Im Escape Room gegen Mobbing

Schüler hatten das Rätsel eines bösen Hackers zu lösen

Autor: 
Michael Haß
Lesezeit 3 Minuten
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05. März 2019
Ein äußerst kniffliges Rätsel mit pädagogischem Wert galt es für die Schüler in Gruppen zu lösen.

Ein äußerst kniffliges Rätsel mit pädagogischem Wert galt es für die Schüler in Gruppen zu lösen. ©Schule

An der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg sind Jugendliche in einem »Escape Room« auf spielerische Art zu Cybermobbing, Shitstorm und Hacker-Angriffen sensibilisiert worden.

Eine Kapuzengestalt verhöhnt mit verzerrter Stimme die Gruppe von Schülern, die vor einem Monitor steht. »Ihr werdet die Aufgaben sowieso nicht lösen können und dann zerstöre ich das Leben eines unschuldigen Menschen«, tönt die Stimme des Hackers. Die Schüler des Berufskollegs starren irritiert auf den Monitor, halten sich aber nicht lange mit den Drohungen auf. Sie schauen sich im Raum um und prüfen verschiedene, herumliegende Gegenstände, die ihnen Hinweise geben könnten. Um aus dem Escape Room zu gelangen, müssen sie die Aufgaben lösen, die ihnen der Hacker gestellt hat. Doch viel wichtiger ist: Sie müssen herausfinden, wer das Opfer ist und es vor dem Shitstorm schützen, den der Hacker auslösen will. Fotos von fünf potenziellen Opfern finden die Schüler im Raum. Um die richtige Person zu finden, haben sie 45 Minuten Zeit.

Mobbing ist kein neues Phänomen. In den vergangenen Jahren hat sich aber der Tatort immer mehr von Schulklasse oder Pausenhof ins Internet verlagert. »Ich bin in sozialen Netzwerken vorsichtig geworden«, sagt der 17-jährige Matthias aus der Klasse des einjährigen Berufskollegs. »Was einmal im Netz steht, bleibt dort auch – selbst wenn man es an der ein oder anderen Stelle löscht. Manchmal tauchen alte Einträge Jahre später wieder auf.« Dadurch sind die Traumatisierungen durch Cyber-Mobbing viel schlimmer. 

Verschiedene Themen

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Eine mobile Station in Form eine Escape Rooms, die von der Landeszentrale für politische Bildung für eine Woche in zwei Klassenzimmern aufgebaut wird, generiert Fragestellungen und Aufgaben, zusätzlich kommen verschiedene Requisiten zum Einsatz. Im Szenario, das zu Beginn mit der Stimme des Hackers erklärt wird, müssen Schüler Rätsel lösen, bevor sie den Raum wieder verlassen. So sollen sie sich spielerisch mit Themen wie Datensicherheit, Fake News und Instrumentalisierung von Informationen auseinandersetzen.

Sowohl Medien- als auch Sozialkompetenzen werden dabei geschult, sagt Elke Padel, Abteilungsleiterin des Technischen Gymnasiums und betont, dass besonders in aktuellen Zeiten wachsender Konflikte die Auseinandersetzung junger Menschen mit demokratischen Werten wichtig sei.

Begleitet wird das Projekt an der Gewerblich-Technischen Schule Offenburg von zwei angehenden Lehrern, die die einzelnen Gruppen in das Spiel einführen. Die beiden beobachten das Szenario über Kameras, die in dem Escape Room angebracht sind. Wenn Schüler nicht weiter wissen, schicken sie ihnen im Namen des bösen Hackers Hinweise über den Monitor. Die Schüler überprüfen den Wahrheitsgehalt. Nicht alle Gruppen lösen das Rätsel in den 45 Minuten. Ganz gut dabei waren angehende Fachinformatiker. »Das ist ein Wissensbereich, indem wir uns eben besonders gut auskennen«, grinst der 19-jährige Berufsschüler Lukas.

Nach 45 Minuten hat die Gruppe des Berufskollegs das Rätsel gelöst. »Es war eine große Herausforderung«, resümiert Florian Irslinger und ergänzt: »Ich werde nicht mehr viel von mir in Netzwerken preisgeben und vor allem sichere Passwörter benutzen.«

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