Ortenau-Einsätze in Kehl und Rheinau

Schnakenplage marginal: 75 Tonnen für die Mückenbekämpfung

Autor: 
Matthias Jundt/dpa
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10. Juli 2018

©Ulrich Marx

75 Tonnen Eisgranulat, 25 Tonnen mehr als im Vorjahr, hat die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in diesem Jahr bereits eingesetzt. Die Schnakenplage ist laut Experten daher nur marginal. In der Ortenau sind die Einsatzkräfte wegen des niedrigen Rheinpegels meist zu Fuß unterwegs. Der Helikopter kam bislang nur einmal zum Einsatz - am vergangenen Samstag in Rheinau.

Die Bekämpfung der Stechmücken am Rhein läuft Experten zufolge bisher erfolgreich. »In den meisten Kommunen entlang der Rheinschiene kommen in der Fläche Schnaken nicht oder nur marginal vor«, sagte Norbert Becker, wissenschaftlicher Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs). »Wo früher um sieben oder acht Uhr abends 100 Stechmücken auftauchten, ist es derzeit vielleicht eine.« Gerade von Campern komme dafür Lob. Eine Plage sei bisher abgewendet worden.

Bekämpfung zu Fuß

In der Ortenau wurde die Stechmückenplage vor allem im Mai und in der ersten Junihälfte bekämpft, wie Thomas Weitzel gegenüber Baden Online sagt. »Wegen des niedrigen Rheinpegels waren wir vor allem zu Fuß unterwegs« erläutert der für die Ortenau zuständige Kabs-Gebietsleiter. Der Hubschrauber sei bislang nur in Rheinau am vergangenen Samstag im Einsatz gewesen. Es könnten aber weitere Hubschraubereinsätze folgen.

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Insgesamt wurden im vergangenen Jahr laut Kabs rund 6000 Hektar behandelt - eine Fläche ungefähr so groß wie 8400 Fußballfelder. Eingesetzt wurden etwa 75 Tonnen Eisgranulat, 25 Tonnen mehr als 2017. Das Eisgranulat enthält den biologischen Wirkstoff Bti, der den Darm der Mückenlarven zerstört und sie dadurch tötet. Das Einsatzgebiet der Kabs reicht vom Kaiserstuhl in Baden-Württemberg bis nach Hessen im Norden und Bingen im Westen.

Im Norden der Ortenau

»Derzeit wird in der Ortenau noch in Rheinau und in Kehl die Mückenplage bekämpft«, sagt Weitzel. In der Grenzstadt zu Straßburg gab es absichtliche Überflutungen, um den Grundwasserspiegel anzuheben. Daher müsse dort bekämpft werden. Die Kabs konzentrieren sich hierbei vor allem auf Jauchegruben, die als Brutstätte für Hausschnaken gelten. Diese Arbeit sei fast abgeschlossen.

Der Kampf gelte vor allem der asiatischen Buschmücke und der Tigermücke. Die mittlerweile in der Ortenau heimisch gewordenen  Tiere pflanzen sich laut Weitzel gerne in Regenfässern und Gießkannen fort: »Zur Bekämpfung verwendet man am besten Kulinex-Tabletten. Diese erhält man bei der Gemeinde.«

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