Rangun

Amnesty entzieht Aung San Suu Kyi wichtigsten Preis

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
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13. November 2018
Aung San Suu Kyi, Regierungschefin von Myanmar, ist nicht mehr «Botschafterin des Gewissens».

Aung San Suu Kyi, Regierungschefin von Myanmar, ist nicht mehr «Botschafterin des Gewissens». ©dpa - Bullit Marquez/AP

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Myanmars Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ihre wichtigste Auszeichnung wieder entzogen. Die 73-Jährige verlor damit das Recht, sich weiterhin als «Botschafterin des Gewissens» zu bezeichnen.

Die Menschenrechtler begründeten dies damit, dass Suu Kyi als Regierungschefin ihres südostasiatischen Heimatlands die eigenen Werte von früher «in beschämender Weise verraten» habe.

Die einstige Oppositionsführerin steht wegen der brutalen Vertreibung von mehreren Hunderttausend Muslimen der Volksgruppe der Rohingya seit mehr als einem Jahr massiv in der Kritik. Die Vereinten Nationen sprechen von «Völkermord». Immer wieder gibt es auch Forderungen, Suu Kyi den Friedensnobelpreis wieder abzuerkennen. Dies ist nach Angaben des Nobelpreis-Komitees aber unmöglich.

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Amnesty-Generalsekretär Kumi Naidoo teilte der einst hochgeschätzten «Lady» nun jedoch in einem Brief mit, dass ihr die Auszeichnung als «Ambassador of Conscience» («Botschafterin des Gewissens») entzogen wurde. Suu Kyi hatte den Preis 2009 bekommen, als sie noch unter Hausarrest stand. Inzwischen führt sie in Myanmar (ehemals: Birma) mit dem Titel einer «Staatsrätin» die Regierung. Darin ist auch das Militär, das sie einst verfolgen ließ, mit mehreren Ministern beteiligt. Mehrfach verteidigte sie das Vorgehen gegen die Rohingya.

Der Amnesty-Generalsekretär warf ihr vor, gegenüber Gräueltaten des Militärs gleichgültig zu sein und auch die Meinungsfreiheit nicht ausreichend zu schützen. Amnesty habe eigentlich erwartet, dass Suu Kyi ihre «moralische Autorität» nutze, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: «Heute sind wir zutiefst bestürzt, dass Sie nicht länger ein Symbol der Hoffnung, des Mutes und der unermüdlichen Verteidigung der Menschenrechte sind.»

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