Ortenau

Renter als Polizei-Vize in Offenburg denkbar

Autor: 
Thomas Reizel
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25. November 2014
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Aus dem Versteck der Anonymität heraus wird Reinhard Renter, ehemaliger Leitender Polizeidirektor in Offenburg, beschuldigt. ©Archivfoto MIttelbadische Presse

Reinhard Renter kommt nicht zur Ruhe. Kaum hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue eingestellt, wird der ehemalige Leiter der Polizeidirektion Offenburg wieder angeschwärzt – und er ist als Rückkehrer im Gespräch.

Reinhard Renter hat offenbar eine nicht unerhebliche Zahl an Feinden. Der ehemalige Leiter der Polizeidirektion Offenburg und designierte Präsident des Präsidiums Karlsruhe, musste sich mit einer Anzeige wegen Untreue im Zusammenhang mit seiner Büroausstattung herumschlagen.

Wegen der laufenden Ermittlungen konnte er nicht Präsident des Polizeipräsidiums Karlsruhe werden. Die Stelle wurde anderweitig besetzt, seither arbeitet Renter im Innenministerium. Das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit (800 Euro Budgetüberschreitung) eingestellt.

Kaum hatte die Mittelbadische Presse darüber berichtet, erhielt sie ein anonymes Schreiben, das auch an die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe ging. Von Verschwendungssucht, »Höflingen und Bücklingen« sowie Führungsstil nach Gutsherrenart ist darin die Rede. Andere nehmen Reinhard Renter in Schutz: »Er hat in Offenburg sehr viel erreicht, hatte deshalb Neider.« Die Generalstaatsanwaltschaft hat die Akten an die Staatsanwaltschaft Karlsruhe weitergeleitet, die gestern den Eingang bestätigte, ohne Renters Namen zu nennen. Jetzt werde geprüft, ob es einen Anfangsverdacht gibt. Eigentlich wäre laut Gremmelmaier Offenburg zuständig, doch sei dort die Nähe zu Renter zu eng.

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Zeitlich parallel
Das anonyme Schreiben tauchte just auf, als es um die weitere Zukunft von Reinhard Renter ging. »Im Innenministerium sehe ich für ihn auf absehbare Zeit keine Vakanz«, teilte Joachim Lautensack, Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft auf Anfrage der Mittelbadischen Presse mit.

Mittlerweile alle Stellvertreter-Posten vergeben, mit Ausnahme der in Offenburg. Den hätte eigentlich Franz Semling (51), Leiter des Führungs- und Einsatzstabs, bekommen sollen. Warum er noch nicht zum Zuge kam, ist offen. Das Innenministerium teilte auf die Frage, ob das mit Renter zusammenhängt, nur so viel mit: »Es gibt mehrere Bewerber, das Auswahlverfahren ist noch nicht abgeschlossen.«
Renter als Stellvertreter wieder in Offenburg? »Undenkbar, das passt nicht zu ihm«, sagen einige, die ihn gut kennen wollen. Doch so undenkbar scheint das nicht, denn das Innenministerium bestätigte auch, dass »bei entsprechender Eignung derjenige die besten Chancen hat, Präsident zu werden, der Stellvertreter war«.

Wie die Mittelbadische Presse erfuhr, wird in absehbarer Zeit die Stelle des Landeskriminalamts-Präsidenten (LKA) in Stuttgart vakant. Ambitionen könnte dem Vernehmen nach Alexander Pick hegen, seit 1993 Leiter der Polizeihochschule in Villingen-Schwenningen. Die anderen Polizeipräsidenten sind erst seit Juli im Amt, neue Wechsel unwahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund hätte Renter theoretisch die Möglichkeit, Nachfolger von Pick in Villingen-Schwenningen zu werden oder ans LKA zu wechseln.

Renter ist 57 Jahre alt. Mit 60 müssen Polizeibeamte in den Ruhestand, haben aber die Möglichkeit, ein bis drei Jahre dranzuhängen. Andererseits würde er sich finanziell als stellvertretender Präsident in Offenburg besserstellen als als Leitender Polizeidirektor, vom Prestige her wäre es aber ein Rückschritt. Reinhard Renter war gestern zu keiner Stellungnahme bereit.

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