Frankfurt/Main

Brüder aus Wiesbaden sollen Anschlag geplant haben

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
22. März 2019
Antiterror-Übung eines Spezialeinsatzkommandos der Frankfurter Polizei. Den Verhafteten wird vorgeworfen, gemeinsam verabredet zu haben, einen islamistisch motivierten Anschlag zu verüben.

Antiterror-Übung eines Spezialeinsatzkommandos der Frankfurter Polizei. Den Verhafteten wird vorgeworfen, gemeinsam verabredet zu haben, einen islamistisch motivierten Anschlag zu verüben. ©dpa - Boris Roessler/Symbol

Die Polizei hat im Rhein-Main-Gebiet mehrere Salafisten festgenommen, die einen Terroranschlag geplant haben sollen.

Sie wurden am Freitag nach Antiterror-Durchsuchungen in Hessen und in Rheinland-Pfalz gefasst. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen sie «gemeinsam verabredet haben, einen islamistisch-terroristisch motivierten Anschlag unter Einsatz eines Fahrzeugs und Schusswaffen zu verüben und dabei so viele «Ungläubige» wie möglich zu töten», wie eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft mitteilte.

Insgesamt wurden elf Menschen festgenommen. Einer davon offensichtlich in anderem Zusammenhang, denn die Ermittlungen richten sich lediglich gegen zehn Beschuldigte zwischen 20 und 42 Jahren. Hauptverdächtige sind zwei 31 Jahre alte Brüder aus Wiesbaden und ein 21-Jähriger aus Offenbach, die jeweils die deutsche Staatsangehörigkeit haben, wie die Sprecherin berichtete. Zur Vorbereitung des Anschlags sollen die Männer bereits Kontakt zu verschiedenen Waffenhändlern aufgenommen, ein größeres Fahrzeug angemietet und Geld gesammelt haben. Weitere Angaben dazu, wie konkret die Anschlagspläne entwickelt waren, gab es nicht.

Verdeckte Ermittlungen hätten auf die Spur der Beschuldigten geführt, hieß es. Ihnen würden Terrorismusfinanzierung und das Verabreden zu einem Verbrechen zur Last gelegt. Es bestehe der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, so die Staatsanwaltschaft. Bei der Festnahme hätten die Beschuldigten keinen Widerstand geleistet. An den Durchsuchungen und Festnahmen waren auch Spezialkräfte beteiligt.

- Anzeige -

Im Zuge der Durchsuchungen wurde umfangreiches Material sichergestellt, darunter mehr als 20 000 Euro Bargeld, mehrere Messer, kleinere Mengen Rauschgift sowie eine Vielzahl schriftlicher Unterlagen und elektronischer Datenträger.
Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) erklärte, er gehe davon aus, dass es den Ermittlern gelungen sei, eine schwere Straftat zu verhindern. «Die Polizei ist rechtzeitig eingeschritten, um mögliche Anschlagsplanungen in einem frühen Stadium zu unterbinden», erklärte Beuth. Die Behörden hätten die radikal-islamistische Szene fest im Blick. «Und wir werden unsere Bürgerinnen und Bürger mit allen Mitteln des Rechtsstaats vor Terror und Gewalt schützen.»

Das Rhein-Main-Gebiet gilt als einer der Schwerpunkte der hessischen Salafistenszene. Durchsuchungen und Razzien im Zusammenhang mit radikalem Islamismus hatte es bereits in den vergangenen Jahren mehrfach gegeben. Das Landesamt für Verfassungsschutz schätzte die Zahl der Islamisten in Hessen in seinem Jahresbericht für 2017 auf 4170, darunter 1650 Salafisten.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Terrorverdächtige festgenommen worden, die Anschläge geplant haben sollen. In Düsseldorf ist ein tunesisch-deutsches Ehepaar angeklagt, das an einer Bombe mit dem Bio-Kampfstoff Rizin gearbeitet haben soll. Im vergangenen August war zudem in Berlin ein Mann tschetschenischer Herkunft festgenommen worden, der mit dem Berliner Attentäter Anis Amri bekannt war und zusammen mit einem Franzosen einen Sprengstoff-Anschlag vorbereitet haben soll. Im Dezember 2018 hatte die Polizei in Mainz einen Syrer festgenommen, der verdächtigt wurde, sich an der Vorbereitung eines Terroranschlags in den Niederlanden beteiligt zu haben. In Deutschland war er bis dahin nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • vor 9 Stunden
    Ab Samstag
    In Kehl startet am Samstag wieder der beliebte Ostermarkt. Bis zum 28. April warten auf Besucher dort zahlreiche Attraktionen und ein vielfältiges Programm.
  • 17.04.2019
    500 Quadratmeter Fläche
    Der Obi Markt in Offenburg hat seine neue 500 Quadratmeter große »BBQ & Grillwelt« eröffnet – und ist damit die Top-Adresse für Grill-Fans. Kunden erwartet ein konkurrenzlos großes Angebot an Grills und Zubehör von Top-Marken. In den kommenden Wochen gibt es dazu ein sehenswertes Showprogramm.
  • 08.04.2019
    Was ist wichtig bei der Planung der perfekten Traumküche? Hier sind die 10 wichtigsten Fragen und Antworten!
  • 01.04.2019
    Lahr
    Wer auf der Suche nach einem Suzuki-Neuwagen oder einem Gebrauchten ist und gleichzeitig eine vertrauensvolle, persönliche Beratung möchte, dem kann geholfen werden: Das Suzuki-Autohaus Baral in Lahr ist genau die richtige Adresse für jegliches Anliegen rund um Suzuki. 

Weitere Artikel aus der Kategorie: Nachrichten

vor 4 Stunden
Berlin
Dass die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer auch die Kanzlerschaft anstrebt, steht außer Frage. Nur wann und vor allem wie könnte der Saarländerin das gelingen? In der Praxis ist das extrem schwierig.
vor 4 Stunden
Über Bundesschnitt
In Baden-Württemberg ist ein Fünftel (20 Prozent) der Bundesstraßen marode. Im bundesweiten Vergleich ist das überdurchschnittlich viel. Bundesweit sind 17,7 Prozent der Bundesstraßen so stark in ihrer Substanz angegriffen, dass Baumaßnahmen zeitnah geprüft werden müssen.
Die Skulptur eines gebrochenen Herzens vor dem Schulzentrum im sauerländischen Wenden: In der Nähe hatte ein 14-Jähriger seinen zwei Jahre älteren Mitschüler erwürgt.
vor 9 Stunden
Siegen
Während die Schulkinder der Kleinstadt Wenden in der zweiten Stunde dem Unterricht folgen, spielt sich ganz in ihrer Nähe ein grausiges Drama ab. In dem Waldstück direkt neben der Schule soll ein 14-Jähriger seinen zwei Jahre älteren Mitschüler mit bloßen Händen erwürgt haben.
Bucht im Fischerort Camara de Lobos: Die Atlantikinsel Madeira zieht jedes Jahr etwa 1,3 Millionen Urlauber an.
vor 10 Stunden
Funchal
Die «Blumeninsel» Madeira liegt etwa 950 Kilometer südwestlich von Lissabon im Atlantik und ist vor allem auch bei Deutschen sehr beliebt. Wanderer, Taucher und Golfer schätzen die atemberaubende Natur und das milde subtropische Klima. Madeira hat etwa 260.000 Einwohner, die Insel gehört zu...
Meinungsumfragen sehen die christdemokratische EVP mit dem deutschen CSU-Politiker Manfred Weber als Spitzenkandidaten bei der Europawahl vorn.
vor 10 Stunden
Brüssel
Fünf Wochen vor der Europawahl sehen aktuelle Meinungsumfragen die christdemokratische EVP mit dem deutschen CSU-Politiker Manfred Weber als Spitzenkandidaten trotz deutlicher Verluste vorn.
Apple hat inzwischen zwei Roboter-Linien zum iPhone-Recycling im Einsatz, die bis zu 2,4 Millionen Geräte pro Jahr zerlegen können.
vor 10 Stunden
Cupertino
Apple hat inzwischen zwei Roboter-Linien zum iPhone-Recycling im Einsatz, die bis zu 2,4 Millionen Geräte pro Jahr zerlegen können.
Bundesweit gibt es über 600 noch nicht vollstreckte Haftbefehle gegen Verdächtige oder Verurteilte aus der rechten Szene.
vor 10 Stunden
Wiesbaden
Bundesweit gibt es über 600 noch nicht vollstreckte Haftbefehle gegen Verdächtige oder Verurteilte von Straftaten aus der rechten Szene. Konkret gehe es dabei um 467 Personen, die bis Ende September vergangenen Jahres mit Haftbefehl gesucht wurden, teilte das Bundeskriminalamt mit.
Mindestens 34 Menschen starben im Jahr 2012 in diesem vietnamesischen Reisebus.
vor 11 Stunden
Salta
Der Busunfall in Madeira reiht sich in eine ganze Serie schwerer Busunglücke ein. Eine Auswahl:
Julia Wöllenstein ist Lehrerin und Autorin des Buches «Von Kartoffeln und Kanaken».
vor 11 Stunden
Kassel
Sie befürwortet ein Kopftuchverbot an Schulen, kritisiert einen «Söhnchenkult» muslimischer Familien und spricht von «falscher Toleranz»: Die Kasseler Lehrerin Julia Wöllenstein hat schon vor Erscheinen ihres Buches «Von Kartoffeln und Kanaken» für Schlagzeilen gesorgt.
Angela Merkel erweist ihrer verstorbenen Mutter die letzte Ehre.
vor 11 Stunden
Templin
Bei einem Trauergottesdienst im brandenburgischen Templin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag Abschied von ihrer verstorbenen Mutter genommen.
Was passiert, wenn selbstständige Maschinen tödliche Fehler machen?
vor 12 Stunden
München
Wer einen anderen Menschen verletzt oder tötet, wird bestraft und haftet dafür. Ein uraltes Rechtsprinzip, das zumindest dem Grundsatz nach in allen menschlichen Gesellschaften gilt.
Rettungskräfte sind nach dem schweren Busunglück auf Madeira im Einsatz.
vor 12 Stunden
Köln/München
Touristen sollten nach Einschätzung des Internationalen Bustouristikverbands RDA vor dem Einsteigen in Reisebusse deren Zustand prüfen.