Großfahndung nach Yves R.

Was Wanderer und Touristen jetzt in Oppenau beachten sollten

Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
17. Juli 2020
Video starten
Mehr zum Thema

©Foto: dpa/Sven Kohls

Während die Suche nach dem bewaffneten Yves R. in Oppenau weitergeht, rät die Tourismus­chefin des Renchtals, abgelegene Waldgebiete zu meiden. Zutrittsverbote gibt es indes nicht.

Wie sicher können sich Wanderer und Touristen in Oppenau in diesen Tagen fühlen und welche Einschränkungen müssen sie möglicherweise in Kauf nehmen? Mit diesen Fragen werden Gunia Wassmer, Geschäftsführerin der Renchtal Tourismus GmbH, und ihre Mitarbeiter in den Servicestellen täglich von etwa zehn Besuchern konfrontiert, seitdem sich der bewaffnete Yves R. auf der Flucht befindet.

Am Sonntagmorgen hatte der 31-Jährige vier Polizisten entwaffnet, als diese ihn in einer Gartenhütte in Oppenau einer Kontrolle unterziehen wollten. Die Polizei, die nach wie vor mit einem Großaufgebot nach dem Flüchtigen fahndet, vermutet ihn nach wie vor in den Wäldern rund um Oppenau. „Der Wald ist sein Wohnzimmer, hier fühlt er sich sicher“, hatte Polizeipräsident Reinhard Renter bei einer Pressekonferenz am Dienstag über R. gesagt, der zuletzt freiwillig drei Monate im Wald gelebt hatte.

Den Auskunftsuchenden in den Servicestellen Oppenau, Oberkirch und Lautenbach rät Wassmer derzeit meist, alternative Unternehmungen ins Auge zu fassen, wie einen Stadtbummel, Minigolfspielen, den Besuch regionaler Erzeuger oder sich im Bereich Rench­damm aufzuhalten und kleinere Wanderwege zu begehen. „Jeder sollte ein gutes Gefühl haben, wenn er Urlaub hier bei uns macht“, betont Wassmer. Sie selbst hätte keinen Problem damit, in der aktuellen Situation Urlaub in und um Oppenau zu verbringen. „Man muss ja nicht unbedingt alleine ein abgelegenes Waldgebiet aufsuchen.“

Joggen im Wald?

Ob und wie sich jemand rund um Oppenau aufhält, bleibt indes jedem selbst überlassen: „Es gibt keine Sperrungen von Wanderwegen, Mountainbikestrecken oder Straßen“, erklärt die Chefin des Tourismusverbunds. Sperrungen auf den Bereich Oppenau zu beschränken, sei aus ihrer Sicht auch nicht sinnvoll, „es gibt beim Wegenetz viele Überschneidungen mit anderen Gemarkungsgrenzen und weiter oben kommt gleich auch schon der Nationalpark.“

Auch an Hans-Peter Huber und seinen Kollegen wenden sich immer wieder Menschen mit Fragen, beispielsweise ob sie im Wald noch joggen gehen können oder eine im Wald angemietete Hütte für eine Feier nutzen können. „Vom Joggen im Wald rate ich eher ab“, sagt Huber vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Offenburg, der vor dem Oppenauer Rathaus einen Bürgerinfostand betreibt.“Wir raten zur Umsicht und nicht sorglos durch den Wald zu gehen.“ Wie viele Bürger und Touristen das Angebot nutzen, lasse sich in Zahlen nicht ausdrücken. „Das ist stark wetterabhängig“, erklärt Huber. Von 10 bis 18 Uhr ist die Polizei am Infostand präsent. „Das wird voraussichtlich auch noch eine Weile so bleiben“, meint Huber.

Kein Flugverbot mehr

Die Oppenauer Gleitschirmflieger wollen sich von der Fahndung nach dem Flüchtigen in der Ausübung ihres Hobbys nicht beeinträchtigen lassen. Das am Montag erlassene Durchflugverbot für Luftfahrzeuge sei am Abend bereits wieder aufgehoben worden, erklärt der beim Verein für die Luftaufsicht verantwortliche Ralph Zielosko. Für die weiter im Einsatz befindlichen Hubschrauber bestehe laut Luftverkehrsordnung jedoch ein Vorflugrecht, das heißt sie dürfen im Einsatz nicht behindert werden. „Das ist unseren Piloten bekannt und wird selbstverständlich berücksichtigt“, betont Zielosko. Da für das Wochenende mit gutem Wetter und Ostwind zu rechnen sei, dürften sich zwischen 20 und 40 Gleitschirmflieger im Oppenauer Fluggebiet aufhalten, schätzt er.

Gunia Wassmer geht unterdessen nicht davon aus, dass die Großfahndung nach dem 31-Jährigen und das damit verbundene Medieninteresse an Oppenau längerfristige Auswirkungen auf den Tourismus vor Ort haben wird. „Es handelt sich hier um einen Menschen, der in einer persönlichen Ausnahmesituation ist.“

Mehr zum Thema

Weitere Artikel aus der Kategorie: Ortenau

Mit Futter ließen sich die am Bruckhirschweiher ausgesetzten Gänse anlocken und einfangen.
vor 13 Stunden
Weiterhin Zeugen gesucht
In Schwanau-Nonnenweier sind Hausgänse am Mittwoch an einem Badesee aufgefunden worden. Diese konnten mit einem Diebstahl im Januar in Verbindung gebracht werden. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen.
Unter dem Dach ihres Weinguts "Herzwerk" hat Quereinsteigerin Vivien Holzmann aus Fessenbach eine Burgunder-Cuvée rosé für Aldi entwickelt.
vor 23 Stunden
Offenburg - Fessenbach
Vivien Holzmann betreibt bei Fessenbach ihr Weingut. Nun wird bei Aldi eine Cuvée angeboten, die sie aufgelegt hat. Von der Aktion verspricht sie sich Werbung für ihr Weingut "Herzwerk".
Das Offenburger Landgericht will am 26. Februar ein Urteil fällen.
22.02.2024
Ortenau
Das Offenburger Landgericht prüft gerade, ob der Angeklagte in Sicherungsverwahrung kommt. Am Dienstag war die Fortsetzung der ersten Gerichtssitzung vom vergangenen Donnerstag.
Frank Thieme ist neuer Chef der Messe Offenburg-Ortenau.
22.02.2024
"Wir bleiben beim echten Eis"
Frank Thieme leitet seit Jahresbeginn die Messe Offenburg-Ortenau. Im Interview spricht der 42-Jährige über neue Messe-Ideen wie die "Expo Extreme", die sich dem Überleben in der Wildnis widmet und weshalb die "Oberrhein Messe" überleben wird.
Die Sparkasse Offenburg/Ortenau hat im vergangenen Jahr 36 Prozent weniger private Baukredite vergeben als noch 2022. Im Vergleich mit dem durchschnittlichen Rückgang bei den Sparkassen in Baden-Württemberg ist diese Entwicklung in der Ortenau aber noch moderat.
21.02.2024
Sparkasse Offenburg/Ortenau hat Bilanzzahlen vorgelegt
Die Sparkasse Offenburg/Ortenau hat eine "zufriedenstellende und gute" Bilanz 2023 präsentiert. Die Baufinanzierungen sind im verangenen Jahr stark zurückgegangen, Bausparverträge sind aufgrund der Zinsentwicklung dagegen derzeit beliebt.
Auch eine Essensausgabe war Teil der Notunterkunft in der Messe Offenburg. Weil sie nicht ausreichend ausgelastet war, hat das Regierungspräsidium Freiburg die Unterkunft vorzeitig geschlossen.
21.02.2024
Offenburg
Das Regierungspräsidium Freiburg hat die Notunterkunft in der Messe Offenburg früher als geplant geräumt. Der erwartete Flüchtlingszustrom ist in diesem Winter ausgeblieben.
21.02.2024
Ortenau
Bei einer gemeinsamen Kontrollaktion von deutschen und französischen Polizeieinheiten an mehreren Grenzübergängen wurden unter anderem illegale Waffen und Drogen sichergestellt. Mehrere Personen wurden ohne Führerschein erwischt.
Werner Kimmig ist ein bekannter TV-Produzent aus Oberkirch. Sein Unternehmen gibt es seit über 50 Jahren.
21.02.2024
"Meine Unabhängigkeit war mir immer wichtig"
Seit über 50 Jahren ist der Oberkircher Werner Kimmig als selbstständiger TV-Produzent tätig. Im Interview schildert er die Anfänge seiner unternehmerischen Tätigkeit. Und er erklärt, was er von Helene Fischer hält und warum er gerne auf Friedhöfe geht.
Die überregional als Motodrom bekannte Strecke zieht unter anderem wegen der vielen aufeinanderfolgenden Kurven Motorradfahrer an. Immer wieder kommt es auf der K5311 zu schweren Unfällen. Das Archivbild zeigt einen Unfall vom März 2022, der 22-jähriger Motorradfahrer schwebte danach in Lebensgefahr.
20.02.2024
Motorradfahren
Nach Jahren des Hin- und Hers hat das Verwaltungsgericht Freiburg entschieden, dass die saisonale Sperrung des Motodroms, der bei Motorradfahrern beliebten Strecke zwischen Achern-Wagshurst und Rheinau-Rheinbischofsheim, zulässig ist.
Hunderttausende Menschen in der Region werden vom Güterzuglärm entlastet, wenn die Neubaustrecke entlang der A5 kommt, wird in dem offenen Brief betont.
20.02.2024
Regionale Akteure zeigen sich besorgt
Die jüngsten Berichte über Irritationen bei der Finanzierung des Aus- und Neubaus der Rheintalbahn haben bei regionalen Akteuren Sorgen ausgelöst. Etwa Landrat Frank Scherer (Ortenaukreis) und Offenburgs OB Marco Steffens fordern, dass es keine Verzögerungen geben darf.
Symbolbild.
20.02.2024
Nicht wehrfähig
Zwei Jahre nach dem Angriff auf die Ukraine ist die Bundeswehr nur bedingt verteidigungsbereit. Zu diesem Schluss kommt der Vorsitzende des Reservistenverbands Kreisgruppe Baden/Südwest.
Beraterin Anna-Lena Renner (links) mit Melanie: Sie hat an einem Pilotprojekt des "Ortenau Jobcenters" teilgenommen, als sie wegen Corona ins Schlingern kam.
20.02.2024
"Meine mutigste Entscheidung"
Mit Corona war das Geschäft weg und die Depression da. Mit einem Pilotprojekt ordnete eine junge Mutter ihr Leben neu und fand zu ihrer eigenen Stärke: Eine Chance, auf die sie nun andere aufmerksam machen möchte.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Von Fliesen, Türen, Bodenbelägen und Garagentoren bis hin zu Werkzeug, Maschinen, Arbeitskleidung und vieles mehr erstreckt sich das Sortiment des Baustoffhändlers Maier + Kaufmann in Steinach.
    20.02.2024
    Maier + Kaufmann ist an vier Standorten präsent
    Seit über 90 Jahren ist Maier + Kaufmann für Privat- und Gewerbekunden der erste Ansprechpartner in der Region, wenn es ums Bauen, Renovieren und Modernisieren geht.
  • Wer in toller Gesellschaft Tanzen lernen will, ist im Tanzstudio DanceInLine an der richtigen Adresse.  
    10.02.2024
    Tanzstudio DanceInLine Offenburg erweitert das Kursangebot
    Die Freude an Tanz und Bewegung kennt kein Alter. Das weiß Julia Radtke. Deshalb bietet sie in ihrer Tanzschule DanceInLine in Offenburg Kurse für Junge und jung Gebliebene an. Zum neuen Jahr ist das Angebot enorm erweitert worden: Die Kurse starten bald!
  • Das Team von Headhunter-Swiss mit Standort in Lahr (von links): Geschäftsführer Nikodemus Schmidt, Personalassistentin Karolina Krupa und Personalberater Maximilian Farhand. 
    05.02.2024
    Headhunter-Swiss Lahr rekrutiert und vermittelt Mitarbeiter
    Recruiter bringen Unternehmen und Mitarbeiter zusammen. Headhunter-Swiss geht da einen gehörigen Schritt weiter, verbindet über Staatsgrenzen hinweg und begleiten die Interessierten auf ihrem Weg in den Alpenstaat.
  • Das Team der "Fussart"-Manufaktur (von links): Steffen Martini, die Gründer Simon Allgeier und Johannes Trautmann, Tanja Wurtz sowie Tanja Trautmann. Die Herstellung individueller Einlagen und orthopädischer Schuhe erfordert geschickte Handarbeit. Gleichzeitig kommen moderne Technologien für die präzise Fertigung und Anpassung zum Einsatz.
    30.01.2024
    "Fussart": Orthopädieschuhtechnik mit handwerklicher Finesse
    Die inhabergeführte Manufaktur "Fussart" bietet Orthopädieschuhtechnik mit handwerklicher Professionalität. In den großzügigen Räumlichkeiten werden die Füße umfassend analysiert. Denn jeder Fuß ist individuell.