27-jähriger Somalier angeklagt

Prozess nach Arztmord in Offenburg beginnt am 30. Januar

Autor: 
red/ba
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
11. Januar 2019
Video starten
Verknüpfte Artikel ansehen

Der tatverdächtige 26-Jährige wurde im August von Justizangestellten dem Haftrichter vorgeführt. ©Sebastian Xanke

Der 27-jährige Somalier, der im August einen Arzt in Offenburg getötet hat, muss sich ab Mittwoch, dem 30. Januar, vor Gericht verantworten. Bis heute ist sein Motiv nicht klar, für die Verhandlung sind mehrere Termine angesetzt.

Gegen den 27-jährigen Somalier, der am 16. August in der Offenburger Innenstadt einen Arzt getötet hat, beginnt am 30. Januar der Prozess vor dem Landgericht Offenburg. Wie das Gericht mitteilt, muss sich der Mann wegen Mordes verantworten.

Angesetzt sind insgesamt sechs Termine:

  • Mittwoch, 30. Januar 2019, 14 Uhr
  • Donnerstag, 31. Januar 2019, 8.30 Uhr,
  • Montag, 11. Februar 2019, 8.30 Uhr,
  • Mittwoch, 13. Februar 2019, 8.30 Uhr,
  • Donnerstag, 14. Februar 2019, 8.30 Uhr,
  • Donnerstag, 21. Februar  2019, 8.30 Uhr.

Der 27-Jährige soll am 16. August um 8.45 Uhr in die Praxisräume des Mediziners Joachim Tüncher gegangen und den Arzt plötzlich angegriffen haben. Er soll mehrmals auf ihn mit einem Messer eingestochen und auch dessen Mitarbeiterin mit einer Schnittwunde im Gesichtsbereich verletzt haben. Der Arzt erlag noch in seiner Praxis den schweren Verletzungen. Der Täter flüchtete durch die Innenstadt, wurde nach einer Großfahndung wenig später aber festgenommen und sitzt seither in Haft.

Zu den erhobenen Vorwürfen hat er sich laut Gericht bisher nicht geäußert. Er hielt sich zum Zeitpunkt der Tat legal in der Bundesrepublik auf.

- Anzeige -

Motiv noch nicht geklärt

Die Anklage lautet auf Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, wie das Landgericht bereits Anfang Dezember mitteilte. Das Vorgehen bei der Tat wird als heimtückisch gewertet, da der Arzt laut Landgericht nicht mit einem Angriff rechnete und sich kaum verteidigen konnte, was dem Tatverdächtigen bewusst gewesen sei.

Das Motiv des mutmaßlichen Täters konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Seinen Äußerungen zur Tat und seinem Verhalten zufolge ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass der Mann an einer psychischen Erkrankung leidet. Möglicherweise litt er unter Verfolgungswahn und hatte für sich die Vorstellung, durch den Mediziner bei einer vorangegangenen Blutentnahme vergiftet worden zu sein. Ein psychiatrisches Gutachten wurde daher in Auftrag gegeben. Auch ein psychiatrischer Gutachter wird zur Hauptverhandlung hinzugezogen. 

Die Tat erschütterte Offenburg und ging landesweit durch die Medien. Alle Berichte der Mittelbadischen Presse dazu sind in diesem Dossier zusammengefasst.

Info

Sicherheitsmaßnahmen des Landgerichts

Von Seiten des Landgerichts wird auf Sicherheitsmaßnahmen für die Hauptverhandlung hingewiesen. Waffen und sonstige gefährliche Gegenstände dürfen demnach nicht mitgebracht werden. Außerdem sind Kameras oder mobile Telekommunikationsgeräte wie Smartphones, Laptops, Notebooks und ähnliche Geräte, mit denen filmische und/oder Audioaufnahmen hergestellt werden können, verboten. Gleiches gilt für große Taschen, Rucksäcke und andere größere Behältnisse. Alle Besucher müssen sich vor Betreten des Sitzungssaals einer Einlasskontrolle durch Beamte des Gerichts unterziehen. 

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
03.01.2019
Die eigene Firma zu gründen ist auch dank der Digitalisierung heute nicht mehr schwer – aber wie geht es dann weiter? Wie kleine und mittelständische Firmen erfolgreich werden, zeigen zwei Jungunternehmer bei einem Vortrag am 26. Januar in der Offenburger Oberrheinhalle.
27.12.2018
Abenteuer-Indoor-Spielplatz
Wer möchte seinen Kindern zum Geburtstag nicht gern etwas ganz Besonderes bieten? Im Kiddy Dome in Schutterwald ist das möglich. Denn nicht nur an ihrem großen Tag sind die Kinder in diesem Abenteuer-Indoor-Kinderspielplatz die Könige. 
27.12.2018
Wie wir nachts schlafen bestimmt, wie unser Tag verläuft – und deshalb ist gesunder Schlaf auch so wichtig. Das eigene »Bett nach Maß« klingt fast wie ein Traum – doch Leitermann Schlafkultur ist Spezialist auf diesem Gebiet und macht es möglich.
18.12.2018
Eine Mission im Team
Ein verschlossener Raum, ein kniffliges Rätsel und nur 60 Minuten Zeit, um es zu lösen und so wieder nach draußen zu gelangen: Willkommen bei Escape Rooms Exitpark in der Ortenau.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Ortenau

vor 31 Minuten
#FridaysForFuture
In Dutzenden deutschen Städten demonstrierten am Freitagvormittag Schüler für den Klimaschutz – auch in Offenburg versammelten sich zahlreiche Schüler. Unter dem Motto #FridaysForFuture forderten sie unter anderem eine bessere Klimaschutzpolitik.
vor 1 Stunde
Polizei beschlagnahmt zwei Verstärker
Der Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Offenburg hatte am Freitagmorgen gegen 3 Uhr so laut Musik gehört, dass seine Nachbarn sich bei der Polizei beschwerten. Der betrunkene Mann zeigte sich jedoch nur wenig einsichtig, sodass die Polizei ihn und seine zwei Anlagen mit auf das Revier nahmen. 
vor 2 Stunden
So überleben Tiere im Winter
Der Leiter des Nationalpark Schwarzwald Wolfgang Schlund führt Besucher am Freitag, 25. Januar, durch die Winterlandschaft. Mit der Exkursion will der Nationalpark zeigen, wie Tiere überleben.
vor 4 Stunden
Im Vergleich
Während sich der Müll in den benachbarten Landkreisen Ortenau und Rottweil nicht unterscheidet, tun es die Abfallbeseitigungsysteme, Abfuhren und Gebühren sehr wohl. Baden Online zieht einen Vergleich bei Hausmüll.
Fordern mehr Informationen und die Einhaltung der Kreistagsbeschlüsse: die Förderverein-Vorstandsmitglieder Markus Bernhard (Mitte), Meinrad Heinrich (rechts) und Martin Armbruster (links) mit Oberbürgermeister Matthias Braun.
vor 5 Stunden
Runder Tisch beim Förderverein
Der Förderverein Ortenau Klinikum Oberkirch beklagt den »systematischen Abbau der medizinischen Versorgung« im Renchtal und fordert von Landrat und Klinikleitung in Offenburg die Umsetzung der gefassten Kreistagsbeschlüsse. Nicht nur die »Verstümmelung der Notfallambulanz« müsse ein Ende haben.
vor 5 Stunden
Landgericht Offenburg
Weil er seine zwölfjährige Nachbarin vergewaltigt haben soll, steht ein heute 41-Jähriger seit Donnerstag vor dem Offenburger Landgericht. Der Mann gestand die Straftaten.
vor 7 Stunden
Neue Laden-Idee
Einem Ettenheimer Paar ist es wichtig, dass seine Lebensmittel unter fairen Bedingungen produziert wurden. Sie möchten ein Sortiment mit Waren zusammenstellen, das Transparenz liefert. Ob es ein Laden für alle wird, hängt von den Menschen ab, die sich bei dem Projekt einbringen wollen.
Die Freizeitbusse der Panorama- und der Naturerlebnislinie bringen Fahrgäste zum Mummelsee und bis hoch zur Hornisgrinde.
vor 9 Stunden
Panorama- und Naturerlebnislinie
RVS Südwestbus bilanziert eine erfolgreiche Saison für die Freizeitbusse der Panorama- und Naturerlebnislinie. Rund 8,5 Prozent mehr Gäste seien bis November mit den Linien mitgefahren, die über den Mummelsee bis hoch zur Hornisgrunde verkehren. 
vor 21 Stunden
Anzahl der Staus gestiegen
Die A5 im Rheintal belegt Platz drei der stauträchtigsten Autobahnen Deutschlands. Das geht aus der Staubilanz des ADAC hervor. Der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß fordert nun vom Bundesverkehrsministerium, den sechsspurigen Ausbau der Autobahn zwischen Freiburg und Offenburg schneller...
vor 22 Stunden
Fernzug von Karlsruhe nach Straßburg
Ein 43-jähriger Rumäne ist von einer gemeinsamen Streife von deutscher Bundespolizei und französischer Grenzpolizei in einem Fernverkehrszug von Karlsruhe nach Straßburg festgenommen worden. Gegen den Mann bestand ein Haftbefehl. Er wurde ins Gefängnis gebracht, um seine Restfreiheitsstrafe zu...
17.01.2019
Polizei gibt Tipps
Vermehrt haben sich Betrüger in Lahr und Kehl in den vergangenen Tagen am Telefon als Polizisten ausgegeben. Ihr Ziel: Sie wollten an Geld der Angerufenen gelangen. Die Polizei warnt nun vor den Unbekannten und gibt Tipps, wie man sich in einem solchen Fall verhalten sollte. 
Das Amt für Waldwirtschaft gibt Tipps, um den Borkenkäferbefall im Frühjahr zu begrenzen.
17.01.2019
Amt für Waldwirtschaft warnt
Das Amt für Waldwirtschaft warnt in einer Mitteilung vor Eis- und Schneebruchschäden in den Höhenlagen des Ortenaukreises. Waldbesitzer sollen Schadholz baldmöglichst beseitigen – allerdings sind viele Straßen und Waldwege zum Teil noch nicht passierbar.