Ortenau

Sind Bankschließfächer in der Ortenau ein rares Gut?

Autor: 
Jens Sikeler
Lesezeit 3 Minuten
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19. Juni 2017
Es gibt nach Angaben der Banken Zehntausende Bankschließfächer in der Ortenau. Trotz einer stellenweise gestiegenen Nachfrage sind noch genügend leere Schließfächer vorhanden.

Es gibt nach Angaben der Banken Zehntausende Bankschließfächer in der Ortenau. Trotz einer stellenweise gestiegenen Nachfrage sind noch genügend leere Schließfächer vorhanden. ©Ulrich Marx

Die Ortenauer glauben offensichtlich, dass ihr Geld und ihre Wertsachen auch weiterhin zu Hause sicher sind. Die Nachfrage nach Bankschließfächern hat im Kreis nur in bescheidenem Rahmen zugenommen. 

Das Thema hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Es war gar von einem Run auf Bankschließfächer die Rede. Ganz so weit wollte Alexander von Schmettow vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse allerdings nicht gehen. Ein Ansturm gebe es nur punktuell. 

Von 457 auf 515 Einbrüche

»Die Nachfrage nach Bankschließfächern ist vor allem in den Großstädten groß«, hat sein Verband beobachtet. Von Schmettow führt das auf »eine Einbrauchswelle« zurück. Das Sicherheitsgefühl sei bei den Menschen zurückgegangen.

Tatsächlich ist die Zahl der Einbrüche auch in der Ortenau laut Polizeisprecher Patrick Bergmann von 457 im Jahr 2015 auf 515 im vergangenen Jahr gestiegen.

Er hat aber auch gute Nachrichten: Erstens sei die Aufklärungsquote mit 18,1 Prozent relativ gut und zweitens hofft die Polizei auf eine Trendwende, da die Zahlen in diesem Jahr stark zurückgegangen sind. 

Keine Auffälligkeiten

Nimmt man die Nachfrage nach Schließfächern als Maßstab, scheinen sich die Menschen in der Ortenau dennoch sicherer zu fühlen als die Berliner oder die Hamburger. »Bei der Nachfrage nach Schließfächern stellen wir keine Auffälligkeiten fest«, teilt etwa Kim Björn Himmelsbach, Sprecher der Sparkasse Hanauerland mit.

Und auch von Uwe Dohle, Sprecher der Sparkasse Offenburg, heißt es: »Die Nachfrage nach Schließfächern ist in den letzten Jahren recht konstant.« Auch bei der Volksbank Mittlerer Schwarzwald gibt es keine gestiegene Nachfrage. 

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Nur die Hälfte belegt

Die Kollegen von Andrea Martin von der Volksbank Ortenau verzeichnen dagegen momentan eine etwas höhere Nachfrage. »Ein Grund für die zunehmende Nachfrage nach Bankschließfächern ist sicherlich die Sorge vor Einbrüchen und Diebstählen«, bestätigt sie die Vermutung des Bankenverbandes.

Ganz ähnlich äußert sich Margot Bäuerle, Sprecherin der Sparkasse Haslach-Zell. »Wir gehen davon aus, dass die steigende Nachfrage auf den Wunsch, sein Eigentum vor Diebstahl zu schützen, zurückgeht.«
Bankschließfächer sind in der Ortenau kein rares Gut.

Gut ausgelastet

Selbst Banken wie die Volksbank Mittlerer Schwarzwald, die nach eigener Aussage gut ausgelastet ist, versichern, dass ihre Kunden nicht lange auf ein Bankschließfach warten müssen. Bei der Sparkasse Offenburg ist sogar nur die Hälfte der Schließfächer belegt. 

In verschiedenen Medien war zu lesen, dass die Menschen wegen niedriger Zinsen und Währungsrisiken ihr Geld lieber in ein Schließfach packen als auf einem Konto zu lassen. Von dieser These hält von Schmettow nicht viel. »Die Bundesbank sagt, dass das nicht der Fall ist.« Die Intitution begründe das mit dem Bargeldumsatz.

Es gelte das Bankgeheimnis

Würden die Leute signifikant mehr Bargeld horten, hätte der Umsatz laut dem Sprecher steigen müssen. Dem sei aber nicht so. Auch keine der Ortenauer Banken, bei der die Mittelbadische Presse angefragt hat, glaubt, dass ihre Kunden jetzt vermehrt Bargeld oder Edelmetalle in ihren Schließfächern bunkern. 

Was genau dort lagert, können die Banken aber nicht sagen. Für die Schließfächer gelte das Bankgeheimnis, versichern sie unisono. 

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