Friesenheim-Oberschopfheim

Zwei Hinweise zum Hells-Angels-Mord

05. Februar 2016
&copy Ulrich Marx / Archiv&copy Ulrich Marx / Archiv

Die Staatsanwaltschaft Offenburg und die Polizei arbeiten weiter daran, um in dem Fall des am 27. November 2012 erschossenen Hells-Angels-Mitglieds Tommy G. weiterzukommen. Noch gibt es keinen konkreten Tatverdacht, doch bei Straftaten wie Mord werden die Ermittlungen nie ganz eingestellt.

So seien bei der Staatsanwaltschaft in Offenburg zuletzt zwei Hinweise eingegangen, bestätigte Pressesprecher Heiko Baumert auf Anfrage der Mittelbadische Presse. »Doch diese haben sich nicht erhärten lassen«, ergänzte er.

Wie berichtet, hatte eine Spaziergängerin um  8 Uhr die Leiche im Bereich der Friesenheim-Oberschopfheimer Leutkirche entdeckt. Dass es an diesem Tag und in der Nacht zuvor stark geregnet hatte, erschwerte die Spurensicherung erheblich.
Zwar hatte sich recht bald herausgestellt, dass der Erschossene in große Drogengeschäfte verwickelt war, drei Helfer sind mittlerweile rechtskräftig verurteilt. Im Umfeld der Ermittlungen wurden auch dubiose Geschäfte um Luxuskarossen ruchbar, doch in Bezug auf den Mord haben sich keine neuen Hinweise ergeben.

»Mord verjährt nie«

Eine Hoffnung bleibt jedoch noch: »Mord verjährt nie. Vielleicht ergibt sich im Zuge anderer Ermittlungen noch etwas, vielleicht bekommen wir auch noch einen Hinweis.« Dass selbst hoffnungslos geglaubte Fälle doch noch geklärt werden können, hat die brutale Vergewaltigung zwischen Friesenheim und Lahr aus dem Jahr 2003 gezeigt. Sie wurde nach zehn Jahren geklärt.

Der Täter hatte am Opfer DNA-Spuren hinterlassen. Die wurden gesichert und im Computer des Bundeskriminalamtes gespeichert. Als der Mann wegen eines Einbruchs in Düsseldorf im April 2013 eine Speichelprobe abgeben musste, ergab sich wenig später ein Volltreffer. Am Landgericht Offenburg wurde der Mann zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Im Hells-Angels-Fall stehen die Chancen schlechter. »Wir haben am Tatort nichts gefunden, auch die Tatwaffe fehlt. Es sieht einfach nicht gut aus«, hatte Martin Seifert, vor Baumert Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Offenburg, 2013 gesagt.

Autor:
Thomas Reizel

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