Lahr/Freiburg

Wolf stammt aus der »Alpen-Population«

Autor: 
Thomas Reizel
Lesezeit 2 Minuten
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18. August 2015
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Luftlinie betrug die vom in Lahr getöteten Wolf aus der Schweiz zurückgelegte Strecke 200 Kilometer. Auf dem Boden sind es deutlich mehr. ©Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg.

Der im Juni auf der Autobahn A 5 nahe Lahr überfahrene Wolfsrüde ist aus der Ostschweiz zugewander. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Freiburg hat gestern weitere Details veröffentlicht.

Im Calandagebiet bei Chur, woher das bei Lahr überfahrene Tier stammt, wurden Wölfe erstmals im Jahr 2010 nachgewiesen. Zwei Tiere, die einzeln aus dem Schweizerischen Oberwallis zugewandert waren, bringen seit dem Jahr 2012 jährlich Jungtiere zur Welt.

Ein Wolfsrudel besteht einer Pressemitteilung der FVA aus einem Elternpaar und ihren Jungtieren. Sie besetzen ein Territorium von 250 bis 300 Quadratkilometern. Haben die Jungtiere ein Alter von 1,5 bis zwei Jahre erreicht, verlassen sie ihr Elternrudel und begeben sich auf die Suche nach einem geeigneten Territorium, um ein eigenes Rudel zu gründen. Hierbei legen vor allem die männlichen Wölfe häufig Distanzen von mehreren hundert Kilometern zurück, teilte die FVA weiter mit.

In Mitteleuropa gebe es zwei Wolfspopulationen, aus denen Wölfe nach Baden-Württemberg zuwandern können. Im Nord-Osten Deutschlands und in Westpolen breite sich die Mitteleuropäische Flachlandpopulation aus. Alle bisher festgestellten Wolfsrudel in Deutschland (aktueller Stand: über 30 Rudel) seien nachweislich dieser Population zuzuordnen. Gleichzeitig breiten sich Tiere aus der »Alpen-Population in nördliche Richtung aus. Diese Population umfasst alle Wolfsvorkommen in den italienischen und französischen Seealpen und der Schweiz sowie das durch Zuwanderung entstandene Wolfsrudel in den Vogesen, welches im Jahr 2013 erstmals Nachwuchs hatte.

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Aus diesem Rudel abwandernde Jungtiere werden regelmäßig im Rahmen des Schweizerischen Monitoring nachgewiesen. Dabei überwiegen die Abwanderbewegungen im Alpenraum, immer wieder kommt es aber auch zu Nachweisen nördlich der Alpen.

»Sie meiden Menschen«

Grundsätzlich stellen Wölfe keine Gefahr für den Menschen dar. »Wölfe kommen nur in sehr geringen Dichten vor und vermeiden als vorsichtige Tiere gewöhnlich eine direkte Begegnung mit Menschen«, schreibt die FVA. Weil sie Menschen bereits über große Distanzen wahrnehmen, sei eine Begegnung zwischen Mensch und Wolf auch in Wolfsgebieten eine Seltenheit. Jungwölfe indes seien auch dem Menschen gegenüber teilweise neugierig und weniger vorsichtig. Zum normalen Verhalten von Wölfen gehört, dass sie sich ebenso wie Füchse, Dachse, Wildschweine und andere Wildtiere auch gelegentlich Siedlungen nähern.

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