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Offenburg

Reaktionen auf Pläne für das Ortenau-Klinikum oft negativ

18. Mai 2017
&copy Tobias Lupfer

Die Debatte um mögliche Schließungen von Kliniken beschäftigt die Facebook-Nutzer auf den Seiten der Mittelbadischen Presse. Wir haben die Diskussion für sie zusammengefasst. 

Die Nachricht hatte in der Ortenau eingeschlagen wie eine Bombe. In der vergangenen Sitzung des Krankenhausausschusses des Kreistags hatte die Klinikberatungsgesellschaft CMK ein Strategiepapier zur Zukunft des Ortenau-Klinikums vorgestellt. 
Kurzfristig sind dem Papier zufolge die Kliniken in Gengenbach, Ettenheim und Oberkirch von der Schließung bedroht. 

Langfristig könnten für den Fall, dass sich die Berater durchsetzen, sogar die beiden Kliniken in Offenburg durch ein Großklinikum im Norden ersetzt werden. Klar, dass dieses Thema auch auf den Facebook Seiten der verschiedenen Seiten der Mittelbadischen Presse diskutiert wird. Wir haben für sie die Meinungen zusammengefasst.

Mittelbadische Presse

Facebook-Nutzer auf der Hauptseite der Mittelbadischen Presse waren sich weitestgehend einig, dass eine Schließung der Standorte in Offenburg verheerend wäre. So zeigt sich beispielsweise Dani H. besorgt über den möglichen Verlust von Arbeitsplätzen:

Auch die möglicherweise weiteren Anfahrtszeiten bei einer Schließung der Klinik bereitet einigen Sorgen. »Wenn jemand ein Kind in Bad Peterstal bekommt und erst nach Offenbrug muss, werden die meisten Kinder eventuell im Auto zur Welt kommen. Und Notfälle die im hinteren Renchtal passieren, sind dann eventuell auch nicht rechtzeitig in der Klinik«, schreibt Elke B. Manche, wie Marco B. sehen den Klinikverbund gar als eine Familie: »Wir, der Klinikverbund »Ortenau-Klinikum« mit unseren neun Standorten sollten wie eine Familie gesehen werden, die zusammenbleiben muss. Mit Muße und Aufopferung können alle Standorte gehalten werden (...).«

Für Karl-Wilhelm D. steht hingegen der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund:

Susanna F. widerspricht dem entschieden: »Vielleicht stellt sich jemand in der Krankenhausgesellschaft die Frage, ob die ständige Umstrukturiererei nicht der Grund allen Übels ist? Und wie viel Geld fließt in solche Beratungsfirmen?«

Auch Daniel D. appelliert an die Verantwortlichen, das Krankenhaus nicht zu schließen und schreibt ironisch: »Das ist doch echt das Letzt,e baut noch mehr Krankenhäuser ab. Hauptsache Geld sparen!« 

»Politische wäre eine Schließung von so vielen Standorten nicht tragbar, und dürfte im Kreistag auch von keiner Fraktion favorisiert sein«, vermutet Philippe C.

Acher-Rench-Zeitung

Auf der Seite der Acher/Rench sind die Meinungen ähnlich gewichtet. Viele zeigen kein Verständnis für die geplanten Schließungen.

»Die Leute die so was auf dem Strategiepapier entwickeln, sollten selber mal auf Hilfe angewiesen sein (...)«, schreibt Facebook-Nutzerin Susanne L.

Stephanie S. widerspricht der Mehrheitsmeinung:

 

Sözen S. fragt: »Und wohin sollen dann die Menschen gehen? Sollen sie gleich sterben, wenn mal was ist? Unmöglich!«Carsten S. schlägt vor, bei Schließung des Krankenhauses in Kehl, nach Straßburg zu gehen: »Das kann man von Kehl aus fast zu Fuß erreichen.«

Kinzigtal-Ausgabe

Auch auf der Seite des Offenburger Tageblatts im Kinzigtal breitet sich eine Diskussion aus. Die meisten können die Strategiepläne der CMK nicht nachvollziehen. Nicole T. schreibt

 

Viele fragen, wohin sie im Notfall bei einer Schließung gehen sollten: »Was ist mit unseren Kindern? Sollen wir dann nach Baden-Baden oder Freiburg«, fragt Nutzerin Jassi B. 

Autor:
Deborah Wolff/Jens Sikeler

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