Ortenau

Protestzug ehemaliger Prostituierte zog durch die Ortenau

Autor: 
Robert Schmidt
Lesezeit 3 Minuten
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26. März 2019

Rosen Hicher (Bildmitte, links) hat gestern ihren siebentägigen Marsch gegen Prostitution in Deutschland gestartet. Hier sieht man sie bei der Ankunft auf der Kehler Seite der "Passerelle des Deux Rives". ©Robert Schmidt

200 Kilometer will die ehemalige französische Prostituierte Rosen Hicher auf ihren Protestmarsch gegen Prostitution durch Südwestdeutschland zurücklegen. An ihrem ersten Halt auf der Europabrücke zwischen Straßburg und Kehl demonstrierten nicht nur Frauenrechtler ihre Unterstützung, sondern auch EU-Politiker und Vertreter der beiden Städte.

Ein Tross aus Feministinnen und ehemaliger Prostituierter hat am Montag im Grenzraum zwischen Frankreich und Deutschland protestiert. Am Mittag gab es auf der Europabrücke zwischen Straßburg und Kehl eine Kundgebung, an der sich auch Politiker und Verwaltungsmitarbeiter aus Frankreich und Deutschland beteiligten.

Auch Vertreter der Städte Straßburg und Kehl zeigten auf der Europabrücke offen ihre Unterstützung. Die Straßburger Beigeordnete Françoise Bey bekräftige die Haltung des Rathauses gegen Prostitution: „Die Menschenwürde muss stets über allem stehen.“

Die Stadt setze immer wieder klare Zeichen gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen durch Prostitution und unterstütze zudem Vereine wie Mouvement du Nid, die Frauen hälfen, das Milieu zu verlassen. Die anwesende Vertreterin der Stadt Kehl unterstrich das Engagement ihrer Stadt für Prostituierte. Das Rathaus fördere dafür unter anderem die Prostituierten-Beratungsstelle Pink.

Auf dem Weg nach Mainz

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Zwei Vertreter des Europäischen Parlaments fanden klare Worte. „Prostitution ist nach wie vor wie ein Spinnennetz, in das sich Frauen verfangen und nicht mehr loskommen“, sagte die bayrische SPD-Europa-Abgeordnete Maria Noichl der Mittelbadischen Zeitung und dem SWR.

Es müsse dringend überprüft werden, ob das deutsche Prostitutionsschutz-Gesetz wirklich die gewünschte Wirkung zeige, so die Politikerin. Prostitution sei ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte der linke EU-Politiker Edouard Martin aus Lothringen in seiner Rede. Genau wie zuvor schon Noichl plädierte auch er für eine stärkere Angleichung der Gesetzgebung: „Ihr müsst die Kandidaten so lange auf die Nerven gehen, bis sie das Thema auf europäischer Ebene regeln.“

Die Aktion ist Teil eines mehrtägigen Protestmarsches der in Frankreich bekannten ehemaligen französischen Prostituierten und Marathonläuferin Rosen Hicher und einer Handvoll Mitstreiter. Organisiert wird sie vom Straßburger des Frauenhilfsvereins Mouvement du nid gemeinsam mit der „Internationalen Koalition zur Abschaffung der Prostitution“. Ziel des 200-Kilometer-Marsches ist der kommende Woche in Mainz stattfindende „3. Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen“. Startpunkt war am Vormittag der Europarat in Straßburg.

Am Abend erreichten die Aktivisten dann durchnässt ihre erste Etappe, allerdings später als gedacht. Erst gegen 18 Uhr kamen sie im rund 15 Kilometer von Kehl entfernten Rheinau an. Eine ursprünglich dort geplante Protest-Aktion fiel wegen des starken Regens ins Wasser. In den kommenden Tagen sind entlang der Wegstrecke bis Mainz allerdings noch zahlreiche weitere Veranstaltungen geplant. Am Donnerstag wollen die Aktivistinnen auf dem Karlsruher Fasanenplatz protestieren. Anschließend will Hicher gemeinsam mit zwei weiteren Ex-Prostituierten und einer weiteren Aktivistin in einem Café mit Bürgern ins Gespräch über sexuelle Ausbeutung treten.

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