Roboter »Sweaty« kickt

Hochschule will Vize-Titel im Robo-Fußball-Weltcup sichern

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red/bek
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15. Juni 2018

Will wieder Vize werden: Sweaty zählt mit seinem Niedlich-Faktor bei der Roboter Fußball-WM laut seinem Team von der Hochschule Offenburg außerdem zu den schönsten Robotern. ©Hochschule Offenburg

Ab Sonntag findet der Roboter-Fußball-Weltcup statt. Von der Offenburger Hochschule treten zwei Teams in Montréal an, um ihren Vize-Weltmeistertitel zu verteidigen. Ihre »Spieler« haben sie hierfür weiter überarbeitet.

Zehn Kisten voller Roboter und Werkzeug, dazu eigene Koffer und Rucksäcke – die Offenburger Hochschulteams »Magma« und »Sweaty« schleppen Material aus der Ortenau nach Kanada. Heute, Freitag, reisen die 24 Angehörigen beider Teams in die Millionenstadt Montréal, wo vom 17. bis 22. Juni die 22. Auflage des Roboter-Soccer-Worldcup ausgetragen wird. 

Die Offenburger Teams starten dabei als Vizeweltmeister in ihren jeweiligen Ligen in den Wettkampf. In der Vorbereitung gewann das Team Magma im April das Roboterfußball-Turnier der Simulationsliga auf der Robotica in Portugal. In Montréal möchte man als amtierender Vizeweltmeister näher zum übermächtigen Team aus den USA aufrücken, sagt Teamleiter Professor Klaus Dorer: »Unser Ziel ist es, den Abstand zu halbieren, sodass eine Weltmeisterschaft 2019 in greifbare Nähe rückt.« Die Fortschritte in der Vorbereitung seien »ziemlich positiv«,, verrät Dorer. Die simulierten Roboter lernten, aus vollem Lauf zu schießen. »Magma Offenburg« ist damit das erste Roboterteam der Liga, das diese Fähigkeit beherrscht. 

Sweaty, der inzwischen berühmte Fußball spielende humanoide Roboter der Hochschule Offenburg, hat 2014 erstmals an der RoboCup Weltmeisterschaft teilgenommen. 2016 errang Sweaty den Platz als Vizeweltmeister – und konnte den Titel im Jahr 2017 verteidigen. Auch dieses Jahr strebt das Team um Professor Ulrich Hochberg dieses Ziel an. 

Technologisch sei der Roboter gut aufgestellt. Sweaty hat neue Füße bekommen. »Damit sind bessere, menschenähnliche Bewegungen möglich. Der neue Fuß kann den Vorderfuß abrollen, außerdem ist der Zehenbereich flexibel«, erklärt Projektleiter Hochberg. Allerdings musste die Software angepasst werden. Für Schrecken im Vorfeld sorgte Schienbeinbruch. Auch wurde die Vorbereitungszeit genutzt, um gezieltere Schüsse zu üben.  

Hoher Aufwand

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»Die Konkurrenz ist sehr gut aufgestellt, aber Sweaty hat das Potenzial für mindestens den dritten Platz – und wir streben natürlich nach mehr«, erklärt Professor Michael Wülker. Als Favorit gilt Roboter NimbRo der Universität Bonn. IRC von der iranischen Azad-Universität, der sich Sweaty im Vorjahr nur knapp geschlagen geben musste tritt an. Unbekannt ist bislang der neue Konkurrent Walker von der Universität Peking in China. Auch HERoEHS aus Südkorea ist schwer einzuschätzen; das Bewerbungsvideo zeigt ihn nur beim Skifahren. 

»Allerdings betreiben die Teams einen finanziellen und personellen Aufwand, der den unseren bei Weitem übersteigt. Dass wir trotzdem mithalten können, macht uns stolz«, so Hochberg. »Die mechanische Struktur von Sweaty ist grundsätzlich anders als die der anderen Roboter und hat viel Potenzial«, sagt der Sweaty-Projektleiter. Aber: »Den Weltmeistertitel werden wir wohl erst im kommenden Jahr angreifen können.«

Für Probleme gerüstet

Sowohl das Team Sweaty als auch das Team Magma verwenden die gleiche Entscheidungssoftware. Während Sweaty mit Stahl, Motoren und Prozessoren live antritt, arbeitet das Team Magma mit simulierten Nao-Robotern.  

Im vorigen Jahr waren Störungen im W-LAN mitverantwortlich für das Scheitern von Sweaty im Finale, Schiedsrichterbefehle wurden nicht korrekt übermittelt. Da die Probleme weder davor noch danach je aufgetraten, gibt es nun ein zweites Netzwerk und Messgeräte, um das Problem notfalls identifizieren zu können.

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