Schauspieler in wichtiger Mission Akteure der

Theaterpädagogische Akteure spielen an Georg-Schöner-Schule

Autor: 
Michael Mai
Lesezeit 4 Minuten
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08. März 2019

Leah Bukatsch und Gregor Marstaller stärken mit ihrem Präventionsprogramm „Die große Nein-Tonne“ und „Mein Körper gehört mir“ die Grundschüler der Georg-Schöner-Schule Steinach in ihrem Selbstbewusstsein und thematisieren das Thema „Sexueller Missbrauch“. ©Michael Mai

Schauspieler gastieren an der Steinacher Georg-Schöner-Schule. Ihr Anliegen: Mit Theaterstücken das Selbstbewusstsein stärken und das Thema »Sexuellen Missbrauch« aufgreifen.

Mit den Präventionstheaterstücken „Die große Nein-Tonne“ und „Mein Körper gehört mir“ gastieren zur Zeit Schauspieler der theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück an der Georg-Schöner-Schule in Steinach. Die Präventionsprojekte, die komplett vom Förderverein der Schule finanziert werden, greifen die Themen „Stärkung des Selbstbewusstseins“  und „Sexueller Missbrauch“ auf.

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Zunächst wurden im Rahmen eines Elternabends anschauliche Elterninformationen vermittelt, wobei die Eltern unmittelbar erleben konnten, womit ihre Kinder in der Schule konfrontiert werden. Mit sichtlicher Freude und Anteilnahme versetzten sich die Eltern in die Rolle ihrer Kinder, als sie nicht nur die vorgeführten Szenen mit wachen Augen verfolgten, sondern bei der Nachbesprechung der Szenenfolgen auch sehr kindvertraute Anmerkungen machten. Mit der „Großen Nein-Tonne“ erforschen die Schauspieler Leah Bukatsch und Gregor Marstaller mit den Schülern der 1. und 2. Klasse ihre individuellen Nein-Gefühle. Dabei entdecken die Kinder Unterschiede zwischen lästigen, aber sinnvollen Regeln und inakzeptablen Fremdbestimmungen.

„Zähneputzen ist wichtig. Aber Erwachsene, die für Kinder bestimmen, dass die Suppe nicht mehr zu heiß ist, überschreiten ihre und unsere Grenzen. Alles, was sie nicht länger hinnehmen wollen und müssen, entsorgen die entschlussfreudigen Figuren in unserem Stück in einer großen Tonne“, erklären die Theaterpädagogen. „So werden sie den Schülern zu Vorbildern und ermutigen sie, ihren Gefühlen zu vertrauen – eine unverzichtbare Lektion für die Entwicklung eines starken Selbstbewusstseins. Den Schülern wird bewusst, dass der eigene Bauch weiß, wo es lang geht.“ Die große Nein-Tonne sensibilisiert Kinder auch für körperliche Grenzverletzungen und macht ihnen Mut, sich gegen sie zu wehren. Damit greift dieses Programm bereits das Thema „Sexuelle Gewalt“ auf, dass mit den Dritt- und Viertklässlern mit dem Stück „Mein Körper gehörte mir“ vertieft wird. „High five“ ist toll und auch der Wettlauf mit der Mutter oder sanftes Haare bürsten gibt ein gutes Gefühl..Doch wenn der Nachbar einem beim Tennistraining an den Po fasst, löst dies ein Nein-Gefühl aus. Es gibt Berührungen, die wir nicht wollen. Davon und wie darauf reagiert werden kann erfahren die Schülern in den Spiel- und Interaktionsszenen von „Mein Körper gehört mir“. Das mehrfach ausgezeichnete Programm der theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück orientiert sich inhaltlich an der Lebenswirklichkeit der Kinder: eine Fahrt im Bus, Spielen auf dem Schulhof oder das Finden neuer „Freunde“ im Chat. Anhand dieser Spielszenen werden verschiedene Formen sexueller Gewalt erklärt,. Eine besondere Bedeutung hat hierbei der Austausch mit den Kindern, denn sie werden angeregt, Fragen zu stellen, Vorschläge zu machen und sich allgemein mitzuteilen. Sie erfahren so, was sexueller Missbrauch ist, dass sie ihren Gefühlen trauen können und dass jeder Mensch das Recht hat „Nein!“ zu sagen, wenn eine Berührung unangenehm ist. Die Kinder bekommen immer wieder den Impuls, sich Hilfe zu holen, wenn sie welche benötigen Immer wenn sich etwas schlecht anfühlt, gibt es eine wichtige Schutzmaßnahem, vermitteln Leah Bukatsch und Gregor Marstaller den Kindern. „Stellt euch die drei Fragen, die schützen können. Was sagt mein Bauchgefühl? Weiß jemand, wo ich mich gerade befinde? Kann mir jemand helfen, wenn es gefährlich wird? Wenn ihr nur eine dieser Fragen mit „Nein“ beantwortet, sollt ihr euch dagegen entscheiden.“ Die Kinder sind alle lebendig dabei. Haben sie neues erfahren? „Ja“, sagt John (9). Vorher habe er nicht genau gewusst, was sexueller Missbrauch ist Und vor allem: „Ich habe nicht gewusst, dass Kinder daran nie schuld sind“, sagt er. Lara (10) ging es ebenso. Beide dachten, dass die Kinder in solchen Fällen auch eine Schuld treffe. Das Projekt ist noch nicht zu Ende. An den kommenden beiden Freitagen sind Leah Burkhard und Gregor Marstaller an der Georg-Schöner-Schule nochmals im Einsatz.

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