"Leser helfen"

So wohnen Mütter und ihre Kinder im Haus des Lebens

08. November 2017
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Im Haus des Lebens in Rammersweier herrscht Renovierungsstau. Die Möblierung im Wohnhaus hat vier Jahrzehnte auf dem Buckel. Ein Teil der Spende unserer Weihnachtsaktion »Leser helfen« soll daher für die dringend benötigte Neuanschaffung von Möbeln verwendet werden.

Die Mittelbadische Presse unterstützt mit der Aktion »Leser helfen« das Haus des Lebens in Offenburg-Rammersweier. Die Einrichtung für zum Teil minderjährige Mütter mit ihren Kindern und Schwangere benötigt dringend neue Möbel für das Wohnhaus. Für eine Sanierung wären pro Zimmer etwa 5600 Euro notwendig. 

Denn seit Gründung des Lebenshauses im Jahr 1991 lebt man dort noch mit dem Mobiliar der ehemaligen Gaststätte. Da macht sich schon ein gewisser Charme von altbacken, verbraucht und gebraucht breit.

 »Das Wichtigste hier ist die Erstausstattung«, sagt Manuela Blümel, Fachbereichsleiterin Wohnhaus. Schrank, Bett, Wiege, Wickeltisch und kleines Regal sind vorhanden. In den kleinen Zimmern, die sich Mama und Kind teilen, steht aber alles bunt zusammengewürfelt. Das Mobiliar hat zudem mindestens 30 bis 40 Jahre auf dem Buckel. Reichlich Gebrauchsspuren zieren die dunkelbraunen oder blauen Möbel. »Unser Hausmeister Josef Roth hat Geschick und Ideen«, so Andrea Bitsch-Doll, Fachbereichsleiterin des Kinderhauses. »Er repariert viele Dinge, die man normalerweise wegwerfen würde.« Fliesen oder PVC-Platten bedecken die Böden. 

 

 

Einstige Fremdenzimmer

Das Wohnhaus ist in zwei Bereiche unterteilt. Im Haus »Miriam« hat jedes Zimmer eine Nasszeile, erklärt Andrea Bitsch-Doll. Die stammten noch aus den einstigen »Fremdenzimmern«.  Im Haus »Anna« teilen sich die Bewohnerinnen pro Etage ein Gemeinschaftsbad. Jede Mutter ist für ihr Zimmer selbst verantwortlich. Sie erhält Hilfe, das zu erlernen. Das Gleiche gilt für Wäschepflege.  

Drei Mahlzeiten werden in der Lehrküche für alle zubereitet. Zusammen zu essen ist für viele ein Novum. Die meisten jungen Mütter kommen aus Verhältnissen, wo sie nie gelernt haben, wie ein Haushalt geführt wird oder was Sorgfalt und Zuwendung bedeuten. Das hatte mit Vernachlässigung, oder im Fall der Schwangerschaft, oft mit Missachtung der Familie zu tun. »Wir hatten hier bereits 13-, 14- oder 15jährige schwangere Mädchen oder Mamas«, schildern die Betreuerinnen. »Das Jugendamt weist uns die Frauen zu.« 

Marie ist 24 und Mutter von Zwillingen im Alter von 17 Monaten. »Micele versucht an der Hand zu laufen, Luca hat schon sechs Zähnchen«, lächelt die junge Frau schüchtern. Warum sie im Haus des Lebens sei? »Weil ich Unterstützung im Alltag brauche, die Eltern können das nicht leisten«, geht ihr Blick nach unten. Hilfe und Schutz, aber auch ein »lebenserweitertes Lernen«, sind Programm im Haus des Lebens.Eine Beziehung zum Kind aufzubauen, eine Ausbildung zu erlernen, gehört dazu. Vergangenen Montag ist ein Kind geboren worden, es wird im Haus des Lebens geschützt und behütet aufwachsen. Es wäre schön, wenn den Kleinen ein freundliches Umfeld erwartet. Die Spenden unserer Leser werden unter anderem eins zu eins für neues Mobiliar im Wohnhaus eingesetzt.

Spenden für »Leser helfen«

Autor:
Ursula Gross

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