Landgericht Offenburg

Verfahren wegen versuchten Totschlags gegen 27-Jährigen aus Kehl

Autor: 
red/maj
Lesezeit 2 Minuten
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17. Juni 2019

©Symbolbild

Eigentlich war er wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung und nicht wegen versuchten Totschlags vor dem Kehler Amtsgericht angeklagt. Weil der zuständige Richter daran allerdings Zweifel hatte, muss sich  ein 27-Jähriger ab dem 1. Juli wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Offenburg verantworten. Ein Kapitalverbrechen wie dieses darf nämlich nur vor einem Schwurgericht verhandelt werden. Dem Angeklagten droht damit eine schwere Gefängnisstrafe.

Er soll einen Mann angegriffen und versucht haben, ihn zu töten - dafür muss sich ein 27-Jähriger ab dem 1. Juli vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Offenburg verantworten. Der Angeklagte soll in Kehl im Mai 2017 einen anderen Mann angegriffen haben. Dabei soll er geschrien haben, dass er ihn "abstechen" werde. Anschließend soll er sein Opfer auf den Boden gedrückt, sich auf ihn gesetzt, ihn gewürgt und mit den Fäusten geschlagen haben.

Zusätzlich soll er mit einer abgebrochenen Sektflasche auf den Geschädigten »eingestochen« und ihn wiederholt unter anderem gegen den Kopf getreten haben. Dann soll er von seinem Opfer abgelassen haben. Dieses erlitt bei dem Vorfall schmerzhafte Verletzungen und eine Wunde über dem Auge, die genäht werden musste.

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Ursprünglich "nur" Körperverletzung

Ursprünglich war gegen den 27-Jährigen vor dem Amtsgericht Kehl wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung verhandelt worden. Man sei laut Landgericht zu Beginn davon ausgegangen, dass der Angeklagte von einem in Rede stehenden versuchten Tötungsdelikt »strafbefreiend« zurückgetreten war. Das allerdings bezweifelte der zuständige Richter am Kehler Amtsgericht, weswegen er den Fall an das Landgericht Offenburg weiterleitete (siehe Hintergrund).

Angesetzt sind zwei Verhandlungstage. Das Urteil soll am Mittwoch, 3. Juli, gesprochen werden.

Hintergrund

Deshalb wird der Fall vor dem Landgericht verhandelt

Wer etwa wegen Körperverletzung angeklagt ist, findet sich in der Regel vor dem Amtsgericht wieder. Das war beim Angeklagten aus Kehl auch so. Weil der zuständige Richter allerdings Zweifel daran hatte, dass der 27-Jährige während der Tat freiwillig im Sinne von Paragraph 24 des Strafgesetzbuchs vom versuchten Totschlag zurückgetreten war, gab er das Verfahren an das Landgericht weiter.

Wird ein Mensch nämlich wegen versuchten Totschlags angeklagt, muss dies nach dem Gesetz eine Schwurgerichtskammer - bestehend aus fünf Richtern - verhandeln. Der Grund: Bei Totschlag handelt es sich um ein sogenanntes Kapitalverbrechen, das mit schwerer Gefängnisstrafe belegt ist. Dem Strafrichter am Amtsgericht ist es hingegen verwehrt, wegen eines solchen Delikts eine Strafe zu verhängen.

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