Am 4. Dezember wird gewählt

Vier Bewerber für Oberkirch hoffen am Sonntag auf Stimmen

Patric König
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02. Dezember 2022
Stefan Hattenbach, Nicolas Boschert, Bernd Hansert und Gregor Bühler (von links) kandidieren in Oberkirch für das Amt des Oberbürgermeisters.

Stefan Hattenbach, Nicolas Boschert, Bernd Hansert und Gregor Bühler (von links) kandidieren in Oberkirch für das Amt des Oberbürgermeisters. ©Christoph Breithaupt

Bei der OB-Wahl in Oberkirch treffen die Bürgermeister und CDU-Kreisräte Stefan Hattenbach und Gregor Bühler aufeinander. Wie zwei weitere Bewerber wollen sie Matthias Braun beerben.

Seit 1948 hatte Oberkirch gerade einmal drei (Ober-)Bürgermeister: Erwin Braun, Willi Stächele, Matthias Braun. Ab dem 1. März 2023 wird ein weiterer Name hinzukommen, denn Braun hört nach drei Amtszeiten und 24 Jahren auf. Seinen Nachfolger wählen die rund 16.000 wahlberechtigten Oberkircher am Sonntag, 4. Dezember bzw., wenn es zu einem zweiten Wahlgang kommt, am 18. Dezember. Vier Bewerber stehen zur Wahl: zwei CDU-Bürgermeister aus der nördlichen Ortenau und zwei Oberkircher ohne Verwaltungserfahrung. 

Über die verfügt Stefan Hattenbach reichlich: Der 41-jährige Diplom-Verwaltungswirt (FH) ist seit 2009 Bürgermeister von Kappelrodeck. Er will in Oberkirch das tun, was er auch schon im Weinort gezeigt hat: In finanziell schwieriger werdenden Zeiten aus wenig viel machen und frischen Wind nach Oberkirch bringen. 

Oberkirch nachhaltig voranbringen will Gregor Bühler (39), der seit Anfang 2018 Bürgermeister in Sasbach ist. Bühler hat einen Masterabschluss in internationalem Steuerrecht und will seine Erfahrungen aus Wirtschaft und Verwaltung einbringen. Bühler sieht sich als Gestalter, der Verantwortung übernehmen will und aufs Leistungsprinzip setzt.

Wie auch Hattenbach will er die einmalige Chance, die sich ihm in Oberkirch bietet, nutzen. Beide Bürgermeister unterstrichen, dass sie keine Ambitionen Richtung Landes- oder Bundespolitik hegen und im Falle eines Wahlerfolgs und einer Wiederwahl 16 Jahre in Oberkirch bleiben wollen. 

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Sammelkarten statt Plakate - diesen Kurs verfolgte Nicolas Boschert. Der 30-jährige Softwareentwickler aus Oberkirch integrierte popkulturelle Elemente in seinen Wahlkampf. Dazu passt auch sein Motto: „This is the way“. Boschert nennt bei den fünf wichtigsten Punkten auf seiner Agenda gleich zweimal die Digitalisierung. Darüber hinaus will er die Grundversorgung sichern, das Krankenhaus zurückholen und gerade auch für die jüngeren Bürger neue Freizeitangebote schaffen.

Gastwirt Bernd Hansert (62) hatte in Oberkirch vor allem durch ein Fernsehinterview aus dem Jahr 2021 für Aufsehen gesorgt, als er bei einer Corona-Demonstration sagte, Bundeskanzlerin Angela Merkel gehöre ins Irrenhaus. Zu den Aussagen aus dem Video steht Hansert nach wie vor; mit der AfD oder der Basis will Hansert, der die Bürger besser in die Kommunalpolitik einbinden, den Oberkircher Polizeiposten wieder zum Polizeirevier aufwerten und alle Schulen zusammenlegen will, nicht in Verbindung gebracht werden.

Klinikum bleibt Thema

Inhaltlich blieben im Wahlkampf die großen Kontroversen aus. Am meisten diskutiert wurde über die Zukunft des ehemaligen Krankenhauses und die Strategie gegenüber dem Kreis. Während Bühler auch mal auf Konfrontationskurs gegenüber dem Kreis gehen will, wenn es der Stadt dient, sieht Hattenbach einen Konfrontationskurs mit anderen Raumschaften kritisch. Das Heft des Handelns will aber auch er wieder in die Hand bekommen. Beide wollen die Große Kreisstadt, die zuletzt durch die Schließung öffentlicher Institutionen wie dem Krankenhaus, dem Zollamt und dem Forstamt litt, wieder aufwerten. Während Hattenbach gerne Kreiseinrichtungen nach Oberkirch holen würde, denkt Bühler an eine Hochschule.

Für Spannung sorgte auch die Frage, welches der beiden Parteimitglieder die CDU Oberkirch unterstützen würde: Die Wahl der Christdemokraten fiel noch vor der offiziellen Kandidatenvorstellung auf Gregor Bühler. Bühler kandidiert parteiübergreifend: Vier der fünf Fraktionen im Gemeinderat schlugen sich auf seine Seite, lediglich die SPD/BL hielt sich mit einer Wahlempfehlung zurück. CDU-Mitglied Hattenbach stellt seine Unabhängigkeit heraus - er wolle im Wahlkampf  keine Unterstützung von Parteien, Wählervereinigungen oder Firmen.

Beide Bürgermeister unterstützen den Bau des interkommunalen Windparks auf der Hummelsebene, beide setzen auf Bildung, beide können sich bei Bedarf einen Kauf des Traditionshotels Zur Oberen Linde durch die Stadt vorstellen. Und beide wollen neue Impulse in der Stadtverwaltung selbst setzen: Hattenbach will sich die Abläufe genau anschauen und sie dann optimieren, Bühler will die Kompetenzen klar verteilen, die Kommunikation intern verbessern und Prioritäten setzen.

Info

OB-Wahl im Live-Ticker

Auf bo.de berichten wir am Sonntagabend live über den Ausgang der Wahl. Klicken Sie rein ab 17 Uhr!

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