Corona-Pandemie

Ärzteverband hält Lage in Deutschland für beherrschbar

Autor: 
red/dpa
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05. November 2020
Der Ärzteverband sieht kein Chaos auf Deutschland zukommen. (Symbolbild)

Der Ärzteverband sieht kein Chaos auf Deutschland zukommen. (Symbolbild) ©Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Trotz der steigenden Corona-Zahlen sieht der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte optimistisch in die kommenden Monate. Dennoch mahnen die Verantwortlichen angesichts der dünnen Personaldecke.

Baden-Baden - Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes hält die Lage der Corona-Neuinfektionen in Deutschland trotz der hohen Zahlen für beherrschbar. „Dass die Lage außer Kontrolle ist, würde ich nicht sagen“, sagte die Verbandspräsidentin Ute Teichert am Donnerstag dem Südwestrundfunk (SWR).

Es gebe zwar auch Infektionen, die man nicht direkt erfassen könne. „Aber es ist ja nicht so, als ob wir von einer großen Welle überrollt würden und gar nicht mehr wissen, wie wir damit umgehen.“ Teichert räumte aber ein, dass es den Gesundheitsämtern an Personal fehle. „Das wird auf jeden Fall zu einem Problem führen.“

Höchster Wert seit Beginn der Pandemie

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Mit Blick auf Pflegeheime widersprach der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, den Aussagen Teicherts. Wenn man in der Altenpflege fünf Tage auf die Auswertung eines PCR-Tests warten müsse, dann sei die Lage in diesem Pflegeheim außer Kontrolle. „Genau diese Situation wird aus immer mehr der rund 12 000 Einrichtungen berichtet“, sagte Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Infektionsketten könnten so nicht verhindert werden. Bei der Hälfte der rund 11 000 Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 handele es sich um Pflegeheimbewohner. „Wir brauchen sofort eine Priorisierung bei der Auswertung der PCR-Tests.“ Der Bundesgesundheitsminister sei gefordert.

Mit 19 990 erfassten Neuinfektionen veröffentlichte das Robert Koch-Institut (RKI) an diesem Donnerstag den bislang höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Bereits am vergangenen Samstag hatte das RKI 19 059 neue Fälle gemeldet.

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