Kredite schaffen Werte

So stellt sich die Volksbank in der Ortenau auf die Krise ein

Autor: 
Michael Haß
Lesezeit 4 Minuten
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02. Juni 2020

Die Volksbank in der Ortenau mit Sitz in Offenburg ist eine der größten Zahlungsverkehrsbanken in Deutschland. Dabei spielen die digitalen Bankfunktionen eine immer größere Rolle. ©Volksbank in der Ortenau

Die Mittelbadische Presse stellt im Rahmen der Serie „Wir sind systemrelevant“ Unternehmen aus der Ortenau vor. Die Volksbank in der Ortenau vergibt in der Krise deutlich mehr Kredite als zuvor und schafft damit Werte. 

Die Bevölkerung kann auch in der Corona-Krise darauf vertrauen, dass sie von der Volksbank in der Ortenau mit Dienstleistungen versorgt wird. „Wir fahren unter Volllast bei der Vergabe von Krediten für den Mittelstand und sichern so die Liquidität und die Stabilität unserer Firmenkunden und leisten einen enormen Beitrag zur Rettung vieler Arbeitsplätze“, verdeutlicht Vorstandsvorsitzender Markus Dauber und betont: „Die öffentlichen Hilfsprogramme spielen dabei nur eine Rolle – die von der Volksbank bereitgestellte Liquidität ist um das x-Fache höher.“ Die Systemrelevanz eine der größten Genossenschaftsbanken in Baden-Württemberg zeigt sich auch in der Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs, der digitalen Bankfunktionen, der Bargeldversorgung über Geldautomaten, Bargeldentsorgung, des bargeldlosen, kartengestützten Zahlungsverkehrs im stationären Handel sowie des Zahlungsverkehrs im eCommerce. „Pro Jahr wickeln wir über 230 Millionen Transaktionen mit einem Umsatzvolumen von rund 13 Milliarden Euro ab und zählen zu den größten Zahlungsverkehrsbanken in Deutschland.“

Seit Beginn der Corona-Krise im März hat sich bei der Volksbank einiges verändert. Im Kreditgeschäft werden Sonderschichten eingelegt, um Kundenanfragen zu beantworten und Kredite schnell und unbürokratisch zu bewilligen. „Wir vergeben jeden Kredit, der vertretbar ist. Eines ist aber klar: nicht jeder Kunde ist für die Kreditprogramme der KfW geeignet.“ Zur Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern wurde der Publikumsverkehr vorübergehend eingeschränkt. Zugang zur Filiale gab’s nur in Ausnahmefällen. Seit dem 21. April sind alle Filialen wieder für den Publikumsverkehr, unter Wahrung der Abstands- und Infektionsschutzregeln, geöffnet. 

Notfallteam tagt täglich

Dabei werden sehr viele Beratungen über Telefon oder Videoberatung durchgeführt. Im Kunden-Dialog-Center hat sich die Zahl der Anrufe verdoppelt. Derzeit werden acht von zehn Anfragen direkt erledigt. Ein Viertel der Mitarbeiter arbeitet von zu Hause. Um Abstandsregeln in den Teambüros umzusetzen, wurden Abteilungen auf verschiedene Standorte verteilt. Besprechungen sowie Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen finden aktuell mittels Web-Konferenztechnologie statt. Jeden Morgen tagt im sogenannten „virtuellen Sitzungszimmer“ das Notfallteam und koordiniert die notwendigen Maßnahmen. Dabei läuft das Fusionsprojekt zwischen den Volksbanken in der Ortenau und Schwarzwald Baar unverändert weiter. Das fusionierte Unternehmen, das sich Volksbank im Südwesten nennen wird, gehört mit einer Bilanzsumme von 8,1 Milliarden Euro dann zu den zehn größten Genossenschaftsbanken in Deutschland.

Was benötigen Banken von der Politik, um die Krise zu meistern? „Vertrauen, Anerkennung und Wertschätzung“, wünscht sich Volksbankchef Markus Dauber. In der Ortenau als der industriestärkste Landkreis am Oberrhein erwirtschaften über 99 Prozent aller Unternehmen „in normalen Zeiten“ einen Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro. „Wir stellen diesem Mittelstand rund 60 Prozent aller Kredite bereit – und das seit Jahrzehnten und über Generationen hinweg.“ 

Ende der galoppierenden Staatsschulden

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Markus Dauber hofft auf ein Ende der weltweit galoppierenden Staatsschuldenpolitik, die ursächlich für die Negativzinspolitik der Zentralbanken sei und fordert statt der populären Subventionspolitik mehr nachhaltige Investitionspolitik.

„Die Finanzkrise 2008/2009 war nicht die Ursache, sondern die Folge einer Staatsschuldenkrise. Die aktuellen Verwerfungen an den Finanzmärkten und mögliche sehr hohe Belastungen in den Bilanzen der Banken durch Wertberichtigungen sind nicht ursächlich, sondern die Folge der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Rezession.“

Besser aufgestellt als andere

Firmen verlieren derzeit ihre Bonität. Es gibt Insolvenzen. Können Banken dadurch in Schieflage geraten? Markus Dauber stellt klar: „Wer vor der Krise hinsichtlich Ertrags- und Kapitalkraft schon geschwächt war, wird es jetzt hinsichtlich der eigenen Zukunftsfähigkeit schwer haben.“ Die Volksbank in der Ortenau sei hinsichtlich Wachstum, Ertrag und Kapital eine der erfolgreichsten Volksbanken in Deutschland. „Von daher sind wir hier sicherlich deutlich besser aufgestellt als andere, rechnen aber ebenfalls mit deutlich höheren Wertberichtigungen als in den Vorjahren.“

Entscheidend wird sein, ob Banken „business as usual“-fähig bleiben, inwiefern sie also ihr reguläres Kreditgeschäft aufrechterhalten können.  800 Millionen Euro stellt die Volksbank in der Ortenau jährlich Unternehmen und Privatpersonen als Kredite zur Verfügung. „Unser Kreditportfolio ist in den vergangenen fünf Jahren jeweils zweistellig, deutlich stärker und mit Kunden mit deutlich besserer Bonität, exzellenten Branchenmix und auch größerer regionaler Verteilung als bei anderen Banken gewachsen.“ 

Kreditpolitik auf Kurs

„Es gibt keinen Grund, unsere sehr erfolgreiche Kreditpolitik zu verändern.“ Bei den Kreditentscheidungen spielt der Grad der Absicherung eine nachgelagerte Rolle. „Wir geben keine Kredite, um am Ende Sicherheiten verwerten zu müssen. Sondern wir geben Kredite an Menschen, die mit der von uns bereitgestellten Liquidität Werte schaffen, Investitionen tätigen, Innovation betreiben, Arbeitsplätze sicherstellen und Wohnraum ermöglichen.“
 

Info

Volksbank in der Ortenau

  • Vorstand: Markus Dauber (Vorsitzender), Clemens Fritz, Andreas Herz
  • Bilanzsumme: 3,45 Milliarden Euro
  • Forderungen an Kunden: 2,7 Milliarden Euro
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kunden: 2,27 Milliarden Euro
  • Kunden: 122 000
  • Mitarbeiter: 483
  • Auszubildende: 28
  • Gründungsjahr: 1864

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