Ein Eigengewächs folgt

Sparkasse Offenburg: Helmut Becker feierlich verabschiedet

Von Michael Haß
Lesezeit 3 Minuten
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23. November 2022
Mit einem Festakt wurde Helmut Becker als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Offenburg/Ortenau verabschiedet (von links): Jürgen Riexinger, Ute Wolf-Becker, Helmut Becker, Peter Schneider, Marco Steffens und Alexander Meßmer.

Mit einem Festakt wurde Helmut Becker als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Offenburg/Ortenau verabschiedet (von links): Jürgen Riexinger, Ute Wolf-Becker, Helmut Becker, Peter Schneider, Marco Steffens und Alexander Meßmer. ©Jigal Fichtner

Mit Jürgen Riexinger wird ein Eigengewächs neuer Chef der Sparkasse Offenburg/Ortenau. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Helmut Becker geht nach zwölf Jahren in den Ruhestand.

Offenburg. "Ich würd’s wieder machen“, sagte Helmut Becker am Ende des dreistündigen Festaktes am Dienstagabend anlässlich seiner Verabschiedung als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Offenburg/Ortenau. Ein kurzes Winken zu den rund 100 Gästen in der Reithalle und dann verlässt er das Rampenlicht und übergibt die Verantwortung über eines der eigenkapitalstärksten Geldhäuser in Baden-Württemberg an seinen Nachfolger Jürgen Riexinger. Zuvor gab es jede Menge Komplimente an den gebürtigen Franken, über den Offenburgs Oberbürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzender Marco Steffens sagt: „Offenburg und Sie waren das perfekte Match.“

Denn unter der Regie von Helmut Becker entwickelte sich die Sparkasse Offenburg/Ortenau zu einem der größten Kreditinstitute in der Region. Die Bilanzsumme wuchs in den vergangenen zwölf Jahren von 3,8 auf 5,3 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen stiegen von 2,6 auf 3,9 Milliarden Euro und das Kreditvolumen wuchs von 2,0 auf 3,4 Milliarden Euro. Die Zahlen beeindrucken. Oder wie Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg in einer launigen Rede sagte: „Sie waren ein hervorragender Navigator, der das Schiff auch in stürmischen Zeiten, wie die Finanzkrise, Inflation oder Herausforderungen, wie Digitalisierung immer wieder in den sicheren Hafen lotste.“

Hohes Eigenkapital

Dafür bekam der 62-Jährige die Sparkassen-Medaille aus Gold überreicht. Schneider betonte, dass die Sparkasse Offenburg/Ortenau überdurchschnittlich gute Zahlen im Verbund der 50 Sparkassen in Baden-Württemberg vorweist und ein hohes Eigenkapital erwirtschaftet hat. „Sie haben den dienenden Charakter der Sparkasse gegenüber den Kunden nie aus den Augen verloren.“

Ob „Kapitän“, „Steuermann“, „Taktgeber“ oder „Lotse“, die Synonyme für Beckers Tätigkeit als Sparkassenchef sprechen für sich. Immer wieder zollten die Gäste in der Reithalle der erfolgreichen Bilanz von Helmut Becker Applaus. Zwischendrin ließen sie es sich mit einem Menü von Sternekoch Martin Hermann vom Dollenberg gutgehen.

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Dass die Sparkasse Offenburg/Ortenau tief in der Region verwurzelt ist, verdeutlicht das Engagement der Regionalstiftung, die seit Gründung im Jahr 2011 über 1500 Vereine und Organisationen 16 Millionen Euro spendete.

Zu den großen Projekten in der Amtszeit von Helmut Becker gehörte der Neubau des Kundenzentrums sowie das 175-jährige Jubiläum und zahlreiche Konzerte. Oberbürgermeister Steffens betonte die Kooperationen mit dem französischen Kreditinstitut „Caisse d‘Epargne“ und mit der Südtiroler Sparkasse in Bozen. „In Zeiten von Negativzinsen konnten Anlagekunden an die Südtiroler Sparkasse vermittelt werden um die Erhebung von Verwahrentgelten zu vermeiden.“ Dass mit den beiden ausländischen Kreditinstituten ein trinationaler Kreditvertrag abgeschlossen wurde, ist, so Steffens, „einmalig in der Sparkassengeschichte“

Aus Krisen gelernt

Helmut Becker ließ seine Vorstandsjahre Revue passieren und erzählte, wie er 1999 in den Vorstand der Kreissparkasse Köthen in Sachsen-Anhalt berufen wurde. „Zehn Jahre nach der Wende habe ich viele Insolvenzen erlebt und zum ersten Mal ein Inkasso-Unternehmen beauftragt.“ Aber aus jeder Krise sei das Kreditinstitut stärker hervorgegangen.

In Offenburg habe er seine Vorstandskollegen überzeugen müssen, auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen. „Alles außerhalb von Baden war terra inkognita.“ Seinem Nachfolger Jürgen Riexinger empfahl Becker, nicht in seine Fußstapfen zu treten. „Dann können Sie besser überholen.“

Neues zweites Vorstandsmitglied wird der bisherige dritte Vorstand Alexander Meßmer. Jürgen Riexinger ist zuversichtlich, dass auch die Stelle des dritten Vorstandes zeitnah besetzt wird.

Zur Person

Helmut Becker und Jürgen Riexinger

Helmut Becker: Geboren 1961 in Bad Brückenau. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann in Bad Kissingen und dem Studium der Betriebswirtschaftslehre arbeitete er bei der Dresdner Bank und Raiffeisen-Volksbank Mainz. 1999 wurde Becker in den Vorstand der Kreissparkasse Köthen in Sachsen-Anhalt berufen und übernahm 2002 dort den Vorsitz. 2008 wurde er stellvertretender Vorstandschef der Sparkasse in Zwickau und wechselte 2010 nach Offenburg.

Jürgen Riexinger: Geboren 1968 in Oberkirch. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann bei der damaligen Sparkasse Renchtal/Oberkirch bildete er sich zum Sparkassenbetriebswirt weiter und qualifizierte sich durch das Studium zum Diplom-Sparkassenbetriebswirt für Führungspositionen. 2002 wurde Riexinger stellvertretender Bereichsleiter im Firmenkundenzentrum Lahr und ab 2008 Bereichsleiter des Unternehmenskundenzentrums. 2013 wurde er in den Vorstand der Sparkasse berufen. Seit 2021 ist er stellvertretender Vorstandsvorsitzender und ab dem 1. Dezember 2022 Chef der Sparkasse Offenburg/Ortenau.

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