Russland – Land & Leute

Zur WM: Ortenauer erzählen über ihre russische Heimat

Autor: 
Daniel Wunsch
Lesezeit 4 Minuten
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14. Juni 2018
Das offizielle Maskottchen der Fußballweltmeisterschaft in Russland, Wolf Zabivaka, auf dem Manezhnaya Square in Moskau. Die Mittelbadische Presse stellt alle elf Spielorte der WM 2018 in authentischen Porträts vor. Menschen aus der Region erzählen ab Freitag über ihre Heimat.

Das offizielle Maskottchen der Fußballweltmeisterschaft in Russland, Wolf Zabivaka, auf dem Manezhnaya Square in Moskau. Die Mittelbadische Presse stellt alle elf Spielorte der WM 2018 in authentischen Porträts vor. Menschen aus der Region erzählen ab Freitag über ihre Heimat. ©shutterstock/Caromai

Am Donnerstag beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Russland. Dazu hat die Mittelbadische Presse Menschen aus der Region gefunden, die in einem der elf russischen Spielorte geboren wurden, aufgewachsen sind oder sonst irgendeine spannende Geschichte erzählen können. Am Freitag ist der Auftakt zur Serie, die bis zum Ende der WM laufen wird – hier ist schon mal ein erster Ausblick.

Ab Donnerstag dreht sich in Russland alles um König Fußball. Aber nicht allein das runde Leder macht das weite Land attraktiv. Neben historischen Denkmälern und unberührten Landschaften begeistern die herzliche Gastfreundschaft und herzhafte Küche. Russland ist ein Land der Vielfalt und der Extreme. Es umfasst die schneebedeckten Gipfel des Ural und des Kaukasus, die Weiten der sibirischen Wälder, breite Flüsse sowie die Wüsten und Graslandschaften der Zentralsteppen.

»Kein anderes Land der Welt erstreckt sich über elf der 24 Zeitzonen der Erde. Russlands Bevölkerung bietet eine ebenso erstaunliche Vielfalt wie seine Landschaften. Hier leben mehr als 140 Nationalitäten, die eine Vielzahl an Glaubensrichtungen vertreten«, erzählt Janna Kajzer, Stadtführerin aus Baden-Baden und Reiseführerin für viele russische Städte und Regionen. »Russlands Beitrag zur weltweiten Kultur, zu Kunst und Wissenschaften ist enorm.

Es ist die Heimat von mehr als 20 Nobelpreisträgern. Allein das 20. Jahrhundert brachte unter anderem die Schriftsteller Boris Pasternak und Joseph Brodsky, den Wissenschaftler und Menschenrechtsaktivist Andrei Sacharow sowie den ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow hervor«, fügt sie nicht ohne Stolz hinzu.

Musik, Literatur und Kunst

Musik, Literatur und Kunst haben hier ebenfalls lange Tradition. Zu den berühmtesten Persönlichkeiten zählen die Komponisten Peter Tschaikowski, Sergei Rachmaninow und Dmitry Schostakowitsch, die Schriftsteller Leo Tolstoi, Fjodor Dostojewski und Anton Tschechow. Das Bolschoi-Theater in Moskau und das Mariinski-Theater in St. Petersburg gehören zu den weltweit bekanntesten Opern- und Ballettadressen.

Das Land richtet zum ersten Mal eine Fußball-Weltmeisterschaft aus. Die elf Spielorte trennen von West (Kaliningrad) nach Ost (Jekaterinburg) 2500 Kilometer und vier Zeitzonen sowie von Nord (St. Petersburg) nach Süd (Sotschi) mehr als 4000 Kilometer. Spielorte der Weltmeisterschaft sind Moskau (Zentrumsregion), Sankt Petersburg und Kaliningrad (Nordregion), Nischni Nowgorod, Kasan, Samara, Saransk und Wolgograd (Wolgaregion), Rostow am Don und Sotschi (Südregion) sowie Jekaterinburg.

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Porträts der Spielstätten

Warum nicht diese Städte, Land und Leute vorstellen? So die Intuition der Mittelbadischen Presse, die über einen Aufruf »Landsleute« aus dem Kreis suchte, die eine besonderer Beziehung zu einem der elf Spielorte haben. Und wir haben sie gefunden: Ab Freitag, 15. Juni, startet die Vorstellung der Städte. Bis zum 14. Juli erscheint die Serie »Russland – Land & Leute« im Rahmen der Sonderseiten »WM Magazin-Extra«. Neben den Porträts der Spielstätten, gibt es spannenden und ungewöhnliche Lebensgeschichten zu lesen. Mehr lesen Sie in dieser PDF unserer Zeitungsseite.

Der Kreml will Russland als modernen Gastgeber präsentieren und investierte umgerechnet knapp 14 Milliarden Euro in das Fußballfest. Während die Infrastruktur von fünf Bestandsarenen modernisiert wurde, entstanden anlässlich der WM sieben neue Stadien.

Zudem investierte Russland in Hotels, Flughäfen und schnelle Bahnverbindungen quer durch das Land. Allein zur WM wurden 62 neue Hotel-Projekte verwirklicht. Daneben fließen die Gelder in die Modernisierung von 113 Trainingsplätzen und elf Flughäfen. Schließlich erhofft man sich durch die WM einen nachhaltigen Wirtschaftsschub. Das bestätigt auch Janna Kajzer: »Es wurde viel in die elf Städte investiert. Diese profitieren von der WM genauso wie das ganze Land – alle jubeln, ein echter Glücksgriff.« 

»Ganzes Land wird vereint«

Am authentischsten reisen WM-Touristen mit der Bahn, am schnellsten mit dem Flugzeug. Für den formalitätenfreien Fußball-Spaß schafft die russische Regierung eine neue Einreise-Regelung: Mit der Eintrittskarte für ein WM-Spiel plus Fan-ID umgehen Besucher die mühselige Beantragung eines russischen Visums. Reisende können damit auch Sonderzüge nutzen, am Spieltag kostet der öffentliche Nahverkehr zum Stadion nichts. Volunteers stehen darüber hinaus den Gästen mit Rat und Tat zur Seite. 

»Jetzt warten wir alle auf die Welt«, freut sich Janna Kajzer, und erzählt, wie sich in Russland das »Warm-up« gestaltet: »Kein Tag vergeht, an dem nicht russische Spielfilme über verschiedene Sportarten mit den besten Schauspielern Russlands im TV laufen. Weiter gibt es Werbeausschnitte über alle Städte und Stadien mit bekannten Fußballstars. Tschaikowskis Kompositionen untermalen. Damit soll das ganze Land vereint und die Patriotismus-Skala deutlich erhöht werden.«
 

Lesen Sie ab Freitag den ersten Teil unserer Serie auf BO.de und in allen Zeitungsausgaben der Mittelbadischen Presse!

Info

Alle Folgen der WM-Serie im Überblick

Ortenauer aus diesen russischen Städten erzählen von ihrer Heimat. Wann Sie davon lesen können:

15. Juni  –  Moskau
18. Juni  –  Wolgograd
20. Juni  –  Rostow
22. Juni  –  Kaliningrad
25. Juni  –  Saransk
27. Juni  –  Jekaterinburg
30. Juni  –  Kasan
2. Juli    –   Samara
6. Juli    –   Nischni Nowgorod
7. Juli    –   Sotschi
14. Juli  –   St. Petersburg
 

Hintergrund

Russland: Land der Superlative

Russland ist ein föderativer Staat im nordöstlichen Eurasien und mit etwa 17 Millionen Quadratkilometern Fläche der größte Staat der Welt. Russland umfasst mehr als ein Achtel der bewohnten Landmasse der Erde und steht mit 144 Millionen Einwohnern an neunter Stelle der bevölkerungsreichsten Länder. Das Territorium der Russischen Föderation ist eineinhalb mal so groß wie ganz Europa. Der europäische Teil ist dichter besiedelt als der über dreimal so große asiatische Teil: Etwa 110 Millionen Einwohner leben westlich des Urals.

Das heutige Russland entwickelte sich aus dem Großfürstentum Moskau, einem Teilfürstentum des früheren ostslawischen Reiches Kiewer Rus, zu einem über einhundert Ethnien zählenden Vielvölkerstaat. Die Russische Föderation ist »Fortsetzerstaat« der Sowjetunion in internationalen Organisationen. Russlands Rohstoffreserven zählen mit bis zu 30 Prozent global zu den größten mit immensen Vorkommen von Primärenergieträgern wie etwa Erdgas.

Russland ist das Land der Superlative: Hier gibt es den kältesten Ort der Erde (minus 89,2 Grad Ceslius), den tiefsten See der Welt (Baikalsee, 1642 Meter) und die längste Eisenbahnlinie (Transsibirische Eisenbahn, 9288 km). Das Land besitzt zudem das größte Festland der Erde, das sich vom Nördlichen Eismeer bis zu den Steppen im Süden erstreckt. Alle Klimazonen sind hier vertreten. Bezahlt wird überall mit  Rubel. (wun)

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