Millionenschaden

Was Diebe in Ortenauer Krankenhäusern öfter mitgehen lassen

Autor: 
dpa/ah
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09. Februar 2019

Symbolbild ©pixabay

Ob Geldbörsen, Handys, Endoskopie-Geräte oder Topfpflanzen – in deutschen Krankenhäusern wird gestohlen, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Diebe nutzen die Anonymität in den oft ausgedehnten Gebäudekomplexen aus – und die Wehrlosigkeit von Patienten. Auch im Zuständigkeitsbereich des Offenburger Polizeipräsidiums sind Diebstähle in Kliniken angestiegen.

Die Krankenhäuser haben begrenzte Möglichkeiten Dieben Einhalt zu gebieten: Sie müssen den Spagat üben zwischen Offenheit für die Besucher der Kranken und deren Sicherheit. Der Patientenverband mahnt allerdings schärfere Eingangskontrollen an.

Zwar gibt es keine bundesweite Statistik, doch welches Ausmaß die Straftaten erreichen, zeigen Ländererhebungen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden zum Beispiel 2017 fast 6500 Diebstahlsfälle in Krankenhäusern registriert - trotz leichten Rückgangs entspricht das laut Landeskriminalamt (LKA) dem konstant hohen Niveau der Jahre zuvor. Zum Vergleich: 2011 wurden mit 4715 deutlich weniger Diebstähle gezählt. Allein in Baden-Württemberg hat die Schadenssumme 2017 einen Rekordwert von nahezu 2,75 Millionen Euro erreicht.

Die Krankenhäuser tun sich schwer, gegenzusteuern. »Krankenhäuser sind große Komplexe mit unkontrolliertem Zugang«, sagte LKA-Sprecher Frank Scheulen aus Düsseldorf. Für Diebe sei es einfach, auf die Stationen zu kommen und Schubläden und Schränke in leeren Zimmern zu durchwühlen. Deshalb sollten Patienten zumindest vorhandene Schließfächer nutzen.

Oft wird Geld gestohlen

Im Jahr 2017 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg (Stadtkreis Baden-Baden, den Ortenaukreis und den Landkreis Rastatt) 184 Diebstahlsdelikte bei Kliniken verzeichnet. Für das Jahr 2018 ist ein Anstieg zu verzeichnen, teilt die Polizei auf Anfrage der Mittelbadischen Presse mit. 

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Bei den Fällen sind allerdings auch ein paar wenige Fahrraddiebstähle vor den Kliniken und aus Aufenthaltsräumen enthalten, heißt es.

In der Mehrzahl der Fälle werde Bargeld samt Geldbörsen von Patienten entwendet. Der Diebstahl von Gerätschaften aus den Kliniken werde eher selten angezeigt – im Jahr 2017 und 2018 gab es drei Fälle. 

Bei den ermittelten Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizei in der Regel nicht um Patienten, sondern eher um andere Personen, die gezielt nach Bargeld suchen.

Schärfere Kontrollen

Der Allgemeine Patientenverband wünscht sich hingegen schärfere Kontrollen in den Eingangsbereichen von Kliniken. Dort müssten sich Besucher anmelden und sagen, wen sie auf welcher Station besuchen wollten und sich gegebenenfalls ausweisen. »Nicht jeder sollte direkt in eine Klinik hineinspazieren können«, meint Verbandspräsident Christian Zimmermann.

Am Ortenau-Klinikum in Offenburg ist in der Zeit von 21 Uhr bis 6.30 Uhr ein Sicherheitsdienst vor Ort, teilt das Ortenau-Klinikum mit. Er kontrolliere, ob Türen und Fenster über Nacht verschlossen sind und kann im Fall eines Zwischenfalls vom Klinikpersonal gerufen werden.

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