Deutsch-französische Großfahndungen an der Grenze

So will die Bundespolizei illegaler Migration Herr werden

Autor: 
Matthias Jundt
Lesezeit 2 Minuten
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22. Juni 2018
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©Archiv/Ulrich Marx

Deutsche und französische Polizisten und Bundespolizisten haben am Donnerstagabend eine mehrstündige Fahndung an der Grenze auf deutscher Seite durchgeführt. Ziel der Aktion, bei der auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde, war die Bekämpfung illegaler Migration sowie  grenzüberschreitender Betäubungsmittel-, Waffen- und Eigentumskriminalität. Künftig soll es derartige Einsätze  - so wie an der schweizer Grenze - regelmäßig geben.

Die Bundespolizei Offenburg hat am Donnerstag im grenznahen Raum zu Frankreich in Kehl, Schwanau-Nonnenweier, Biberach, Iffezheim, Gaggenau und Neuried eine mehrstündige Fahndung durchgeführt. Ziel der Aktion war nach Angaben der Beamten die Bekämpfung illegaler Migration sowie  grenzüberschreitender Betäubungsmittel-, Waffen- und Eigentumskriminalität. 

Deutsch-französische Zusammenarbeit

Neben Einsatzkräften der mobilen Kontroll- und Überwachungseinheiten der Freiburger Bundespolizei sowie Fahndungsbeamten der Offenburger Inspektion, beteiligten sich an der Aktion auch Beamte ded Offenburger Polizeipräsidiums und Einsatzkräfte der französischen Grenzpolizei sowie der Gendarmerie. Zum Einsatz kam auch ein Hubschrauber der Bundespolizeifliegerstaffel aus Oberschleißheim, der mobile Kontrolleinheiten im Rahmen dieser speziellen Art von Schleierfahndung zwischen den Kontrollstellen im Ortenaukreis und im Kreis Rastatt transportierte.

Die Bundespolizei schreibt in ihrer Mitteilung weiter, dass im Ergebnis eine "Vielzahl an Feststellungen" getätigt werden konnte. Hervorzuheben seien die behördlich angeordnete Beschlagnahmung von zwei Führerscheinen zur Durchsetzung von Fahrverboten bei Kontrollen an der B462 bei Gaggenau im Bereich des Grenzübergangs Altenheim. Außerdem seien verbotene Einhandmesser, die zwei Autofahrer griffbereit im Fahrzeug hatten, sichergestellt worden.

Wer sind illegale Migranten?

Illegale Migranten wurden nicht gefunden, wie Dieter Hutt, Pressesprecher der Bundespolizei gegenüber Baden Online sagt. Zu diesen gehören Menschen ohne Pass oder Visum, aber auch Personen, die beispielsweise in Frankreich eine Asylbescheinigung haben. Diese dürften sich dann ausschließlich im Nachbarland, aber nicht in Deutschland, aufhalten.

Menschen, die keine Papiere mit sich führen, aber angeben, Asyl beantragen zu wollen, werden laut Hutt zum Bahnhof in Offenburg gebracht. Dort erhalten sie ein Zugticket, um zur Landeserstaufnahme für Flüchtlinge nach Karlsruhe zu fahren und ihren Antrag einreichen zu können. "Die meisten kommen auch an", sagt der Pressesprecher der Bundespolizei. Einige würden aber auch weiterfahren: "Das können wir aber nicht überprüfen", sagt Hutt weiter.

Weitere Großfahndungen geplant

Großfahndungen wie die am Donnerstag würden an der Schweizer Grenze regelmäßig durchgeführt. "An der französischen Grenze ist es erst die zweite", sagt Hutt. Die erste fand am 27. April statt. Für die Zukunft seien weitere Großfahndungen - dann auch in Frankreich selbst - geplant.

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