Olympischen Sommerspiele

Bürgermeisterin von Paris lädt Macron zum Baden in der Seine ein

AFP
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13. Februar 2024
Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, will im Juli in der Seine baden (Archivfoto).

Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, will im Juli in der Seine baden (Archivfoto). ©Foto: IMAGO/PanoramiC/IMAGO/Jonathan Rebboah

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo ist entschlossen: „Wir werden im Juli in der Seine baden“, sagte sie zu Beginn des Jahres. Dazu lud sie auch Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron ein.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo ist entschlossen: „Wir werden im Juli in der Seine baden“, sagte sie zu Beginn des Jahres mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele in ihrer Stadt. Und zwar gleich dort, wo der Fluss am Pariser Rathaus vorbei fließe. Dazu lud sie auch Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron ein, der sich im Sommer regelmäßig von der Klatschpresse in Badehosen fotografieren lässt. 

„Wenn er mag, ist er herzlich willkommen“, sagte Hidalgo. Ob Macron den Sprung in den jahrelang arg verschmutzten Pariser Fluss wagen will, hat er noch nicht verlauten lassen. 

Das eigentliche Ziel der Bürgermeisterin ist es, den Fluss bis zu den Olympischen Spielen im Sommer so sauber zu bekommen, dass einige der Wettbewerbe darin ausgetragen werden können. Derzeit sieht es noch so aus, als ob dies klappen könnte. Ein kräftiges Gewitter kurz vor dem Triathlon oder dem Freiwasserschwimmen, die beide an der prunkvollen Brücke Pont d’Alexandre starten sollen, könnte dies aber noch verhindern. 

Seit 1923 ist in Paris das Baden in der Seine verboten

Neu ist die Idee nicht. Bereits bei den Sommerspielen im Jahr 1900 fanden die Schwimmwettbewerbe in dem Pariser Fluss statt, allerdings etwas westlich stadtauswärts. Damals nahmen 76 ausschließlich männliche Sportler aus zwölf Nationen teil. Einige der Wettbewerbe wurden nur dieses einzige Mal ausgetragen, darunter ein Hindernisschwimmen, bei dem ein Boot und eine Stange überklettert werden mussten, und ein Mannschaftsschwimmen, welches das deutsche Team gewann.

Damals gab es in Paris auch noch mehrere schwimmende Badeanstalten, die mit Wasser aus der Seine gespeist wurden. Das Schwimmbad Deligny etwa lag in der Nähe der Nationalversammlung. Ein Abgeordneter soll sich Anfang der 70er Jahre beim Innenminister über die Frauen beschwert haben, die dort oben ohne ein Sonnenbad nahmen. 

Seit 1923 ist in Paris das Baden in der Seine verboten. Die Präfektur nannte als Grund die Verschmutzung und die Gefahren durch die Schifffahrt. Als die Olympischen Spiele 1924 erneut in der französischen Hauptstadt ausgetragen wurden, wurde ein modernes 50-Meter-Becken im Norden der Stadt gebaut. 

Hidalgo macht Seine zum Angelpunkt der Pariser Olympia-Bewerbung

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Der damalige Pariser Bürgermeister Jacques Chirac war es, der 1988 das Schwimmen in der Seine wieder zum Ziel erklärte. „Ich bringe dann Handtücher und Antibiotika vorbei“, kommentierte der damalige Umweltminister trocken. Zu Chiracs Lebzeiten wurde aus dem Plan nichts. 

Erst Hidalgo griff den Plan 2016 wieder auf und machte die Seine zum Angelpunkt der Pariser Olympia-Bewerbung. Nicht nur die Schwimmer sollen den Fluss nutzen, die Seine soll auch als Bühne für eine spektakuläre Eröffnungsfeier dienen.

Seitdem investierte der Staat etwa 1,4 Milliarden Euro, um den Fluss zu säubern. Dabei geht es vor allem um zwei Probleme: Zum einen leiteten stromaufwärts etwa 30.000 Haushalte ihr Abwasser direkt in die Marne oder die Seine. Zum anderen hielt die Pariser Kanalisation größeren Niederschlagsmengen nicht stand, so dass mehrfach im Jahr Abwasser in den Fluss geschwemmt wurde. 

Wasserproben der Seine im vergangenen Sommer noch bedenklich gewesen

Um die Hausbesitzer zu überzeugen, ihre Abwasserleitung ordnungsgemäß anzuschließen, zogen Teams in den betroffenen Gegenden von Tür zu Tür. Für die Renovierung gab es staatliche Hilfen. Auch Bewohner von Hausbooten wurden aufgefordert, ihr Abwasser nicht mehr in die Seine zu leiten, was zwar seit Jahren verboten ist, aber nicht immer respektiert wurde. 

Um die Kanalisation zu entlasten, wurde zudem ein riesiges Überlaufbecken in der Nähe des Bahnhofs Austerlitz gebaut, das 50.000 Kubikmeter aufnehmen kann. Es soll noch in diesem Frühjahr fertig gestellt werden. 

Im vergangenen Sommer mussten mehrere Test-Wettbewerbe in der Seine abgesagt werden, weil die Wasserproben noch bedenklich waren. Im Pariser Bassin de La Villette hingegen, das von einem Kanal gespeist wird, wird bereits seit einigen Jahren im Sommer ein Freibad eingerichtet. Ähnliche Bäder sollen in den kommenden Jahren auch an der Seine entstehen.

Sollte der Plan aufgehen, wäre der gesäuberte Fluss für viele Pariser vermutlich das wichtigste Erbe der Sommerspiele 2024 - nicht zuletzt mit Blick auf die zunehmenden Hitzewellen.  red/

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