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So kann die Soforthilfe online per Formular beantragt werden

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Von unserer Redaktion
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25. März 2020

Die Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein, hier der Sitz in Freiburg, übernimmt gemeinsam mit der Handwerkskammer Freiburg die Prüfung der Anträge auf Soforthilfe in der Region. ©IHK

Die finanziellen Soforthilfen des Landes Baden-Württemberg etwa für Unternehmen sollen möglichst schnell bei den Betroffenen ankommen. Die Prüfung der Anträge übernehmen die Industrie- und Handels- sowie die Handwerkskammern.

Um die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bei den baden-württembergischen SoloSelbstständigen, Unternehmen und Angehörigen der Freien Berufe abzufedern,  hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg ein Soforthilfeprogramm aufgelegt: Gewerbliche Unternehmen, Sozialunternehmen und Angehörige der Freien Berufe, die sich unmittelbar infolge der Corona-Pandemie in einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Lage befinden und massive Liquiditätsengpässe erleiden, werden mit einem einmaligen, nicht rückzahlungspflichtigen Zuschuss unterstützt. Das schreibt die Industrie- und Handelskammer  (IHK) Südlicher Oberrhein und die Handwerkskammer Freiburg in Pressemitteilungen.

Geld soll schnellstmöglich bei Betroffenen ankommen

Demnach werden die Industrie- und Handels- sowie die Handwerkskammern im Land die Prüfung der Anträge auf Soforthilfe übernehmen – damit das Geld so schnell wie möglich bei den Betroffenen ankommt.

„Wir sind der Landesregierung dankbar, dass sie die so dringend notwendige finanzielle Unterstützung für die Wirtschaft bereitstellt“, sagt  Dieter Salomon, Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein. „Natürlich sind wir jetzt sofort bereit, alles zu tun, damit die Hilfe so rasch wie möglich bei unseren Betrieben ankommt.“ Deswegen  habe Salomon der sogenannten Plausibilitätsprüfung in der Kammerarbeit, neben der Beratung der Betriebe, oberste Priorität eingeräumt: „Rund zwei Drittel unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, also beinahe 70 Personen, werden ab Mittwoch an unseren Standorten in Freiburg, Lahr und Offenburg sowie aus dem Home-Office die Anträge prüfen“, sagt Dieter Salomon laut der Pressemitteilung. 

Schnelle Prüfung

Und auch die Lösung des vollelektronischen Workflows, den alle Industrie- und Handels- sowie die Handwerkskammern in Baden-Württemberg nutzen, komme von der IHK Südlicher Oberrhein in Zusammenarbeit mit der IHK Stuttgart. „Bei der Umsetzung war uns wichtig, dass die Prüfung wenig Zeit in Anspruch nimmt“, erläutert Jens Fröhner, Leiter der Stabstelle Digitalisierung und Organisationsentwicklung bei der IHK Südlicher Oberrhein. „Außerdem freuen wir uns, dass wir hier mit allen 20 IHKs und HWKs im Land eine gemeinschaftliche Lösung organisiert haben.“ 

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Mitarbeiterzahl ist ausschlaggebend

Zur Bestimmung der Mitarbeiterzahl, die für die Höhe der Soforthilfe des Landes Baden-Württemberg wichtig ist, erklärt Salomon: „Die Mitarbeiterzahl wird in Jahresarbeitseinheiten angegeben. Das heißt: Jeder, der in einem Unternehmen oder auf Rechnung dieses Unternehmens während des gesamten Berichtsjahres einer Vollzeitbeschäftigung nachgegangen ist, zählt als eine Einheit. Für Teilzeitbeschäftigte, Saisonarbeitskräfte und Personen, die nicht das ganze Jahr gearbeitet haben, ist der jeweilige Anteil auf die Einheit anzurechnen.“ In der Mitarbeiterzahl nicht enthalten sind Auszubildende oder in der beruflichen Ausbildung stehende Personen, die einen Lehr- beziehungsweise Berufsausbildungsvertrag haben. 

Enorme Verunsicherung

Bei den Handwerksbetrieben sei die Verunsicherung aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie enorm, sagt Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg. „Auch bei Betrieben, die noch geöffnet sein dürfen, brechen Umsätze weg, Aufträge werden storniert oder für die kommenden Wochen nicht mehr erteilt. Dazu kommt die Sorge um das Personal und das ständige Risiko einer Betriebsschließung. Deshalb sind wir der Landesregierung dankbar, dass sie mit Hochdruck daran arbeitet, finanzielle Unterstützung bereitstellen zu können“, sagt Ullrich laut der Pressemitteilung der Handwerkskammer Freiburg.

Hohe vierstellige Summe

„Die Handwerkskammer Freiburg hat alle verfügbaren Mitarbeiter für die Bewältigung des anzunehmenden Ansturms geschult und entsprechend technisch ausgestattet“, sagt Ullrich. Er rechne damit, dass sich eine hohe vierstellige Summe an Betrieben melden wird. „Unsere Mitarbeiter an der eingerichteten Corona-Hotline haben in den letzten Tagen mehrere tausend Anrufe bearbeitet. Wir rechnen damit, dass in etwa genauso viele Betriebe am Ende einen Antrag stellen werden.“

Es sei gut, dass die Soforthilfen nun so rasch beschlossen worden sind. Es zeige sich, dass die vielen Appelle der Handwerksorganisationen bei der Regierung Früchte getragen haben. „Wir werden unseren Teil dafür tun, damit diese Hilfe jetzt so schnell wie möglich auch bei den Betrieben ankommt“, führt Ullrich laut der Pressemitteilung weiter aus.

Info

Die Höhe der Soforthilfe berechnet sich nach der Mitarbeiterzahl

Die Soforthilfe, die das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg aufgelegt hat, ist laut der Pressemitteilung der Handwerkskammer Freiburg in folgende drei Stufen aufgestaffelt.
Die Höhe der Soforthilfe richtet sich nach der Beschäftigtenzahl der Unternehmen und beträgt für drei Monate insgesamt bis zu:

◼ 9.000 Euro für antragsberechtigte Solo-Selbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu fünf Beschäftigten.

◼ 15 000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu zehn Beschäftigten.

◼ 30 000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten.

Die Anträge auf Soforthilfe können ab Mittwochabend ausschließlich und damit bürokratiearm in einem vollelektronischen Prozess online eingereicht werden, heißt es in der Pressemitteilung der Handwerkskammer Freiburg.
 

Info

So kann die Soforthilfe online per Formular beantragt werden

Anträge können von gewerblichen und Sozialunternehmen, von Soloselbstständigen und von Angehörigen der Freien Berufe, einschließlich Künstler/innen mit bis zu 50 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) gestellt werden, die ihren Hauptsitz in Baden-Württemberg haben. Das schreibt die IHK Südlicher Oberrhein in einer Pressemitteilung.
Für die Antragsteller laufe das Prozedere in wenigen Schritten wie folgt ab:

◼ Zunächst muss das entsprechende Formular im Internet von der Webseite des Ministeriums unter www.wm.baden-wuerttemberg.de (die Homepage wird am Mittwoch um 18 Uhr freigeschaltet) herunterladen werden.
Sodann muss das Formular ausgefüllt, ausgedruckt und dann unterschrieben werden. „Die Unterschrift ist wichtig und verbindlich“, sagt Dieter Salomon, Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein. „Sie gilt als eidesstattliche Versicherung, dass der Antragsteller auch wirklich berechtigt ist, den Zuschuss in entsprechender Höhe zu erhalten. Ohne Unterschrift können wir den Antrag nicht weiterleiten.“

◼ Das unterschriebene Gesuch müssen die Betriebe dann einscannen oder abfotografieren und bei www.bw-soforthilfe.de wieder hochladen. „In dieser Sekunde landet das Formular direkt bei unseren Mitarbeitern und wird nach positiver Prüfung an die L-Bank weitergeleitet, die dann das Geld auszahlt“, sagt Salomon. Zur Schnelligkeit des Verfahrens können auch die Antragsteller selbst beitragen. „Geben Sie Ihre IHK- oder HWK-Mitgliedsnummer ein. So finden wir Sie sofort in unseren Systemen, das beschleunigt die Bearbeitung enorm“, so die Pressemitteilung.
 

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