Ortenau

Wieso kontaktloses Bezahlen im Trend liegt

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09. Juli 2020

Die Corona-Krise mit ihren Abstandsgeboten und dem vorgeschriebenen kontaktarmem Verhalten hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen mit einer Karte statt Bargeld in Geschäften bezahlen. ©Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine Folge der Corona-Pandemie ist, dass immer mehr Menschen kontaktlos bezahlen. Doch bereits vor der Krise hat sich der Trend zu bargeldlosem Bezahlen abgezeichnet.

Die deutschen gelten in Europa als besonders Bargeld-anhänglich. Die Corona-Pandemie hat aber dazu geführt, dass in kurzer Zeit viele Menschen vermehrt mit Karte anstatt mit Bargeld gezahlt haben. Aktuelle Zahlen der Sparkasse-Finanzgruppe belegen das. „Ein Payment-Trend, der sich auch in der Ortenau widerspiegelt“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Sparkasse Offenburg/Ortenau.

Letztere hat in ihrem Zuständigkeitsbereich eine Zunahme der kontaktlosen Zahlungen über die Sparkassen-Terminals während der Corona-Pandemie festgestellt. 2019 lag dieser Wert bei etwa 16 Prozent, sagt Harald Kirschner, Electronic-Banking-Experte der Sparkasse Offenburg/Ortenau, laut der Pressemitteilung. Im März 2020 stieg dieser Wert auf 29 Prozent an. Bei den Betrieben, die trotz Corona noch geöffnet hatten, verzeichnete die Sparkasse „deutlich verstärkte Kartennutzungen insbesondere im Lebensmittelbereich“, etwa bei Supermärkten, Bäckern oder Metzgereien, aber auch bei Gärtnereien und Baumärkten.

Die Volksbank in der Ortenau nimmt ebenfalls wahr,  dass zum einen die Transaktionszahlen an Karten- und mobilen Zahlungen mit dem Smartphone gestiegen sind. Für eine abschließende Antwort auf die Frage, ob seit Mitte März die Kartenzahlungen ansteigen, sei es aber zu früh, da in bestimmte Branchen wie etwa Gastronomie oder Hotellerie noch kein Normalbetrieb möglich sei, sagt Bastian Minet, Leiter Vertrieb und Marketing der First Cash Solution, einer Tochterfirma der Volksbank in der Ortenau.

„Branchen, die bisher fast ausschließlich Bargeld akzeptiert haben, wie beispielsweise Bäckereien und Metzgereien, nehmen nun auch vermehrt Karten- oder mobile Zahlungen entgegen“, erklärt Minet. „Wir gehen davon aus, dass die Diskussionen rund um das Thema Hygiene der entscheidende Faktor für die erhöhte Nachfrage sind“, so Minet. 

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Bei der Volksbank hat von Seiten der Betriebe vor allem die Nachfrage nach mobil einsetzbaren Kartenzahlgeräten stark zugenommen. Der Grund: „Viele Händler und Dienstleister sahen sich gezwungen, neue Wege zu gehen –  in dem Fall den Weg zu ihren Kunden.

Gewöhnungseffekt

Der Trend weg vom Bargeld und hin zu mehr Kartenzahlungen ist nicht erst durch Corona entstanden: „Schon seit Einführung der Kartenzahlungen verschiebt sich das Verhältnis langsam aber stetig weg vom Bargeld hin zu elektronischen Bezahlmitteln“, so Minet. Die Pandemie habe einerseits dazu geführt, dass die Kunden lieber zur Karte oder zum Mobiltelefon greifen, um zu bezahlen. Andererseits würden sich auch Branchen, die vorher meist nur Bargeld akzeptiert haben, jetzt den neuen Herausforderungen stellen. „Wir vermuten, dass viele, die vor der Pandemie nur verhalten zur Karte gegriffen haben, sich an das elektronische bezahlen gewöhnen und nicht in Gänze wieder zum Bargeld zurückkehren werden“, so der Experte.

Im Bereich der Commerzbank-Niederlassung Karlsruhe, zu der organisatorisch auch Offenburg gehört, hat die Zahl der neuen Online-Banking-Anmeldungen im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 56 Prozent zugenommen, sagt Peter Tiefenbach, Pressesprecher der Commerzbank in der Region Süd.

Info

Kontaktloses Bezahlen ohne Pin-Eingabe „deutlich im Aufwind“

Das Limit für das sogenannte „Kontaktlose Zahlen“ – also Darüberhalten der Karte ohne PIN-Eingabe – lag bei der Volksbank in der Vergangenheit bei 25 Euro. „Im Zuge der Pandemie haben sich die Kreditwirtschaft und die internationalen Kartenorganisationen darauf geeinigt, dieses Limit auf 50 Euro zu erhöhen“, sagt Bastian Minet, Leiter Vertrieb und Marketing der First Cash Solution, einer Tochterfrima der Volksbank in der Ortenau. Sowohl die Karten, als auch die Kartenakzeptanzgeräte im Handel seien seit Anfang Juni per Update mit dem neuen Limit ausgestattet worden.
„Die Summe der kontaktlosen Zahlungen am Anteil der elektronischen Zahlungen steigt, nicht zuletzt seit Einführung der Zahlungsmöglichkeit über das Mobiltelefon, seit Jahren deutlich“, berichtet Minet. Auch in diesem Bereich lasse sich eine deutliche Steigerung im Zuge der Hygiene und Kontaktvermeidung duch die Corona-Pandemie feststellen.
Die Sparda-Bank Baden Württemberg bestätigt diese Entwicklung. Kontaktloses bezahlen ist, wie bei der Volksbank, ohne Pin-Eingabe  bei Beträgen bis zu 50 Euro möglich, sagt Andreas Küchle, Leiter Marketing bei der Sparda-Bank Baden-Württemberg. „Diese Bezahlvariante ist deutlich im Aufwind und wird auch durch Corona stärker genutzt. Gerade für kleinere Einkäufe beim Bäcker oder beim Obsteinkauf hat sich durch die Corona-Maßnahmen auch diese Zahlungsmethode durchgesetzt“, berichtet Küchle. (dk)

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