Ortenau

Nicht für alle ein frohes Fest

Autor: 
Thomas Reizel
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26. Dezember 2013
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Nach einem Brand im Dachstuhl eines Wohnhauses in der Lahrer Tramplerstraße mussten mehrere Menschen in der Nacht zu Heiligabend anderweitig untergebracht werden.

(Bild 1/3) Nach einem Brand im Dachstuhl eines Wohnhauses in der Lahrer Tramplerstraße mussten mehrere Menschen in der Nacht zu Heiligabend anderweitig untergebracht werden. ©Wolfgang Schätzle

Das Weihnachtsfest verlief im Ortenaukreis weitestgehend friedlich. Für einige Menschen aber bedeutete es Angst und Schrecken. Es gab Unfälle, eine wüste Schlägerei. Und zu allem Überfluss verloren mehrere Menschen nach einem Brand ihre Unterkünfte.

Ortenau. Das Weihnachtsfest 2013 wird einigen Menschen nicht in guter Erinnerung bleiben. Polizei und Feuerwehr hatten einiges zu tun. Die Mittelbadische Presse veröffentlicht eine Übersicht aus den Polizeiberichten:

Lahr:

Am Montagabend meldete ein Bewohner einen Brand in einer Dachwohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Tramplerstraße. Die Flammen breiteten sich über das gesamte Dachgeschoss des 40 Meter langen Gebäudes aus. Die sechsköpfige Familie, die in der Dachwohnung lebte, konnte sich aus eigener Kraft in Sicherheit bringen, ebenso wie die übrigen 28 Bewohner des Anwesens. Auch ein angrenzendes Gebäude mussten während der Löscharbeiten evakuiert werden, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Brand übergreift. Die Höhe des Sachschadens wird auf 300 000 Euro geschätzt. Die Bewohner konnten überwiegend bei Verwandten untergebracht werden. Die Stadt Lahr kümmerte sich um die Unterbringung der restlichen Bewohner.

 Kehl:

Am ersten Weihnachtsfeiertag kam es gegen 23 Uhr in einer Kneipe in der Kehler Innenstadt mehrfach zu körperlichen Auseinandersetzungen. Dort war aufgrund einer nicht genehmigten Musikveranstaltung reger Publikumsverkehr. Zunächst wurde gegen 22.30 Uhr die Polizei hinzugezogen, weil es angeblich zu einem Streit unter einem Paar gekommen sei. Nur eine halbe Stunde später wurde die Polizei erneut gerufen. Ein Zeuge teilte mit, dass in der Bar eine Massenschlägerei mit mindestens 30 Beteiligten stattfindet. Vor Eintreffen der Polizei gelang einem Teil die Flucht in Richtung Frankreich. Die verwüstete Bar wurde für die Nacht geschlossen.

 Oppenau:

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Drei Menschen wurden am ersten Feiertag in Oppenau schwer verletzt. Ein 19-jähriger Golf-Fahrer war auf der B 28 von Bad Peterstal-Griesbach in Richtung Oppenau unterwegs. In einer Linkskurve kam das Auto von der nassen Straße ab, fuhr durch einen Abwassergraben, prallte gegen eine Felswand und überschlug sich mehrfach. Drei Insassen wurden schwer verletzt, der Fahrer erlitt Blessuren.

 Zell a. H.:

An Heiligabend befuhr ein 89 Jahre alter Mann gegen 15.45 Uhr die Hauptstraße vom Kreisverkehr in Richtung Stadtmitte. Als eine 42-jährige Fußgängerin sowie deren Tochter die Fahrbahn vor der Volksbank auf dem Zebrastreifen überqueren wollten, wurden sie von dem Opel erfasst. Sowohl die Mutter als auch deren Tochter (5) wurden leicht verletzt. Im Anschluss geriet der Autofahrer auf den Gehweg und streifte eine Straßenlaterne. Als der Opel-Fahrer wenige Minuten später sein Auto abstellen wollte, stieß er gegen einen Ford.

Achern:

Schrecksekunde für Besucher einer Filiale des Penny-Marktes am Montagnachmittag: Eine Angestellte nahm einen ungewohnten Geruch wahr, woraufhin ihr schlecht wurde. Schnell wurden Rettungskräfte des Roten Kreuzes, der Feuerwehr und Polizei alarmiert. Durch zwei Rettungskräfte des DRK wurde der Supermarkt evakuiert. Die Feuerwehr Achern war mit 22 Mann vor Ort. Der zunächst vermutete Gasaustritt wurde nicht festgestellt.

Am Rande: Immer einsatzbereit

Nicht immer verlaufen die Weihnachtstage friedlich. Doch es gibt Menschen, die auch im Unglück für andere da sind, ja sein müssen. Das gilt für Polizei, Feuerwehr, Notärzte, Rettungsassistenten und Technisches Hilfswerk. Sie sind da, wenn Not am Mann ist. Diese Selbstverständlichkeit aber ist nicht hoch genug einzuschätzen.

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