Ortenau

Schwarzwaldverein sucht in Kehl nach neuen Wegen

Autor: 
Antje Ritzert
Lesezeit 2 Minuten
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11. Oktober 2016

Mirko Bastian, Hauptgeschäftsführer des Schwarzwaldvereins, will die Angebote modernisieren und die Leistung des Vereins besser hervorheben. ©Antje Ritzert

Wer im Schwarzwald wandert, kommt um die rote Raute nicht herum. Doch selbst Einheimische wissen oft nicht, wer hinter dieser Wegemarkierung steckt. Das soll sich jetzt ändern: Der Schwarzwaldverein will selbstbewusster werden – und sich zeitgemäßer aufstellen.
 

»Wir tun viel Gutes, werden aber viel zu wenig wahrgenommen«, bedauerte Mirko Bastian aus Freiburg, Hauptgeschäftsführer des Schwarzwaldvereins, am Freitagabend bei der Regionalkonferenz in Kehl. Ihn plagen die gleichen Sorgen wie viele seiner Kollegen. Sinkende Mitgliederzahlen, wachsende Anforderungen von außen, eine zunehmende Überalterung im Verein und die schwindende Bereitschaft der Mitglieder, sich aktiv zu engagieren. »Agieren, bevor wir nur noch reagieren können«, sei deshalb Bastians Devise. Eine groß angelegte Mobilisierungskampagne über die nächsten Monate, bei der sich die Vereinsmitglieder auf verschiedenen Regionalkonferenzen treffen und über die Zukunft der Organisation beraten, soll die große Wende bringen.

Ergebnisse stimmen optimistisch

Die Ergebnisse der ersten Konferenz, die am Sonntag in Kehl stattfand, stimmen Mirko Bastian optimistisch: »Es war eine richtige Aufbruchsstimmung zu spüren«, sagte er zufrieden und ergänzte: »Uns ist klar geworden, dass wir das Rad nicht neu erfinden müssen. Wir müssen uns aber besser miteinander vernetzen und austauschen, um die Synergien der einzelnen Ortsgruppen mehr zu nutzen.«

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Die klassischen Handlungsfelder Wandern, Wege, Naturschutz, Heimatpflege, Jugend und Familie sollen erhalten bleiben, die einzelnen Angebote aber attraktiver gestaltet werden. Auch um neue Zielgruppen will sich der Verein bemühen: So könnten laut einem Ergebnis des Kehler Kongresses das Angebot für Mountainbiker ausgeweitet oder Wandertouren für behinderte Menschen eingeführt werden.

»Zigtausend Stunden«

Ganz massiv will der Verein außerdem an seiner Wahrnehmung in der Öffentlichkeit arbeiten. »Alle freuen sich über eine gute Beschilderung der Wanderwege im Schwarzwald, aber viele wissen gar nicht, von wem die kommt«, sagte Mirko Bastian. »Auch nicht, dass wir zigtausend Arbeitsstunden leisten, um so eine Infrastruktur in den Wald zu bringen. Damit dürfen wir ruhig etwas selbstbewusster umgehen.«

Etwa 24 000 Kilometer markierte Wanderwege gehen auf das Konto des Schwarzwaldvereins zurück, unzählige Sitzbänke, Schutzhütten und Aussichtspunkte. Der Verein restauriert zudem Baudenkmäler und kümmert sich um die Erhaltung von Ruinen. Mit 65 000 Mitgliedern in 220 Ortsgruppen ist er der zweitgrößte Verein dieser Art in Deutschland.

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