1300 Läufer machten mit

Hoch-drei-Firmenlauf war eine Hitzeschlacht

Autor: 
Michael Haß
Lesezeit 4 Minuten
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01. Juli 2019
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(Bild 1/2) Hitzeschlacht Hoch-drei-Firmenlauf. ©Christoph Breithaupt

Für die einen war es Adrenalin pur, für andere eine Quälerei. Aber im Ziel waren sie vereint und die Strapazen für die rund 1300 Läufer am Freitagabend beim 15. Hoch-drei-Firmenlauf vergessen. Hunderte von Zuschauern applaudierten den Läufern an der Strecke rund um den Königswaldsee.

Bei über 30 Grad war die 5,6 Kilometer lange Strecke für die Läufer kein Zuckerschlecken. Hitradio-Ohr-Moderator Manfred Schäfer appellierte vor dem Start an die Teilnehmer mehr dem olympischen Motto »Dabei sein ist alles« zu folgen, als die eigenen Grenzen zu überschreiten.

Verleger gibt Startschuss

Punkt 19 Uhr gab Verleger Rouven Reiff den Startschuss zum größten Laufereignis der Region. Jürgen Oßwald, Schutterwalds ehemaliger Bürgermeister und Mitorganisator des Laufs, war froh, dass alle Teilnehmer zugelassen werden konnten. »Bei 1400 hätte wir die Reißleine gezogen.« Es war auch so schon mächtig viel los am Königswaldsee.

Nur zäh setzte sich das Teilnehmerfeld in Bewegung – mit Ausnahme der ersten Starterreihe. Dort standen mit Salvatore Corriere, Jonas Müller, Daniel Zahn und Hannes Wolpert Top-Läufer aus der Region, die alle das Rennen in 18 Minuten beenden können. Der Ortenberger Jonas Müller und Triathlet Hannes Wolpert aus Heilbronn setzten sich nach der ersten Runde von den Verfolgern ab. In der zweiten Runde zog der 25-jährige Jonas Müller das Tempo nochmals an und siegte in 18 Minuten und 40 Sekunden. Nach den Plätzen vier, drei und zwei in den vergangenen Jahren setzte er mit dem Sieg nochmals einen drauf: »Super Rennen, super Atmosphäre.«

Dabei sein ist alles

Doch für die meisten der Teilnehmer zählte der olympische Gedanke. »Das Laufen soll Spaß machen, dann ist man auch erfolgreich«, so Linda Kiefer, Gesundheitsmanagerin bei Hansgrohe. Das Unternehmen war mit 51 Läufern dabei. Viel Überzeugungsarbeit musste Kiefer nicht leisten. »Der Lauf hat bei uns schon Tradition.« Trainiert wurde wöchentlich im Team und individuell. »Das Training im Team hat uns immer wieder angespornt«, erzählt Daniel Faist.

Die meisten Teams mit je drei Läufern am Start hatten die Unternehmen Mediclin und Uhl mit jeweils zwölf, das Hotel Liberty elf und jeweils neuen Team stellten Edeka, Hobart, Meiko und Printus. Von den Verwaltungsspitzen der Rathäuser war in diesem Jahr nur Schutterwalds Bürgermeister Martin Holschuh und sein Amtsvorgänger Jürgen Oßwald dabei. Klaus Jehle, Bürgermeister von Hohberg war bei der Organisation im Einsatz, verzichtete aber auf den Lauf. »Ich wollte anderen den Vortritt lassen«, meinte er augenzwinkernd.

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Unter dem Teilnehmerfeld war sogar ein Olympiateilnehmer. Robert Ihly (56), mehrfacher Deutscher Meister im Gehen und Elfter bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992, startete für Rendler Bau und kam nach 24 Minuten ans Ziel. »Respekt, wie die jungen Läufer einfach Vollgas geben.«

Vierter Sieg nacheinander

Die letzten der rund 1300 Läufer hatten noch nicht einmal ihre erste Runde geschafft, als die führenden ins Ziel liefen. Natalie Wangler, die bei den Frauen zum vierten Mal in Folge siegte, ließ sich von den Männergruppe ziehen und kam nach 20 Minuten und 40 Sekunden ins Ziel. Zwölf Sekunden später kamen die 18-jährigen Zwillinge Christine und Jasmin Vollmer aus Kappelwindeck ins Ziel, die ein beeindruckendes Rennen liefen.

Reiff Medien war mit sechs Teams am Start. Unter dem Motto »alles kann, nichts muss«, feuerte Sascha Reiss die Läufer des Medienhauses vor dem Start an. Ob Vertrieb, Zustellung, Druck, Online-Redaktion oder Radio – »wir laufen gemeinsam für den Erfolg«.

Plackerei zahlt sich aus

Was bewegt so viele Sportler, bei extremen Temperaturen Höchstleistungen zu absolvieren? Die Antwort lieferten die Gesichter beim Zieleinlauf: die ungeahnte Freude und der verdiente Stolz. Und als kleines i-Tüpfelchen: In welcher Sportart treten sonst Hobbyläufer und Topathleten aus der Region gemeinsam an? Zugegeben, die Spitzenläufer sieht man allenfalls von hinten am Start und dann bei der Siegerehrung. Sicher ist: Spaß hat der Hoch-Drei-Lauf allen gemacht, selbst wenn die letzten Läufer erst nach mehr als 45 Minuten die Ziellinie passierten. Denn Sieger waren sie zu alle –ob mit Top-Zeiten oder einfach nur, weil sie ihren inneren Schweinehund überwunden hatten.

Die Mitorganisatoren Tobias Rauber vom Zweckverband, Luisa Engel von der Agentur Yupanqui und Jürgen Oßwald waren nach dem Lauf erleichtert, dass das große Teilnehmerfeld relativ unbeschadet die Ziellinie erreichte. Und wer sich körperlich zu sehr verausgabt hatte, dem standen die Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes Ortsverband Offenburg sofort zur Seite.

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