Digitales

Ein Pfad im Texte-Dschungel

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 2 Minuten
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08. September 2016

Was so im Netz gelesen wird... ©Bastian Andre

Was lesen eigentlich die anderen? Diese Neugierde wird zunehmend differenzierter gestillt: Über »Social Reading« erfährt man, was andere Nutzer oder Freunde lesen. Diese Möglichkeiten werden beständig verbessert – auch mit Hilfe der Leser selbst. 
 

Die Angebote im Internet sind schier unüberschaubar. Deshalb gibt es immer weitere Algorithmen, die helfen, Relevantes herauszufiltern. Auch »Social Reading« hilft dabei.

»Beim ›Social Reading‹ sieht man, was andere bevorzugt gelesen haben«, erklärt Christian Schellenberger. Der Crossmedia-Redakteur der Mittelbadischen Presse sieht in dieser Funktion die Neugierde der Nutzer befriedigt: »Sie wollen und können damit erfahren, was ihre Freunde lesen.« Sei es, dass ein Freund einen Artikel mit einem »Gefällt mir« versieht und er deshalb empfohlen wird, oder dass er einfach so auf eine Top-Liste kommt, weil besonders viele andere Nutzer ihn beachtet haben. 
Persönliche Vorlieben

»Das sind die einfachsten Varianten des Social Reading, aber sie sind auch erweiterbar«, so Schellenberger. Das ist dann ähnlich wie beim Online-Shopping, wo bei einem Produkt angezeigt wird, welche weiteren Artikel andere Kunden noch dazukauften.

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Auch Baden Online nutzt diese Möglichkeit, Lesenswertes zu empfehlen, das auf die persönlichen Vorlieben abgestimmt ist. Allerdings geschieht dies, ohne dass personenbezogene Daten gespeichert werden. »Bei Baden Online wird aufgrund des Zuspruchs also eine Top-Liste angelegt, die dann als Empfehlung für andere Nutzer dient.«

Dabei sieht Schellenbeger noch einen angenehmen Nebeneffekt »Social Reading« bringt für Eilige eine echte Zeitersparnis. Die Artikel sind vorsortiert nach Relevanz. Und diejenigen, die nicht täglich auf der Seite vorbeischauen können oder möchten, haben auch eine bequeme Archivfunktion: Sie erfahren über dieses Ranking, welche Top-Themen die Ortenau in der vergangenen Woche bewegten. »Social Reading« sieht Schellenberger auch als einen entscheidenden Schritt zur Demokratisierung des Internets. »Die Nutzer haben die Chance, mitzugestalten«, sagt er. Nicht nur die Autoren, die einen Artikel platzieren, bestimmen. Auch jeder Nutzer hat die Chance, einem Beitrag durch das Teilen oder Liken zu mehr Gewicht zu verhelfen.
»Manchmal kann man sogar sehen, wie viele Leser gerade einen Beitrag ansehen«, erklärt Schellenberger eine weitere interessante Funktion. Oder es gibt eine Benachrichtigung, wenn einem Freund etwas gefallen hat. »Es hilft, gemeinsame Interessen zu teilen«, so der Crossmedia-Redakteur.

Entstanden ist der Begriff »Social Reading« übrigens in der Literaturszene: Online-Lesezirkel haben sich mit einem bestimmten Buch beschäftigt und darüber diskutiert. Das lief aber alles noch ohne große Öffentlichkeit ab: Nur die Mitglieder tauschten sich fernab der Öffentlichkeit über das Buch aus.

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