Oberlandesgericht Frankfurt

Bahn darf nicht nur die Anrede „Herr“ und „Frau“ anbieten

red/epd
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
21. Juni 2022
Die Bahn muss ihre Anrede ändern (Symbolbild).

Die Bahn muss ihre Anrede ändern (Symbolbild). ©Foto: IMAGO/Dirk Sattler

Nach einem Gerichtsurteil muss die Deutsche Bahn in ihren Kundengeschäften künftig die Anrede ändern. Die Hintergründe.

Die Deutsche Bahn muss nach einem Gerichtsurteil in ihren Kundengeschäften die Anrede ändern. Das Unternehmen müsse entweder auf die Anrede „Herr“ oder „Frau“ ganz verzichten oder weitere Anreden anbieten, damit sich auch Menschen angesprochen fühlen, die sich nicht als Mann oder Frau empfinden, befand der 9. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt am Main am Dienstag.

Geklagt hatte die Person René-Rain Hornstein aus der Nähe von Osnabrück, die zurzeit ein Promotionsverfahren in Psychologie absolviert. Sie hatte im September 2019 über die Website der Deutschen Bahn eine Fahrkarte gekauft. Diese ermöglicht bisher nur eine weibliche oder männliche Registrierung und verhinderte es, das Ticket zu buchen, wenn man sich nicht einem der beiden Geschlechter zuordnet.

Ordnungsgeld bei Zuwiderhandlung

- Anzeige -

Die Bahn müsse es ab sofort unterlassen, die klagende Person zu diskriminieren, indem diese sich als Frau oder Mann anreden lassen müsse, verkündete die Vorsitzende Richterin Charlotte Rau. Weiterhin müsse die Bahn ab Beginn nächsten Jahres in ihrem Kundengeschäft überhaupt die Diskriminierung unterlassen, dass sie zwingend die Angabe der Anrede „Frau“ oder „Herr“ verlangt. Bei Zuwiderhandlung müsse die Bahn ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro zahlen oder alternativ eine Haftstrafe in Kauf nehmen.

Das Gericht sprach der klagenden Person eine Entschädigung in Höhe von 1.000 Euro plus Zinsen zu. Sie hatte eine Entschädigung über 5.000 Euro gefordert. Außerdem müsse die Bahn Kosten der klagenden Person in Höhe von knapp 500 Euro übernehmen. Die Verfahrenskosten wurden beiden Parteien je zur Hälfte auferlegt. Zur Urteilsverkündung war keine der Parteien erscheinen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

Der Kanzler spricht, der Wirtschaftsminister lauscht.
23.09.2022
Nachrichten
Umfragen zeigen: Das Vertrauen in die Demokratie nimmt ab. Dafür ist auch die „Ampel“ verantwortlich. Nur mit Verlässlichkeit, Kompetenz und Selbstkritik lassen sich die Bürger überzeugen – nicht mit Arroganz oder staatlichen Erziehungsprogrammen.
Die hohen Energiepreise treiben die Inflation in die Höhe, was wiederum zu einem empfindlichen realen Kaufkraftverlust der privaten Haushalte führt.
21.09.2022
Nachrichten
Erst Stagflation, dann Rezession – und ein rekordhoher Kaufkraftverlust.
Und noch ein Entlastungspaket: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, 2.v.r.), kommt neben Omid Nouripour (l), Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, Saskia Esken (r), Bundesvorsitzende der SPD, sowie Christian Lindner, FDP-Bundesvorsitzender und Bundesminister der Finanzen zur Pressekonferenz nach den Beratungen von SPD, Grünen und FDP im Koalitionsausschuss. Der Koalitionsausschuss des Ampelbündnisses hat am 4. September ein neues Entlastungspaket für die Bürger beschlossen.
14.09.2022
Mehr oder weniger Staat?
Staatliche Hilfen sind in der Energiekrise in Mode. Wichtiger wäre eine konsequente Bekämpfung der Inflation, denn nichts macht so zuverlässig arm wie sie. Doch die EU sucht ihr Heil in detailverliebtem Dirigismus.
14.09.2022
Grundsatzurteil gefällt
Ist die Vertrauensarbeitszeit bald passé? Diese Frage stellt sich nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts. Während in Politik und Wirtschaft noch über eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes diskutiert wird, schaffen die Richter Fakten - mit Auswirkungen auf die Arbeitswelt vieler Menschen.
Der Deutsche Bundestag, hier bei der Generaldebatte am Mittwoch, ist das politische Basislager von Friedrich Merz.
09.09.2022
Wohin steuert die CDU?
Der CDU-Chef will sich neu erfinden – auf dem Parteitag wird er Farbe bekennen müssen.
08.09.2022
Prinz Charles ist jetzt König
Kein britischer Monarch war so lange auf dem Thron wie Elizabeth II. Mit ihrem Tod geht eine Ära zu Ende. Nachfolger ist Prinz Charles.
„Achtung, Reichelt!“: Der frühere «Bild»-Chefredakteur Julian Reichelt nimmt sich dreimal pro Woche bevorzugt die deutsche Regierung, die Grünen und die Woke-Bewegung vor.
06.09.2022
Medien
Mit seiner Sendung „Achtung, Reichelt!“ will der Ex-“Bild“-Chef den Medienmarkt aufmischen. Das alarmiert nicht nur seine Gegner.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Es ist angerichtet - die Gäste können kommen - zur großen Küchenparty, die am 28. September ab 18.30 Uhr im Hotel Liberty "steigt".
    16.09.2022
    Hotel Liberty: Sich von Sterneköchen verwöhnen lassen
    Das Ambiente allein im Offenburger Hotel Liberty lässt jeden Aufenthalt zum Erlebnis werden. Ist Party angesagt, dann potenzieren sich Location, Kulinarik und Show noch einmal. Alles zusammen ergibt eine einmalige kulinarische Reise – genannt Küchenparty.
  • Das repräsentative Gebäude von Möbel Seifert in der Acherner Innenstadt. Auf fünf Etagen gibt es aktuelle Wohnideen zu sehen.
    11.09.2022
    Möbel Seifert in Achern: Beste Preise zu besten Leistungen
    Man spürt es deutlich: die Tage werden kürzer, die Hitze weicht angenehmen spätsommerlichen Temperaturen. Bald ist die Draußenzeit vorbei und wir sehnen uns nach einem gemütlichen, kuschelig eingerichteten Zuhause. Dafür ist Möbel Seifert in Achern der ideale Partner.
  • Edel und funktional - eine der 30 Musterküchen, die bei Möbel RiVo in Achern-Fautenbach im Maßstab 1:1 zu besichtigen sind.
    09.09.2022
    Besuchen Sie Möbel RiVo in Achern-Fautenbach
    Küchenkauf ist Vertrauenssache. Es geht schließlich um eine Investition, die Jahrzehnte gute Dienste leisten und Freude machen soll. Die Experten von Möbel RiVo verfügen über langjährige Erfahrung, denn das familiengeführte Unternehmen existiert seit 50 Jahren.
  • Vor 175 Jahren verkündeten im Salmen die "entschiedenen Freunde der Verfassung" den ersten freiheitlich-demokratischen Grundrechtekatalog. Beim Freiheitsfest lebt dieser historische Meilenstein wieder auf.
    07.09.2022
    Heimattage: Großes Landesfest mit Zapfenstreich und Umzug
    175 Jahre Offenburger Forderungen, 70 Jahre Baden-Württemberg, Freiheitsfest, Museumsfest: Was am 10. und 11. September in Offenburg im Rahmen des Landesfestes geboten wird, sucht seinesgleichen. Außergewöhnliches Highlight ist der Große Zapfenstreich am Samstagabend.