Tödlicher Streit in Gengenbach-Bermersbach

Polizei fasst mutmaßlichen Mörder nach 23 Jahren

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red/js/ba
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20. Juni 2019
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Ein 48-Jähriger hat 23 Jahre nach der Tat gestanden, seine Ehefrau umgebracht zu haben. Dem Geständnis ging ein spektakulärer Fahndungserfolg der Polizei voraus. Der Türke war in seinem Heimatland untergetaucht. 

Nach 23 Jahren wurde er unvorsichtig. Die Polizei wirft einem heute 48-jährigen Türken vor, seine Ehefrau umgebracht zu haben. Das Paar lebte damals in Scheidung, schreiben Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Am Abend des 20. Juni 1996 soll es in dem Anwesen in Gengenbach-Bermersbach zu einem Treffen zwischen der 22 Jahre alten Frau und ihrem drei Jahre älteren Gatten gekommen sein. Das Treffen endete in einem Streit. Der Mann soll von seiner Frau Geld gefordert haben. Die Behörden gehen davon aus, dass der 48-Jährige die Frau mit mehreren Messerstichen getötet hatte.

Geständnis abgelegt

Mittlerweile hat der Mann die Tat gestanden, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen. Er habe am Dienstag und am Mittwoch gegenüber der Haftrichterin einige Details zu den Hintergründen der Auseinandersetzung genannt, die jetzt überprüft werden. Die Haftrichterin habeden Haftbefehl, der auf den Vorwurf des Mordes unter anderem aufgrund von Habgier lautet, in Vollzug gesetzt. Der Tatverdächtige sei anschließend in die Justizvollzugsanstalt in Offenburg eingeliefert worden.

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Das zugezogene Paar habe in Bermersbach unauffällig gelebt, wie der heutige Ortsvorsteher Wilhelm Schrempp der Mittelbadischen Presse am Donnerstag sagte. »Sie waren  im Ortsleben nicht aktiv«, weiß Schrempp aus einem Gespräch mit Dieter Zapf, der jenerzeit in Bermersbach Ortsvorsteher war. Dass der Fall nun nach 23 Jahren aufgeklärt werden konnte, habe Schrempp »sehr positiv« aufgenommen. Die Nachricht hatte sich am Donnerstag gestern im Ort herumgesprochen.

Visumsantrag führte zur Spur

Nach der Tat hatte sich der Mann in die Türkei abgesetzt und war dort untergetaucht, wie es in der Pressemitteilung heißt. Erst ein Visumsantrag beim deutschen Generalkonsulat in Izmir im November 2017 habe die Ermittler schließlich wieder auf die Spur des bis dahin verschollenen Mannes gebracht. Die darauf eingeleiteten offenen und verdeckten Maßnahmen führten im Verlauf des Dienstagmorgens in Stuttgart zur Festnahme des mittlerweile 48-Jährigen durch Spezialkräfte der Polizei.

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