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Schüler streiken in Offenburg für den Klimaschutz

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 6 Minuten
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18. Januar 2019
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Schüler demonstrieren in Offenburg für einen besseren Klimaschutz. ©Bettina Kühne

Nach Schätzungen von Polizei und Veranstaltern haben gestern rund 500 Schüler auf dem Offenburger Rathausplatz gestreikt. Ab 11 Uhr trafen sie sich im Rahmen der bundesweiten Aktion »Fridays for Future«, um ein sofortiges Umdenken von Politik, Wirtschaft und Privatleuten zu fordern, damit der Klimawandel eingedämmt wird.

Die Schüler, die  für eine politische und wirtschaftliche Kehrtwende beim Klimaschutz demonstrierten, zeigten sich gestern über die große Teilnehmerzahl überrascht: Nach Schätzungen der Polizei nahmen auf dem Rathausplatz rund 500 Teilnehmer der weiterführenden Offenburger Schulen am Schulstreik »Fridays for Future« teil.

 

 

Die Plakate mit »Wir streiken, bis ihr handelt«, »Vieles ist möglich, wir müssen es tun« oder »There is no Plan(et) B« wogten zum Pfeifenkonzert über den Köpfen der Menge. Auch Baptist aus der achten Klasse des Grimmelshausen-Gymnasiums hatte ein Schild gebastelt. »Klimaschutz war mir schon immer wichtig«, sagt er: Wie viele anderen Streikteilnehmer aus dem Grimmels besucht er die Umwelt-AG, radelt zur Schule und sorgt dafür, dass das Licht aus und der Müll getrennt ist. 

An einem Laternenpfahl war eine Pappe mit der Aufschrift »Seit ich denken kann nur Gerede. Bravo!« zu sehen. Es gehörte einem Mann, der in seiner Freizeit den Schulstreik unterstützte. »Ich bin etwas älter, da kann man eine andere Botschaft bringen«, sagte der 36-Jährige.

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Beurlaubung beantragt

»Es ist wichtig, sich zu engagieren«, betont Antonia (13), ebenfalls vom »Grimmels«. Ob sie fürs Streiken bestraft werden, wissen sie und ihre Kameraden noch nicht. Die 13-Jährige hat ihr Bestes getan, um möglichst legal zu streiken: einen von den Eltern unterschriebenen Beurlaubungsantrag abgegeben und sich persönlich abgemeldet.

Dass sich die Offenburger Schulleiter in einer gemeinsamen Absprache gegen den Streik gewandt haben und an der Klosterschule morgens nochmals ein Appell des Schulleiters verlesen werden musste, der ausdrücklich von Sanktionen für die Besucherinnen des Schulstreiks sprach, enttäuschte die Schüler. Die junge Generation fühlt sich von den Verursachern der Klimakatastrophe im Stich gelassen, das kam bei den Redebeiträgen durch.

Die letzte Generation

»Weil uns das Recht auf Zukunft verweigert wird, sind wir hier«, sagte etwa Amelie. Und: »Wir sind die letzte Generation, die noch die Chance hat, den Klimawandel in den Griff zu bekommen.«

Jana sieht, dass man klein anfangen muss: »Deshalb ist unsere Forderung ein Zusammenschluss der Verkehrsbünde, ein 30 Euro-Monatsticket für den TGO-Kreis, kostenlose Samstage und eine bessere Verbindung in die Dörfer.«

Rednerin Jaana prangerte die Umweltzerstörung an und forderte wie alle Redner ein schnelles Handeln: »Wer seid ihr, uns unsere Zukunft zu klauen, nur um euren Wohlstand weiter auszubauen?« In einem anderen Redebeitrag hieß es: »Da Politik und Wirtschaft nicht gehandelt haben, sondern Profit über das Leben auf diesem Planeten gestellt haben muss jetzt radikal gehandelt werden und wenn in diesem System keine Lösung gefunden werden kann, sollte das System an sich überdacht werden.«

Gespannt warteten die erwachsenen Zaungäste, ob sich der Oberbürgermeister zeigen würde. Das tat er: Marco Steffens, seit fünf Wochen im Amt, hielt am Mikrophon ganz sachlich auch einer Gegenrede stand. Einer Jugendbeteiligung gegenüber zeigte er sich offen. Am Rande der Demo ermutigte er die Schüler, das Gespräch mit ihm zu suchen.

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