Ortenau

Zimmer Group aus Rheinau-Freistett spendet 30 000 Euro

27. Dezember 2016
&copy Zimmer Group

Die Rheinauer Firma Zimmer Group hat in der »Leser helfen«-Aktion der Mittelbadischen Presse ein Ausrufezeichen gesetzt. Das Unternehmen spendet 10 000 Euro, selbst wenn das Ziel bereits erreicht ist. »Wir wissen, dass jeder Euro gut angelegt ist«, sagten die Geschäftsführer Günther und Martin Zimmer.

Die Zimmer Group in Rheinau-Freistett hat eine Spende im fünfstelligen Bereich geleistet. »Wir haben in den vergangenen Jahren viel für Afrika gemacht. Aber man darf den Gedanken, dass man auch bei uns etwas tun muss, nicht vergessen«, sagte Geschäftsführer Günther Zimmer am Donnerstagmittag. Martin Zimmer, ebenfalls Geschäftsführer, ergänzte: »Wir wissen, dass soziale Unzufriedenheit für die Gesellschaft und das öffentliche Leben Gift ist.«

Obwohl »Leser helfen« sein Ziel in Höhe von 130 000 Euro schon übertroffen hat (wir berichteten), spendet die Zimmer Group 10 000 Euro. »Wir wissen, dass jeder Euro gut angelegt ist«, sagten Günther und Martin Zimmer. Doch das Unternehmen bedenkt nicht nur »Leser helfen«. Jeweils 10 000 Euro gehen an ein SOS-Kinderdorf, das in Syrien im Aufbau ist. Weitere 10 000 Euro sind an die Bürgerstiftung der Stadt Rheinau geflossen.

Integration von Füchtlingen

Generell setzt sich die Zimmer Group für die Integration ein. Unter Federführung von Jonas Zimmer haben an einem Samstag im Mai von 9 bis 14 Uhr 20 Mitarbeiter, darunter 13 Auszubildende, ein Fahrradprojekt realisiert: »Wir haben 30 alte Fahrräder gesammelt, für 2000 Euro Material wie Klingeln, Lichter und Bremsen gekauft und mit Flüchtlingen die Räder repariert.« Die so verkehrssicher hergerichteten Räder wurden anschließend der Stadt Rheinau übergeben, die diese dann an Flüchtlinge, die die Fahrradprüfung bestanden haben, abgegeben hat – mit Fahrradpass, damit jeder Flüchtling auch einen Eigentumsnachweis hat.

Nach der Reparaturaktion hat die Firma Zimmer Group alle Beteiligten zu einem Grillfest eingeladen. »Daraus resultierten Praktika für drei Flüchtlinge, von denen einer mittlerweile als Arbeiter in der Montage übernommen wurde«, sagte Jonas Zimmer. Die Kommunikation bei Reparatur und Grillfest habe oft problemlos nonverbal funktioniert. Für eine Ausbildung aber reiche das nicht. Für Günther Zimmer ist es deshalb wichtig, dass es genügend Deutschkurse gibt: »Der Wille zur Ausbildung ist in vielen Betrieben da. Dazu gehört aber auch der Berufsschulunterricht, der ohne Deutschkenntnisse nicht funktioniert.«

1980 gegründet

Die heutige Zimmer Group wurde 1980 durch die Brüder Martin und Günther Zimmer als Zimmer GmbH Technische Werkstätten in Rheinau gegründet. Das Unternehmen, das mittlerweile nach eigenen Angaben weltweit rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt, gilt als Experte in sechs Technologie­bereichen: Handhabungs-, Dämpfungs-, Linear-, Verfahrens-, Werkzeug- und Maschinentechnik.

Die Produkte werden weltweit vertrieben. Dazu gehören unter vielen anderen beispielsweise Komponenten für alle Formen der Automation, unter anderem Greifer für Industrieroboter. Ein weiterer Teil der Produktionspalette ist die Dämpfungstechnik. »Die kennt jeder von zu Hause, etwa in der Küche bei Schubladen, die stoppen, wenn sie stark zugeschoben werden«, erklärte Jonas Zimmer.

Autor:
Thomas Reizel

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