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Dossier: 

Verschiedene Portale vernetzen die zahlreichen Initiativen

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26. März 2020

Die Hilfsbereitschaft der Menschen in der Ortenau ist in Zeiten der Corona-Pandemie groß. Vielerorts bieten Privatpersonen Nachbarschaftshilfen wie etwa die Übernahme von Einkäufen an. ©Archivfoto: Ellen Matzat

In der Ortenau gibt es im Zuge der Corona-Pandemie zahlreiche Angebote wie etwa Einkaufshilfen. Unter anderem das Portal „Corona Nachbarschaftshilfe Ortenau“ vernetzt die einzelnen Initiativen, die vor Ort bestehen.

Für die Nachbarn einkaufen gehen, Rezepte oder Medikamente bei einem Arzt abholen, mit dem Hund Gassi gehen oder Rasen mähen: Diese und viele weitere kostenlose Dienste bieten aktuell viele Menschen in der Ortenau an. Die Hilfsbereitschaft für diejenigen, die während der Corona-Pandemie Hilfe brauchen, ist groß. 

Ein Online-Portal mit dem Zweck, in Zeiten der Corona-Pandemie Hilfesuchende und Angebote in Kontakt zu bringen, ist „Gemeinsam stärker. Das Hitradio-Ohr-Nachbarschafts-Netzwerk“, das auf Facebook schon mehr als 1300 Mitglieder hat. „Die Plattform gibt es jetzt seit zehn Tagen. Wir wollen damit Menschen unbürokratisch und auf schnellem Weg vernetzen, damit sie Hilfsangebote austauschen können“, erklärt Hitradio-Ohr-Chef Markus Knoll. 

Hilfe bei Behördenangelegenheiten

Neben dem Erledigen von Einkäufen zählt er als kostenlose Angebote unter anderem auch das Nähen von Schutzmasken auf. „Die selbstgenähten Masken können nicht in Operationen in Kliniken verwendet werden, sind aber zum Beispiel für Privatpersonen zum persönlichen Schutz hilfreich“, so Knoll. Weitere Angebote sind etwa Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder bei Behördenangelegenheiten. 

Ein weiteres Online-Portal, das die lokalen Initiativen bündelt, ist die „Corona Nachbarschaftshilfe Ortenau“ auf Facebook. Aus der Taufe gehoben wurde das Portal von Benedikt Eisele, stellvertretender Vorsitzender der Jungen Liberalen Ortenau, Michael Nguyen, Stadtrat in Kehl, dem Studenten Anton Umhey und Felix Neumann von der Kehl-Freiburger World-Hip-Hop-Band „Zweierpasch“. 

Kontakte herstellen

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Am vorvergangenen Sonntag ging das Portal bei Facebook online. Mittlerweile hat es mehr als 450 Mitglieder. „Uns war klar, dass es viele Initiativen vor Ort geben wird. Unser Ziel ist es, diese zu vernetzen und Kontakte herzustellen“, sagt Eisele.

Auf der Plattform können sich sowohl Anbieter von Hilfsdiensten als auch Menschen, die auf der Suche nach Unterstützung sind, eintragen. „Ein Vorteil unseres Portals ist unter anderem die dauernde Erreichbarkeit. Das ist bei den Angeboten der Kommunen nicht immer gegeben“, berichtet Eisele.

Kommunen einbeziehen

Den Organisatoren ist wichtig, dass auch die einzelnen Kommunen in der Ortenau das Portal auf Facebook nutzen – auch um das Vertrauen zwischen den Freiwilligen und den Bürgern vor Ort zu fördern. Denn: Ein Problem sei, dass ältere Menschen, die ja gerade zur Corona-Risikogruppe gehören und möglichst das Haus nicht verlassen sollten, teilweise noch eine Hemmschwelle hätten, zunächst Fremden ihre Einkäufe anzuvertrauen.

„Wir wollen zeigen, dass unsere Angebote seriös sind. Michael Nguyen ist stellvertretender Oberbürgermeister von Kehl“, so Eisele. „Die Leute sollen Vertrauen fassen und nicht das Gefühl haben, sich in Abhängigkeit zu begeben.“ Die Erfahrung zeige, dass sich viele zuerst an die Kommunen wenden, um sich über Hilfsangebote zu informieren.

Positives Zeichen setzen

Dass es – Stand Mittwochnachmittag – schon mehr als 450 Angebote in dem Portal gebe, sei hoffentlich ein positives Zeichen, das den negativen Schlagzeilen der vergangenen Tage entgegenstehe. Eisele spielt auf die „Corona-Partys“ von jungen Menschen an, die die Polizei mehrfach auflösen musste. 
Er schätzt, dass etwa 300 der bisherigen Angebote von unter 35-Jährigen stammen. „Das Schöne dabei ist auch die  Vielfalt der angebotenen Dienste. Viele verschiedene Berufsgruppen sind vertreten und setzen damit ein Zeichen für Solidarität“, so Eisele.

Info

Neues Portal der Mittelbadischen Presse

Viele Geschäfte in der Ortenau sind wegen der Corona-Pandemie geschlossen, einige Händler und Wirte bieten aber Lieferservices beziehungsweise Abholdienste an. Das neue Online-Portal „Service für daheim“ der Mittelbadischen Presse –  zu erreichen unter www.daheim.bo.de, bietet eine täglich aktualisierte Liste dieser Dienstleistungen im Ortenaukreis an. Weitere Serviceangebote können dort auch selbst über ein Formular eingetragen werden. Die entsprechenden Listen finden Sie auch in den Lokalteilen der Mittelbadischen Presse. Aufgeführt werden auch private Helfer, die andere Menschen im Alltag ehrenamtlich unterstützen möchten.

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