Offenburg

Offenburger Muettersprochler in Freiburg

Autor: 
Ursula Haß
Lesezeit 3 Minuten
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09. Juni 2017

Musikernachwuchs der Oberlin-Kinder-Universität erfreute die aus dem alemannischen Sprachraum angereisten Muettersproch-Delegationen. ©Verein

Die Delegation der Offenburger Regionalgruppe der Muettersproch-Gesellschaft nahm an der Hauptversammlung in Freiburg teil. Dabei dachten die Teilnehmer bei der Versammlung über eine Neuaufstellung der Gruppen zu größeren Einheiten nach.

Wie jedes Jahr reiste eine größere Delegation der Offenburger Regionalgruppe der Muettersproch-Gsellschaft (MSG) zur Hauptversammlung nach Freiburg in das Bürgerhaus »Seepark« auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände, wo sie von Jürgen Hack, dem Gastgeber der MSG-Gruppe Freiburg, begrüßt wurden. 
Mit zauberhaften Geigenklängen, Cello- und Klaviermusik, dargeboten von den Kindern der Oberlin-Kinder-Universität, wurden die Gäste, die aus der Ortenau bis zum Bodensee, vom Hochrhein bis zur Schweiz und dem Elsass anreisten, musikalisch auf alemannisch mit volkstümlichen Liedern wie »Hans im Schnookeloch« »Muetter’s Stübele«, aber auch mit Klassik von Mozart bis Haydn eingestimmt. 

Filmprojekt
Und mit Oberlin wurde auch gleich der Bogen über den Rhein ins Elsass gespannt, denn Johann Friedrich Oberlin, 1740 in Straßburg geboren und 1826 in Waldersbach gestorben, war ein evangelischer Pfarrer, Pädagoge und Sozialreformer aus dem Elsass, auch bekannt als einer der Väter des Kindergartens. 

Nach den obligatorischen Jahresberichten gab es auch Ausblicke in die Zukunft. So denkt die Muettersproch-Gsellschaft über eine Neuaufstellung der Gruppen zu größeren Einheiten nach. Auch aktuelle und weitergehende Projekte, wie zum Beispiel Filmaufnahmen mit den bekanntesten Mundart-Autoren der MSG für das Archiv und auf Youtube sind vorgesehen. 
Mit Gaby Scheewe-Pfeil (»filmundso«) und betreut durch Margot Müller, beide aus Offenburg, wurde eine professionelle Filmemacherin für dieses auf einige Jahre angelegte Projekt gefunden. 

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Heimattage in Waldkirch
Die ersten Videoclips von Stefan Pflaum und Rosemarie Banholzer kann man sich bereits auf www.alemannisch.de anschauen. Auch sind Arbeitskreise für die Mundartpräsentation auf den badenwürttembergischen Heimattagen in Waldkirch 2018 vorgesehen. 

Nach der Entlastung des Gesamtvorstands fanden dann die Neuwahlen statt. Und da der Vorstand zur Freude aller Muettersprochler hervorragend gearbeitet hatte, wurde er auch einstimmig wiedergewählt. Vorsitzender bleibt Franz-Josef Winterhalter aus Oberried, Walter Möll aus Singen ist sein Stellvertreter, und Martha Meyer aus Glottertal führt auch weiterhin die Kasse. 

Schriftführerin Uschi Isele­ aus Opfingen bleibt ebenso erhalten wie Jürgen Hack als Sprecher der Gruppen. Zu Beisitzern wurden wiedergewählt, Lothar Fleck (March), Margot Müller (Offenburg) und Heidi Zöllner aus dem Wiesental. 
Zur Offenburger Gruppe, die mit dem Baden-Württemberg-Ticket der Bahn die Reise antrat, gesellten sich auch vier Mitglieder aus dem Elsass, vertreten durch Jean-Marie Woehrling von der René-Schickele-Gesellschaft und Martine Hurstel vom Centre Culturel Alsacien, Straßburg. 

Die Offenburger Delegation, die sich eigentlich auf viele gute Gespräche und freundschaftliche Begegnungen mit Gleichgesinnten freute, hatte auf ihrer Reise mit 350 lebhaften Fußballfans zu kämpfen, wobei sie auch auf ein starkes Polizeiaufgebot am Hauptbahnhof, in der Innenstadt und Aufmärschen von Protestlern trafen. 
Für die Muettersproöchler war dies eine eher ungewohnte Situation. Und so waren alle froh, dass im heimatlichen Offenburg keine schwerbewaffneten Polizisten anzutreffen waren, und so fand der Ausklang im heimeligen Vereinslokal »Brandeck« ganz friedlich und freundschaftlich statt.

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