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Ortenau

Ortenauer Netzwerk setzt bundesweite Impulse für Prävention

12. Mai 2017
&copy Ulrich Marx

Das Präventionsnetzwerk Ortenaukreis (PNO) kann als Erfolgsmodell bezeichnet werden. Gemeinsam mit dem Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ) an der Evangelischen Hochschule Freiburg leistet es seit zwei Jahren eine vorbildliche Arbeit, die bundesweite Anerkennung genießt.

Was der Ortenaukreis erfolgreich mit den »Frühen Hilfen« angestoßen hat, setzt er seit 2014 mit dem Zentrum für Kinder- und Jugendforschung an der Evangelischen Hochschule Freiburg und finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Präventionsnetzwerk um. Dass der Ortenaukreis bei den »Frühen Hilfen« als einer der ersten Landkreise überhaupt »hervorragende Erfolge« erzielt hat, war für Sozialdezernent Georg Benz die Basis, sich für das Präventionsnetzwerk Ortenaukreis (PNO) zu bewerben. 

20 Prozent der Schulen dabei

Dass bundesweite Impulse für Prävention und Förderung der Kindergesundheit gesetzt wurden, haben die 140 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet auf der ersten Transfertagung im Landratsamt bestätigt. Wie Ulrich Böttinger, Amtsleiter Soziale und Psychologische Dienste und Leiter des PNO-Praxisbereichs, bei der Fachtagung erklärte, setzt PNO an der Lebenswelt der Kinder und Familien an.

Insbesondere Ortenauer Kitas und Schulen werden durch Schulentwicklung sowie bedarfsorientierte Fortbildungen gezielt unterstützt. Mehr als ein Drittel aller Kindetagesstätten im Kreis beteiligen sich, 20 Prozent der Schulen sind ebenfalls mit im Boot. 

Vernetzen als Priorität

Von der Schwangerschaft bis zum zehnten Lebensjahr erstreckt sich die Förderung und der hohe Stellenwert einer frühmöglichen Prävention und Gesundheitsförderung. Was aber nur gelingt, wenn alle an der Erziehung und Betreuung von Kindern Beteiligte sich vernetzen. Denn auch die seelische Gesundheit darf nicht außer Acht gelassen werden, wie Klaus Fröhlich-Gildhoff, Leiter des Zentrums für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ), im Pressegespräch erklärte. In der Ausbildung an seiner Hochschule steht ein Modul zu dieser Thematik im Lehrplan, um so die späteren Erzieher zu sensibilisieren. 

Die Herausforderungen werden immer mehr, wie Heidrun Thaiss, Kinderärztin und Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, weiß. Diabetes, Gewichtsprobleme und Verhaltensauffälligkeiten kennt sie als einige der Erscheinungen, denen mit dem PNO begegnet wird, so ihr Kompliment. Was auch den Summen gilt, die aufgewendet werden müssen, um in allen fünf Raumschaften des Ortenaukreises die Versorgung und Betreuung zu gewährleisten.

2,5 Millionen Euro 

So kosten die »Frühen Hilfen« den Kreis pro Jahr eine Million Euro, für das Anschlussprojekt PNO werden bis zum 31. Oktober 2018 440 000 Euro für vier Jahre aus Kreismitteln investiert – 2,5 Millionen Euro fließen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Damit ist die Finanzierung bis 2018 gesichert. Bis dahin wird entschieden, ob und in welcher Form die erfolgreiche Präventionsstrategie dauerhaft im Landkreis verankert werden kann.

Autor:
Herbert Gabriel