Lockerungen in der Pandemie

Landrat stellt Antrag: Ortenaukreis will Modellregion werden

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red/ba
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30. März 2021
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In der Modellregion Tübingen können Menschen in der Stadt kostenlose Corona-Tests machen. Mit einem negativen Testergebnis können die getesteten Personen zum Beispiel in der Außengastronomie bewirtet werden. ©Foto: Tom Weller/dpa

Der Ortenaukreis will Corona-Modellregion werden und ein Konzept mit weiteren Lockerungen in der Pandemie umsetzen. Landrat Frank Scherer hat am Montag den Antrag beim Sozialministerium gestellt.

Landrat Frank Scherer hat am Montag in einem Schreiben an Minister Manne Lucha beim Ministerium für Soziales und Integration offiziell beantragt, den Ortenaukreis zur Modellregion für Öffnungs-Strategien in der Corona-Pandemie zu machen. Darüber informierte das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Nach dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz vom 22. März können die Länder in zeitlich befristeten Modellprojekten ausgewählten Regionen erlauben, einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen, um die Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten unter Nutzung eines konsequenten Testregimes zu untersuchen.

Handel, Gastro und auch Europa-Park sollen öffnen

In dem vom Ortenaukreis initiierten Modellprojekt soll es insbesondere darum gehen, dass in einem ersten Schritt dem Einzelhandel, der Gastronomie, der Hotellerie, Kultureinrichtungen wie Kino, Theater oder Museen, Musik- und Kunstschulen sowie dem Europa-Park und dem Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtbauernhof grundsätzlich die Möglichkeit eröffnet wird, ihre Einrichtungen und Betriebe unter vorab festgelegten Bedingungen zu öffnen, heißt es in der Erklärung von Landrat Frank Scherer.

Als Modellregion soll der gesamte Ortenaukreis gelten – allerdings soll ein anderer Weg als in Tübingen gegangen werden. Demnach sollen nicht alle Betriebe und Einrichtungen der genannten Bereiche öffnen können, sondern mit wissenschaftlicher Begleitung nur einige. Diese müssen sich durch ein wissenschaftlich geprüftes Hygiene-, Schutz- und Testkonzept auszeichnen und werden dafür vorab vom Gesundheitsamt zertifiziert, heißt es. Das soll ein „besonders hohes Schutzniveau“ sicherstellen. Der Landrat erhofft sich, dass so bereichsspezifisch erprobt wird, ob und inwieweit dort Öffnungsschritte beschlossen werden können.

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Die Zertifizierung der Betriebe würden das Gesundheits- und Gewerbeaufsichtsamt des Ortenaukreises unter Mitwirkung der Dehoga, des Einzelhandelsverbands sowie der Wirtschaftsregion Ortenau in qualifizierter Weise vornehmen, heißt es. 

Derweil sollen die Kommunen im Ortenaukreis die konsequente Durchführung von Corona-Tests sicherstellen. Bereits jetzt, schreibt das Landratsamt, steht der Ortenauer Bevölkerung und allen Besuchern des Landkreises mit rund 40 großen Teststationen in den Städten und Gemeinden sowie zahlreichen weiteren Testangeboten – etwa in Apotheken – eine flächendeckende Testinfrastruktur zur Verfügung, die bedarfsorientierte kurzfristig erweitert werden könne.

„Tagespass“ soll Nachverfolgung sicherstellen

Mit der geplanten Einführung des „Ortenauer Tagespasses“ erfolge zudem eine IT-gestützte Anbindung aller zertifizierten Schnelltestzentren an das Gesundheitsamt des Ortenaukreises. Eine rasche Feststellung erkrankter Personen, sowie eine umgehende und lückenlose Nachverfolgung etwaiger Kontaktpersonen, sei auch künftig sichergestellt. Daneben bilde die seit Anfang März im Ortenaukreis eingebundene „Luca“-App einen weiteren wichtigen Baustein bei der schnellen und sicheren Kontaktpersonennachverfolgung und damit der Durchbrechung etwaiger Infektionsketten.

Wissenschaftlich begleitet würde das Projekt von dem Mannheimer Instituts of Public Health des Universitätsklinikums Mannheim. Im Landratsamt koordiniert Dezernent Michael Loritz das Vorhaben.

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