Offenburg

Offenburger Forscher macht besonderes Hochzeitsgeschenk

Autor: 
Pascal Cames
Lesezeit 3 Minuten
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28. Dezember 2015
Der Offenburger Insektenforscher Manfred Ulitzka schenkt« seiner frisch angetrauten Ehefrau Jutta seine Entdeckung: Rhipidothripoides juttae.

Der Offenburger Insektenforscher Manfred Ulitzka schenkt« seiner frisch angetrauten Ehefrau Jutta seine Entdeckung: Rhipidothripoides juttae. ©Pascal Cames

Der Offenburger Insektenforscher Manfred Ulitzka hat seiner Frau Jutta nachträglich ein ganz besonderes Hochzeitsgeschenk gemacht: Der Ortenauer hat ein 40 Millionen Jahre altes fossiles Insekt nach seiner Frau benannt.

Die Hochzeit hatte bereits am 5. September auf der Madeirainsel Porto Santo stattgefunden – und wurde nun mit Freunden in der Ortenau gefeiert. Bei der nachträglichen Hochzeitsparty hatte Ulitzka eine Überraschung für seine Jutta. Der Offenburger präsentierte eine fossile Insektenart, die er in Baltischem Bernstein entdeckt hatte. Das winzige Insekt, ein sogenannter Fransenflügler, heißt nun für immer Rhipidothripoides juttae – und ist Ulitzkas frisch angetrauter Ehefrau Jutta gewidmet.

Ulitzka ist neben seiner Tätigkeit als Oberstufenlehrer an der Freien Waldorfschule Offenburg seit vielen Jahren ein renommierter Spezialist für die Insektenordnung der Fransenflügler (wissenschaftlich Thysanoptera genannt). Zahlreiche Publikationen und Neubeschreibungen von Arten resultieren aus seiner Tätigkeit; darunter auch der Erstnachweis einer Fransenflüglerart in der Ortenau im vergangenen Jahr.

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Seit einigen Jahren beschäftigt sich Ulitzka auch mit fossilen Arten dieser winzigen, im Durchschnitt nur etwa zwei Millimeter großen Insekten, die als seltene Einschlüsse in Bernsteinen erhalten sind. Um die – je nach Herkunft – bis zu 120 Mio. Jahre alten Fossilien überhaupt sehen und darstellen zu können, hat der Offenburger eine spezielle Präparationsmethode entwickelt. Der Bernstein wird dabei in dünne Scheibchen geschliffen und in ein Kunstharz mit bestimmten optischen Eigenschaften eingebettet. Erst dadurch lassen sich die feinen Strukturen der fossilen Insekten mikroskopisch so darstellen, dass eine Bestimmung möglich ist.

»Als ich den 40 Millionen Jahre alten baltischen Bernstein mit dem Einschluss zum ersten Mal unter dem Mikroskop hatte, war mir sofort klar, dass dies etwas ganz Besonderes ist«, so Ulitzka. „Dieses nur 0,7 Millimeter lange Insekt ist das erste fossile Männchen überhaupt, das aus der bis heute erhaltenen Fransenflüglerfamilie, den sogenannten Aeolothripiden, bekannt ist. Diese Fossilien sind wahre Raritäten: Aus Bernsteinen sind weltweit bisher insgesamt nur zwei weitere Arten durch weibliche Exemplare bekannt.

Der Ehemann zu seinem Geschenk: »Vielleicht ist es ja so etwas wie wissenschaftliche Romantik, aber ich bin sehr erfreut, dass ich dieses einmalige Fossil in Liebe und Dankbarkeit mit dem Namen meiner wundervollen Frau schmücken durfte.« Sie sei es schließlich gewesen, die mich nach einer längeren Schaffenspause wieder dazu animierte, mit der Fransenflügler-Forschung fortzufahren. Die kleine Ewigkeit von 40 Millionen Jahren, die das Insekt im Bernstein überdauert hatte, sehe er dabei als gute Omen für die Ehe.
Die wissenschaftliche Schrift, in der die neubeschriebene Art des Offenburger Forschers publiziert wird, erscheint in der nächsten Ausgabe der Fachzeitschrift »Palaeodiversity«.

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