Ortenau/Südwesten

Tausende demonstrieren für Klima-Schutz – 2000 in Offenburg

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dpa/ba
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20. September 2019
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(Bild 1/3) Rund 2000 Menschen sind laut Polizei beim Demonstrationszug durch die Offenburger Innenstadt mitgelaufen. ©Ulrich Marx

Mehrere Tausend Menschen haben sich in zahlreichen Städten im Südwesten zu Klima-Demos versammelt. Zur voraussichtlich größten Veranstaltung in Freiburg kamen nach Schätzung der Polizei etwa 20.000 Teilnehmer. In Offenburg wurden 2000 Menschen gezählt.

Mehrere Tausend Aktivisten haben sich in zahlreichen Städten im Südwesten zu Klima-Demos versammelt. In Freiburg kamen nach Schätzung der Polizei am Freitag mehr als 20.000 Menschen zu Kundgebungen und einem Demonstrationszug durch die Innenstadt. Die Veranstalter zählten 30.000 Teilnehmer. 

In Offenburg geht die Polizei von rund 2000 Teilnehmern aus, sagte ein Sprecher. In Achern seien 250, in Rastatt rund 550 Teilnehmer gezählt worden – dort gab es insgesamt drei Klima-Veranstaltungen. Auch in Kehl gab es eine kleine Demo mit etwa 70 Teilnehmern, hieß es.

 

 

In Stuttgart sprachen die Veranstalter von 30.000 Teilnehmern. Die Polizei wollte sich hier zur Zahl der Demonstranten nicht äußern. In Karlsruhe fanden sich laut Polizei 11.000 Menschen ein. Neben Jugendlichen nahmen auch viele Erwachsene an den Aufzügen teil.

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Friedlicher Verlauf

»Das ist ein eindrucksvolles und starkes Signal der Bürger«, sagte der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos). Die von Jugendlichen getragene Klima-Protestaktion Fridays for Future werde mittlerweile von allen Generationen mitgetragen. Dies zeige die große und Generationen übergreifende Beteiligung an den Protestaktionen. Nach Angaben der Organisatoren gehörte der Südwesten am Freitag zu den Regionen mit den bundesweit größten Demonstrationen.

Es herrschte eine ausgelassene Stimmung, sagte ein Polizeisprecher in Freiburg. Auseinandersetzungen habe es nicht gegeben. Die Zahl der Teilnehmer sei vielerorts deutlich höher gewesen als von den Veranstaltern erwartet. Auch in der Ortenau kam es zu keinen Zwischenfällen, sagte ein Sprecher des Offenburger Polizeipräsidiums.

Viele Erwachsene dabei

Neben Kindern und Jugendlichen nahmen auch viele Erwachsene an den Aufzügen teil. »Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle«, »Klima ist wie Bier - warm ist's scheiße« oder »Manches kann man langsam angehen, Klimapolitik braucht Tempo« stand etwa auf den Plakaten. Die Schwedin Greta Thunberg, die die Protestbewegung angestoßen hatte, teilte beim sozialen Netzwerk Twitter Kommentare von Aktivisten aus zahlreichen Städten - auch aus Freiburg. »Liebes Klimakabinett, ihr habt euch mit den falschen angelegt...« hatte das Bündnis Fridays for Future hier geschrieben.

Der Protest richtete sich auch gegen die Sitzung des Klimakabinetts am Freitag in Berlin. Der Ausschuss der Bundesregierung wollte ein milliardenschweres Gesetzespaket zum Klimaschutz auf den Weg bringen. Viele Umweltorganisationen befürchten, dass die Maßnahmen nicht ausreichen, um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden.

Zu den Demos hatte die Bewegung diesmal explizit nicht nur Schüler und Studenten aufgerufen, sondern auch Arbeitnehmer. Sie sollten sich an einem globalen »Klimastreik« für besseren Klimaschutz beteiligen. Gewerkschaften, Kirchen und Umweltorganisationen begrüßten den Aufruf. Arbeitnehmer, die an der Aktion teilnehmen wollten, mussten sich allerdings freinehmen oder vom Arbeitgeber die Erlaubnis einholen.

Streiks auf der ganzen Welt

Begonnen hatte der globale Streik in der Nacht mit Demonstrationen in Australien. Mehrere Zehntausend Schüler blieben aus Protest gegen unzureichende Maßnahmen der Politik gegen den Klimawandel dem Unterricht fern. Die Protestbewegung fordert von der Politik mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung und die drohende Klimakatastrophe. Vor allem müsse gemäß dem Pariser Klimaabkommen die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit eingedämmt werden.

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