Leser helfen

"Genau mein Ding!" - Ortenauerin im CJD-Internat

Autor: 
Ursula Groß
Lesezeit 3 Minuten
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01. Dezember 2015

Christine Müller aus Ottenhöfen lebt im Internat des Christlichen Jugenddorfs in Offenburg. Für sie wäre es zu anstrengend, jeden Morgen anfahren zu müssen. ©Ulrich Marx

Christine Müller kommt aus Ottenhöfen und ist seit 2013 im CJD-Jugenddorf Offenburg. Sie fühlt sich wohl, wenn sie von ihrer Ausbildung spricht. Dieser Einrichtung widmet sich die »Leser helfen«-Aktion der Mittelbadischen Presse.

»Ich habe im Christlichen Jugenddorf zuerst eine Berufsvorbereitung gemacht und bin jetzt im zweiten Ausbildungsjahr zur Fachpraktikerin Hauswirtschaft. Das ist genau mein Ding«, erzählt Christine Müller aus Ottenhöfen im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse.

Nach dem Hauptschulabschluss an den Beruflichen Schulen in Achern war das noch nicht zu erwarten. Christine war unentschlossen, für welchen Beruf sie sich entscheiden sollte. »In der Berufsvorbereitung konnte ich in verschiedene Berufe hineinschnuppern. Trotzdem war ich mir nicht hundertprozentig sicher. Die Hauswirtschaft ist ideal, weil es so viele unterschiedliche Arbeitsbereiche gibt«, begründet sie ihre Wahl.

Alles hier gelernt

Im Moment macht die 20-Jährige eine betriebliche Phase in der Diakonie Kork. Dort arbeitet sie in der Hausreinigung und im Textilservice in der neuen Großwäscherei. Alle notwendigen Grundlagen für das Praktikum hat Christine im Jugenddorf gelernt: »In der Wäscherei hier kümmern wir uns zum Beispiel um die Arbeitskleidung der Auszubildenden und die Bettwäsche, die die Jugendlichen in den Wohnhäusern brauchen.«

Christine lebt auch auf dem Gelände des Christlichen Jugenddorfes. »Ich wohne zusammen mit einer Mitbewohnerin in einem Doppelzimmer im  Haus Kehl. Mir gefällt es hier wirklich gut.« Glücklicherweise, denn morgens pünktlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus Ottenhöfen ins Jugenddorf zu kommen ist ein Ding der Unmöglichkeit, weiß auch Christines Mutter Anna: »Ohne die Wohnhäuser im CJD wäre es nicht zu machen.«

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Erschwerend kommt hinzu, dass Christine eine Lernbehinderung hat: »Wenn ich schon früh morgens immer Angst haben müsste, es nicht rechtzeitig hierher zu schaffen, könnte ich den Rest des Tages abhaken. Ich würde gar nichts mehr verstehen und lernen.« Außerdem habe sie eine starke Sehbehinderung, die sich auf ihre Konzentrationsfähigkeit und ihr räumliches Vorstellungsvermögen auswirkt. »Wir sind unheimlich froh, dass unsere Tochter die Ausbildung hier machen kann.

Eigentlich wollte Christine Müller Köchin lernen. Aber in der Berufsvorbereitung hat sie schnell gemerkt, dass das nichts für sie ist. Der riesige Herd, die Hitze, die großen Messer und Töpfe, das hat sie alles eingeschüchtert«, erzählt Christines Mutter, Anna. Weil es in der Hauswirtschaft aber nicht nur die Großküche, sondern noch viele andere Arbeitsbereiche gibt, ist sie zuversichtlich, dass ihre Tochter einen Arbeitsplatz findet.

Mutter überrascht

Doch Christines Zukunftspläne sind auch für Mutter Anna eine Überraschung: »Am allerliebsten würde ich in einem Restaurant arbeiten. Vielleicht als Küchenmitarbeiterin, genau wie meine Mama. Ich durfte sie schon einige Male am Arbeitsplatz besuchen und auch ein bisschen mithelfen. Mir gefällt die Geschwindigkeit, mit der in Restaurantküchen gearbeitet wird, und dass man seinen eigenen Verantwortungsbereich bekommen kann«, sprudelt es aus Christine heraus.

Im dritten Ausbildungsjahr wird sie sich die Betriebe für ihre Praktika selbst aussuchen und sich bewerben. Darauf freut sich Christine Müller schon, denn dann ist hoffentlich auch ein Restaurant dabei.

Hintergrund

CJD-Jugenddorf Offenburg

Das CJD-Jugenddorf Offenburg ist eine Einrichtung des Christlichen Jugendwerk Deutschlands (CJD)e.V. Seit der Gründung im Jahr 1983 haben in Offenburg mehr als 2500 junge Menschen mit unterschiedlichsten Förderbedarfen ihre Ausbildung in einem von 25 anerkannten Berufen erfolgreich absolviert. Weitere 2500 Teilnehmer haben sich in Bildungsmaßnahmen auf die Anforderungen des Berufslebens vorbereitet. Rund 100 Teilnehmer, die nicht zu Hause wohnen können, werden im »Lernort Wohnen« untergebracht, in den Häusern Achern, Kehl, Oberkirch und Gengenbach. Letzteres muss dringend barrierearm umgebaut werden. Dafür bittet »Leser helfen« um Spenden. Vorsitzender Thomas Reizel erteilt weitere Infos unter • 07 81 / 504-4311.tom

Info

WTO Ohlsbach kündigt 5000-Euro-Spende an

Die Firma WTO aus Ohlsbach unterstützt die »Leser helfen«-Aktion der Mittelbadischen Presse zugunsten des Christlichen Jugenddorfs mit einer Spende in Höhe von 5000 Euro. Die Scheckübergabe ist für Dienstag, 8. Dezember, terminiert .»Seit vielen Jahren spenden wir an regionale und überregionale Organisationen und Projekte. Wir halten den Umbau des Hauses Gengenbach für ein vorbildliches und unterstützenswertes Projekt, das wieder einmal das große Engagement und den Ideenreichtum des Christlichen Jugenddorfes widerspiegelt«, sagte WTO-Marketingleiter Wolfgang Zimmermann. Die Firma hat eine Bildungspartnerschaft mit der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg vereinbart. WTO ist nach eigenen Angaben auf Entwicklung und Herstellung von stehenden und angetriebenen Präzisionswerkzeughaltern für Drehzentren und Drehmaschinen spezialisiert. 

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