipräsident Reinhard Renter, Felix Neulinger, Revierleiter Lahr sowie Jürgen und Michael Mack vom Europa-Parkbei der Einweihung des neuen Ruster Reviers. ©Christine Breuer

Eine ungewöhnliche Einweihung hat es am Montag in Rust gegeben: Nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit wurde in der Touristenhochburg ein Polizeiposten eröffnet. Das Besondere: In den Sommermonaten ist er mit Beamten aus Deutschland und Frankreich besetzt – ein Novum.

Es ist ein Novum in der Landespolizei: Beamte aus Deutschland und Frankreich machen gemeinsam Dienst auf einem Polizeiposten. 348 Polizeiposten gibt es in Baden-Württemberg, in Rust gibt es seit Montag den einzigen zweisprachig besetzten Posten im Land. Bundesweit gibt es damit drei solcher Dienststellen: In Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit den Niederlanden und in Schleswig-Holstein, wo Dänen mit ihren deutschen Kollegen zusammenarbeiten. 

Nach der Strukturreform der Polizei 2004/2005, bei der Polizeiposten zusammengelegt wurden, um Synergieeffekte zu nutzen, wurde mit der Einrichtung eines eigenen Postens in Rust den Entwicklungen rund um den Europa-Park Rechnung getragen. Darüber hinaus verfolgt das Land das Ziel, das sicherste Bundesland zu werden, was eine Anpassung der Polizeiorganisation an die Gegebenheiten erfordert. 

Eröffnet wurde der Polizeiposten Rust, in dem zunächst acht Beamte arbeiten werden, am Montag mit einem Festakt. Joachim Metzger, Leitender Polizeidirektor, nannte den die Einweihung der Dienststelle einen Glücksfall, der nicht aus einer Laune heraus geboren wurde, sondern beweise, dass die Polizei in der Lage sei, sich dem Bedarf anzupassen.

Besondere Bedeutung

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Die Eröffnung eines Polizeipostens sei einzigartig im Land, betonte Polizeipräsident Reinhard Renter. Zunächst werden die Beamten im Alten Rathaus ihren Dienst verrichten, bis in spätestens zwei Jahren soll es einen Neubau in der Nähe von Feuerwehr, DRK und Bauhof geben. »Lahr, Ettenheim und Rust sind personell so ausgestattet worden, dass sie gut arbeiten können«, sagte Renter. Er sehe im Ausbildungsjahrgang 2020/2021 mit den künftigen jungen Polizisten Verstärkungspotenzial für Rust. Bürgermeister Kai-Achim Klare dankte der Polizeichef für die konstruktive Zusammenarbeit. Es habe nie ein »Geht nicht« gegeben. 

Klare sieht in dem neuen Polizeiposten einen Vorteil für die Bürger der Gemeinde, die einen direkten Ansprechpartner wünschten. Durch die geplante Zentralisierung der Blaulichtorganisationen könne zielgenauer reagiert werden. 

Die deutsch-französische Freundschaft, die vor 55 Jahre mit dem Elysee-Vertrag geschlossen wurde, erhalte mit dem zweisprachig besetzten Posten eine besondere Bedeutung, sagte Stéphane Ottavi, General der Gendarmerie Elsass. Bei erfolgreicher Arbeit werde die dauerhafte Einrichtung geprüft.

Dezernent Reinhard Kirr vom Landratsamt Ortenaukreis sicherte der Polizei Unterstützung für die gemeinsamen Streifen zu. 

Zur Person

Vita

Martin Baumann leitet den Polizeipostens Rust. Der 50-jährige Erste Polizeihauptkommissar trat 1985 in die Polizei ein. Nach Stationen in Stuttgart, Freiburg und Kehl kam er 2004 zum Polizeirevier Lahr. Bis 2010 war er Dienstgruppenleiter Streifendienst, danach Leiter und Stellvertreter im Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion Offenburg.

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