Ortenau

Verein Aufschrei kämpft erfolgreich gegen sexuelle Gewalt

Autor: 
Herbert Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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17. Juli 2017

©Herbert Gabriel

Mit einem Kompliment an das Team von »Aufschrei« hat die ehrenamtliche Vorsitzende Carola Geppert-Tesch die Mitgliederversammlung eröffnet. Vom Büro in der Offenburger Hindenburgstraße aus ist wieder einmal erfolgreich gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Erwachsenen gekämpft worden.

»Ich bin abartig stolz auf euch«, sagte die Vorsitzende des Vereins »Aufschrei« bei der Mitgliederversammlung zu ihrem Team.  Wobei die geleistete Arbeit zum Schutz gegen sexuelle Gewalt allein in Zahlen dokumentiert, dass »Aufschrei« zu den Institutionen gehört, die sowohl für Einrichtungen unterschiedlicher Art, Vereine, Unternehmen und Betroffene unverzichtbarer Ansprechpartner geworden ist.
Das Herzstück von »Aufschrei« ist und bleibt die Beratung und Begleitung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die von sexueller Gewalt aktuell betroffen sind oder dies in ihrer Vergangenheit waren.
So berichtet auch der Vorstand im Jahresbericht von 176 Fällen und listet in der Prävention 54 Projekte auf, in denen bei 92 Terminen 620 Kinder und 1185 Erwachsene angesprochen und beraten wurden. Denn die Beratung ist eines der Standbeine des Teams, das 2016  auch von personellen Änderungen betroffen war.

Mehr Bußgelder 

»Es tut sich viel, aber wir müssen immer wieder aufschrei(en), so Carola Geppert-Tesch, die in ständiger Sorge lebt, Projekte nicht zu realisieren oder fortführen zu können. »Man könnte mehr Bußgelder bekommen«, war ihr Statement zum Budget.
Das setzt sich wiederum aus Zuschüssen des Landratsamts Ortenaukreis, der großen Kreisstädte sowie freiwilligen Zuschüssen von zahlreichen Städten und Gemeinden des Ortenaukreises, aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Bußgeldern, Beratungen und dem Erlös aus Projekten zusammensetzt.

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Kasse belastet
Ein von der Aktion »Mensch« bezuschusstes Theaterprojekt hat die Kasse belastet, war aber, so die Resonanz der Besucher, aktuell und im Blick in die Zukunft ein voller Erfolg und sollte nicht das letzte dieser Art sein.
Bei der Beratung und der Prävention auch als Traumafachberaterinnen sind zwei Diplom-Sozialpädagoginnen, eine Diplompädagogin und Maximilian Ebel als Sozialpädagoge Ansprechpartner von Eltern, Erzieherinnen, Lehrkräften, Selbstbetroffenen und Vergewaltigungsopfern.

Vor allem aus Offenburg

Die Menschen, die sich an Aufschrei wenden, kommen zum Großteil aus Offenburg. Lahr ist in der Betroffenenstatistik stark vertreten, und auch außerhalb der Ortenau vertraut man der Kompetenz und Zuverlässigkeit des Aufschrei-Teams. 
Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt aktuell in der Realisierung eines »Schutzprojektes«, das Maximilian Ebel vorstellte. Es richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kindertagesstätten, zählt aber auch Schulen, Vereine und Wohnheim zur Zielgruppe. Das Konzept definiert als Inhalte Sexualität, Übergriffe, Missbrauch, Nähe und Distanz sowie die Prävention an pädagogischen Einrichtungen. 
Der Vorstand besteht nach den Wahlen nur noch aus zwei Personen:  Carola Geppert-Tesch als erste Vorsitzende und Barbara Remy-Kanar als Stellvertreterin steuern nun das Aufschrei-Schiff allein, da sich für die beiden ausgeschiedenen Beisitzerinnen keine Nachfolger gefunden haben.

Nicht demotiviert
Das ist für beide aber kein Grund, demotiviert zu sein, wie sie bekundeten, sondern noch intensiver ihrem Credo zu folgen, das die beiden Frauen so umschreiben: »Jedes Kind – jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben ohne sexuelle Gewalt.«

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