Bilingualer Zug

Grimmelsschüler nahmen an Friedensprojekt in Straßburg teil

Autor: 
Redaktion
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22. November 2018

©Schule

Vier Tage lang besuchte der bilinguale Zug der Klasse neun des Grimmelshausengymnasiums den von der internationalen Organisation AFS (American Field Service) organisierten Workshop »S’engager pour la paix en Europe – Engaging for peace in Europe« in Straßburg. Daran nahmen über 173 Schüler aus 43 Ländern teil. 
 

Untergebracht waren die zwölf Schülerinnen und Schüler im Séminaire de Walbourg und in Familien bei Hagenau. Zunächst stand ein Workshop zum Thema »Frieden« im Europäischen Parlament auf dem Programm. Der AFS, der im Ersten Weltkrieg verwundete Soldaten an der Front mit ihren Ambulanzwagen in umliegende Krankenhäuser gebracht hatte, begrüßte die Teilnehmer. Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg reorganisierte sich der AFS und vermittelt seither Schülerbegegnungen weltweit, um dem Friedenserhalt zu dienen. 

Appell: Europa gestalten

Erster Höhepunkt war die Begegnung der Jugendlichen mit der elsässischen Europaabgeordneten Anne Sander. Sie zeigte den Schülern, dass die Europäische Union und die europäischen Institutionen für die Europäer da sind und dass diese das Ziel haben, das Leben aller Europäer und Europäerinnen zu verbessern. Dazu seien auf europäischer Ebene aber immer Kompromisse nötig, da alle Mitgliedsstaaten unterschiedliche Interessen hätten. Dennoch, so ihr Appel, »müssen wir tagtäglich für dieses Europa kämpfen«, da es von Extremisten – links wie rechts – bedroht werde. Sie rief die Teilnehmer zur Gestaltung Europas und auch zu Mobilität innerhalb Europas auf. Hierbei verwies sie auf zahlreiche, europäische Austauschprogramme, wie etwa jenes des AFS. Nur wenn man sich kenne, Kontakte in anderen Ländern habe, habe man eine effiziente Waffe gegen Krieg, so Sander.

Im weiteren Verlauf lernten sich die Schüler und Schülerinnen kennen. Dann stand die Frage »was können wir tun, um die Welt etwas besser zu gestalten?« im Mittelpunkt. Die Klasse neun diskutierte diese Frage leidenschaftlich in einem Raum, in dem die Ausschüsse des Parlaments tagen. Am Ende sollte dann ein erster Plan allen Teilnehmern vorgestellt werden – und zwar in Form eines »Elevator-Pitches«: Alle Gruppen hatten zwischen 30 und 60 Sekunden Zeit, ihr Projekt für den Frieden kreativ vorzustellen. Die Klasse neun aus Offenburg möchte in Form eines Theaterstückes dem »Sexismus« den Kampf ansagen. 

Der Tag wurde abgerundet durch den Besuch der US-amerikanischen Generalkonsulin, die die Ideen der Teilnehmer würdigte und zu deren Umsetzung aufrief. 

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Gedenken an Opfer

Vor der Gedenkfeier auf dem Hartmannsweilerkopf diskutierten die Schüler mit ihren französischen Freunden aus Roanne bei Lyon und Walbourg weiter darüber, wie man Frieden erhalten kann. Animiert wurde die spannende Diskussion von einer AFS’lerin, die von ihren Erfahrungen berichtete. 

Die Gedenkveranstaltung zum Ende des Ersten Weltkrieges am Hartmannsweilerkopf, die im Zeichen der deutsch-französischen Aussöhnung stand, war sehr beeindruckend. Besonders rührend war die Tatsache, dass neben der französischen auch die deutsche Nationalhymne gespielt wurde. 

Bei der Zeremonie wurden mahnende Worte des französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorgelesen. Eine Rednerin sprach davon, dass sie, wie Adenauer auch, von den »Vereinigten Staaten von Europa« träume. Neben den offiziellen Reden lasen außerdem Grundschüler aus Frankreich Auszüge aus Feldpostbriefen auf deutsch und französisch vor, die die Abscheulichkeit des Krieges vor Augen führten.  Die Schüler zeigten sich auch sehr betroffen von den vielen tausend Kreuzen und Gräbern.

Am Sonntag gedachten die Schüler abermals in Straßburg – diesmal bei Sonnenschein – dem Ende des Ersten Weltkrieges und hoffen, dass das ein oder andere Projekt grenzüberschreitend erarbeitet werden kann. 

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