Viel erlebt im Örtchen Finowfurt

Ortenauer zu Gast beim Flößertreffen in Brandenburg

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02. Oktober 2019
Der Flößerverein Finwofurt hatte den 32. Deutschen Flößertag ausgerichtet.

Der Flößerverein Finwofurt hatte den 32. Deutschen Flößertag ausgerichtet. ©Thomas Reizel

Eine Abordnung des Flößerei- und Verkehrsmuseums Gengenbach hat Anfang September am 32. Deutschen Flößertag im brandenburgischen Finowfurt teilgenommen. Vertreten waren auch Flößer aus Wolfach und Schiltach.

Schon der Empfang im Ringhotel „Schorfheide“ war ein Erlebnis. Ein Jäger empfing die bundesweit angereisten Teilnehmer mit Jagdhornklängen. Anschließend gab es eine Führung durch den großzügigen Hotelpark, dessen Zentrum das Jagdschloss „Hubertusstock“ war.

Der „Hubertusstock war die offizielle Jagdresidenz des deutschen Staatsoberhauptes in der Zeit des Deutschen Kaiserreiches und der Weimarer Republik. Wegen seiner repräsentativen Aufgaben bürgerte sich der Begriff Jagdschloss Hubertusstock ein. In der DDR zu Zeiten Erich Honeckers hatte es eine vergleichbare Funktion. Der 1973 abgeschlossene Nachbau auf den alten Grundmauern diente bis zum Ende der DDR als Gästehaus der Regierung. Heute ist es möglich, dort standesamtlich zu heiraten.

Besonders beeindruckend war am Freitag eine Schifffahrt auf dem Oder-Havel-Kanal, bei der das älteste und zweithöchste Schiffshebewerk Deutschlands passiert wurde. Dazu werden seit 1934 in Niederfinow 36 Höhenmeter ausgeglichen.

Überdimensionaler Pool

Wie in einem überdimensionalen Swimmingpool werden die Schiffe quasi wie in einem Aufzug nach oben beziehungsweise unten transportiert. In Bau befindet sich derzeit ein neues Hebewerk, um den Frachtverkehr auf bis zu 110 Meter langen Schiffen auf den europäischen Wasserstraßen zur Ostsee sicherzustellen.

Nachmittags ging es mit dem Bus in das rund 50 Kilometer entfernte Berlin zu einer abendlichen Spreefahrt. Hier unterhielt „Seemann Loschi“ die Teilnehmer des 32. Deutschen Flößertags. Die Reise auf dem Brückenschiff Heinrich Zille startete am Historischen Hafen und führte vorbei an Nikolaiviertel, Dom, Museumsinsel, Regierungsviertel und Charlottenburg.

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Der Gemeinde Schorfheide, zu der Finowfurth zählt, ist der Erhalt der Flößertradition ein großes Anliegen, erklärte Bürgermeister Wilhelm Westermann vor rund 200 Teilnehmern. Deshalb hat sie einen langen Flößerpfad angelegt und den Flößern ein Vereinsheim zur Verfügung gestellt. Dieser war vor dem Empfang besichtigt worden.

Großer Festumzug

Den Festabend im Ringhotel Schorfheide“ gestalteten die »Werbellinsee-Gnitzen« und DJ Bodo Derkow humorvoll und flott. Diesen genoss übrigens auch Carsten Lachenauer, Bürgermeister der Gemeinde Unterreichenbach bei Calw, dem Ausrichter des 31. Deutschen Flößertags im vergangenen Jahr.

Vor der Abreise am Sonntagmittag zogen alle Flößergruppen in einem Festumzug zur Kirche, in der es einen ökumenischen Gottesdienst und den Segen gab. Die Teilnehmer versprachen, sich spätestens beim 33. Deutschen Flößertag wiederzusehen. Er wird Ende Juli im hessischen Reinhardshagen (Oberweser) stattfinden.

Fördert Forschung

Die Deutsche Flößerei-Vereinigung ist Ansprechpartner für alle Fragen zur Flößerei und vermittelt die entsprechenden Kontakte zum Thema Flößerei. Sie fördert die Forschung über Geschichte und Gegenwart der Flößerei, die Dokumentation und Erhaltung von Sachgütern und Flößerei-Bauwerken in der Landschaft, sowie die Arbeit der Flößer als wichtiges Zeugnis der immateriellen Kultur, die von Floßvereinen gepflegt wird. Die Vereinigung hat 164 Einzelmitglieder und ist der Dachverband der Flößervereine in Deutschland. Bislang sind 30 Institutionen und Vereine Mitglied.

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