Berlin

Diese Kandidaten wollen die SPD aus der Krise führen

Autor: 
dpa
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16. August 2019
Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan und Ralf Stegner, Vorsitzender der SPD-Fraktion in Schleswig-Holstein, kandidieren gemeinsam.

Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan und Ralf Stegner, Vorsitzender der SPD-Fraktion in Schleswig-Holstein, kandidieren gemeinsam. ©dpa - Britta Pedersen

Zwei Wochen haben die Bewerber für den SPD-Vorsitz noch Zeit, um ihren Hut in den Ring zu werfen. In den vergangenen Tagen hat das Kandidatenkarussell an Fahrt aufgenommen - jetzt sucht mit Vizekanzler Olaf Scholz ein echter Hochkaräter eine Partnerin für eine Doppelspitze.

Doch beworben hat sich der Finanzminister noch nicht. Anderen Kandidaten fehlt die nötige Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. Ein Überblick:

Pistorius und Köpping: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (59) und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (61) sprechen eher die konservativeren SPD-Mitglieder an. Pistorius gilt als einer der profiliertesten Innen- und Sicherheitspolitiker der SPD. Beiden fehlt noch die nötige Unterstützung für eine offizielle Bewerbung.

Schwan und Stegner: An der Vorsitzenden der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan (76), und dem stellvertretenden Parteivorsitzenden Ralf Stegner (59) reiben sich viele in der SPD. Beide sind überzeugte linke Sozialdemokraten, waren für ihre Partei in der Vergangenheit aber auch durchaus ungemütlich. Auch ihre Bewerbung ist noch nicht offiziell.

Roth und Kampmann: Europa-Staatsminister Michael Roth (48) und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann (39) haben als erste ihren Hut in den Ring geworfen - und sind bisher auch das einzige Duo mit offizieller Unterstützung aus der Partei. Beide gehören dem linken Parteiflügel an, sehen die große Koalition kritisch und rufen nach mehr innerparteilicher Fairness.

Lauterbach und Scheer: Die beiden Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach (56) und Nina Scheer (47) gehören zum linken Flügel der SPD und sprechen sich offen für ein Ende der großen Koalition aus. Dem Gesundheitspolitiker und der Umweltexpertin fehlt noch die nötige Unterstützung aus der Partei für eine offizielle Bewerbung.

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Lange und Ahrens: Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (42) tritt zusammen mit dem Oberbürgermeister von Bautzen, Alexander Ahrens (53), an. Sie hatte bereits 2018 für den Parteivorsitz kandidiert, aber gegen Andrea Nahles verloren. Ahrens spricht sich für ein Ende der großen Koalition aus. Auch ihre Kandidatur ist noch nicht offiziell.

Maier: Der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier (39), ist Start-up-Unternehmer aus Berlin. Politische Schwerpunkte sieht er in der Sicherheits- und Migrationspolitik. Als einer von bisher nur zwei Kandidaten will er alleine antreten - die nötige Unterstützung fehlt ihm allerdings noch.

Wallow: Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hans Wallow (79) ist der zweite Einzelkandidat. Er war in den 80er und 90er Jahren Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion und ist aktuell im Landesverband Rheinland-Pfalz aktiv. Der Verband will die Kandidatur aber nicht unterstützen. Wallow kündigte an, notfalls werde er sich auf die Rechtsordnung der Partei berufen und trotzdem kandidieren.

Wer sondiert: Vizekanzler Olaf Scholz (61) hat nach anfänglichem Zögern nun doch seine Kandidatur angeboten - und sucht seit ein paar Tagen nach einer Partnerin für eine Doppelspitze. Zuvor hatte er immer betont, das Amt des Parteivorsitzenden lasse sich nicht mit dem des Finanzministers vereinbaren. Generalsekretär Lars Klingbeil (41) hat sich eine Kandidatur bisher bewusst offen gelassen.

Wer nicht will: Familienministerin Franziska Giffey (41) galt lange als Hoffnungsträgerin - sagte aber ab, wohl vor allem, weil ihre Doktorarbeit wegen eines Plagiatsverdachts geprüft wird. Auch die drei Interimsvorsitzenden, Thorsten Schäfer-Gümbel (49), Manuela Schwesig (45) und Malu Dreyer (58) haben eine Kandidatur bisher ausgeschlossen. Ebenfalls negativ - aber weniger eindeutig - äußerten sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (60) und Arbeitsminister Hubertus Heil (46).

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