Oberkirch

Esperantisten mahnten zum Frieden

Autor: 
red/all
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26. November 2014

Geschichten aus dem Krieg in der Sprache des Friedens zu erzählen, hatten sich die Organisatoren aus Deutschland und Frankreich für ihr gemeinsames Esperanto-Herbstseminar vorgenommen. Zum zweiten Mal in diesem Jahr war ihr Treffen zum Praktizieren der Esperanto-Sprache dem Gedenken an die »Urkatastophe des 20. Jahrhunderts« gewidmet.
Der Ort hätte nicht besser gewählt sein können: der Bergsporn Maria Lindenberg in St. Peter im Schwarzwald, ein Pilgerziel schon seit vorchristlicher Zeit. Die gute Sicht reichte bis zum Hartmannsweilerkopf, dem »Menschenfresserberg« im Ersten Weltkrieg, wo bereits das gemeinsame Frühjahrsseminar stattgefunden hatte. Während des Ersten Weltkriegs mussten alle Esperanto-Kurse Zwangspause­ einlegen, die ganze schriftstellerische Tätigkeit der aufblühenden Sprachgemeinschaft kam in den Kriegsjahren zum Erliegen. Doch der Erfindungsgeist der Esperanto-Bewegung war nicht zu bremsen. Es waren Esperantosprecher der neutralen Schweiz, die einen Briefvermittlungsdienst zwischen Soldaten und ihren Angehörigen aus beiden verfeindeten Kriegslagern aufbauten. Diese praktische Hilfe in der Kriegsnot stellte die Lebenskraft der jungen »Internationalen Sprache« und ihrer Sprechergemeinschaft unter Beweis.
Zum Seminar eingeladen waren nicht nur Menschen, die bereits fließend Esperanto sprechen, sondern auch solche, die es lernen wollen. Zehn der 50 Teilnehmer waren Anfänger ohne oder mit Vorkenntnissen.

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