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Ortenau

Teil des Schwarzwalds jetzt Unesco-Biosphärenreservat

14. Juni 2017
&copy Martin Schulte-Kellinghaus und Michael Hoyer

Die Unesco erkennt das Biosphärengebiet Schwarzwald offiziell als Biosphärenreservat an. Die Unesco zeichnet Gebiete als Biosphärenreservate aus, die in globalem Maßstab stellvertretend für ein einzigartiges Ökosystem oder eine bedeutsame Kulturlandschaft stehen. 

Der internationale Koordinierungsrat für das Unesco-Programm „Man and the biosphere“ hat auf seiner Tagung in Paris am Mittwoch das Biosphärengebiet Schwarzwald als zertifiziertes UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt.  Wie das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung schreibt, soll am 8. Oktober 2017 die offizielle Urkunde im Rahmen eines Bürgerfestes in Bernau im Schwarzwald an den baden-württembergischen Umwelt- und Naturschutzminister Franz Untersteller übergeben werden.

Region soll von Zertifizierung profitieren

„Mit der heutigen Anerkennung haben wir einen weiteren Meilenstein auf dem Erfolgsweg des Biosphärengebiets Schwarzwald gesetzt", wird Untersteller in der Pressemitteilung zitiert. "Gleichzeitig sind wir gegenüber Natur und Umwelt eine große Verpflichtung eingegangen. Ich bin jedoch überzeugt, dass wir diese Herausforderung gut meistern werden und die gesamte Region auf vielfältige Weise von der Zertifizierung profitieren wird." Er erwarte einen erheblichen Mehrwert für Wirtschaft, Tourismus und Natur.

Regierungspräsidentin Schäfer zeigt sich begeistert

Auch die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer zeigte sich dem Pressebericht zufolge hoch erfreut: „Die Unesco hat bestätigt, was wir schon immer wussten: Das Biosphärengebiet Schwarzwald spielt in der weltweiten Spitzenklasse der Schutzgebiete ganz oben mit. Die internationale Auszeichnung ist die Anerkennung für das, was im Schwarzwald geleistet wurde – eine einzigartige Kulturlandschaft. Die Anerkennung ist für uns Ansporn, an der Veredelung dieser Premiummarke weiter zu arbeiten und unser wichtiges Ziel zu verwirklichen. Wir wollen wirtschaftlichen Wohlstand und Wachstum im Einklang mit der Natur realisieren.“

 

 

Einzigartiges Ökosystem

Die Unesco zeichnet Gebiete als Biosphärenreservate aus, die in globalem Maßstab stellvertretend für ein einzigartiges Ökosystem oder eine bedeutsame Kulturlandschaft stehen. Biosphärenreservate sind Modellregionen, in denen Umweltschutz und Wirtschaft in Einklang gebracht werden sollen. Es gilt, innovative Methoden für eine nachhaltige Entwicklung auf regionaler Ebene zu erforschen, zu entwickeln und anzuwenden. Biosphärenreservate haben drei Funktionen. Die Schutzfunktion dient der Bewahrung von Landschaften, Ökosystemfunktionen, Artenvielfalt und genetischer Vielfalt. Die Entwicklungsfunktion steht für die Förderung einer wirtschaftlichen und menschlichen Entwicklung, die soziokulturell, ökonomisch und ökologisch nachhaltig ist. Logistische Unterstützung erfahren Demonstrationsprojekte, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Forschung und Umweltbeobachtung. Die Unesco vergibt die Anerkennung nur, wenn die Bewohner eines Biosphärengebiets das Konzept der Nachhaltigkeit unterstützen.

Die Unesco-Anerkennung wird für zehn Jahre verliehen. Während dieser Zeit wird der Zustand der Biosphärenreservate regelmäßig von einem unabhängigen Expertengremium entlang der strengen internationalen Leitlinien sowie individuell formulierter Ziele überprüft und evaluiert. Das neue Reservat ist 630 Quadratkilometer groß und liegt hauptsächlich westlich und südlich des Feldbergs.
 

Autor:
red/dew

Hintergrund

Antragsstellung bei der UNESCO

Im Sommer 2016 hatten Umwelt- und Naturschutzminister Franz Untersteller, Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, der Geschäftsführer des Biosphärengebiets Schwarzwald, Walter Kemkes sowie Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Landkreise Lörrach, Waldshut und Breisgau-Hochschwarzwald den Antrag auf Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat gemeinsam mit der Stadt Freiburg und den 28 Kommunen des Biosphärengebiets Schwarzwald unterzeichnet. Diese sind aus dem Landkreis Lörrach Aitern, Böllen, Fröhnd, Häg-Ehrsberg, Hausen im Wiesental, Kleines Wiesental, Schönau im Schwarzwald, Schönenberg, Schopfheim, Todtnau, Tunau, Utzenfeld, Wembach, Wieden, Zell im Wiesental, aus dem Landkreis Waldshut Albbruck, Bernau im Schwarzwald, Dachsberg, Häusern, Höchenschwand, Ibach, St. Blasien, Ühlingen-Birkendorf, Wehr sowie aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Hinterzarten, Horben, Oberried und Schluchsee.