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Lieber Bargeld anstatt Handy

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 2 Minuten
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13. Oktober 2016

Leicht, aber noch nicht sonderlich beliebt: Beim Bezahlen mit dem Handy muss man sein Mobiltelefon lediglich an ein Terminal halten. Nur rund sechs Prozent der Deutschen machen davon Gebrauch. ©dpa

An die Plastikkarte ist man inzwischen gewöhnt, aber das Bezahlen mit Handy wird noch verhalten angenommen. Das kann sich aber schnell einmal ändern, vermuten Experten. 

Noch sind die Deutschen skeptisch: Einer Umfrage zufolge reagieren sie beim Bezahlen per Smartphone nach wie vor verhalten. Sie zahlen lieber bar (80 Prozent), mit EC-Karte (69 Prozent) oder auf Rechnung (50 Prozent). Nur sechs Prozent der Befragten wählten das Smartphone als bevorzugtes Zahlungsinstrument, heißt es seitens des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI. 

Ein wichtiger Grund dafür ist die Sorge um den Schutz der persönlichen Daten. Fast zwei Drittel der Befragten gab an, dass sie fürchteten, ihre Kontodaten könnten auf dem Smartphone gehackt werden. »Das Bezahlen mit dem Handy ist längst noch nicht auf breiter Basis angekommen«, bestätigt Philipp Freese. Der Präsident des Einzelhandelsverbands Südbaden in Freiburg kennt zwar keine genauen Zahlen, aber dafür die Vorbehalte der Nutzer: »Es geht um die Sicherheit und darum, keine Spuren zu hinterlassen«, sagt er. 

Seitens des Einzelhandels erkennt Freese eine Aufgeschlossenheit gegenüber diesem Thema. Und das sei auch gut so, denn den Entwicklungen im Bereich der mobilen Geldbörse müsse man enormes Potenzial zutrauen: »Das Bezahlen mit dem Handy kann sich dann innerhalb weniger Monate durchsetzen«, vermutet er.

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Eine Verbesserung könnte etwa sein, dass kein weiteres, separates Konto hinter die App gelegt werden muss und der Kunde direkt von seinem bisherigen Konto aus bezahlen kann.

Vorteil für den Handel

Unrecht wäre das dem Einzelhandel nicht. Er hätte tatsächlich deutliche Vorteile vom Bezahlen mit dem Handy: Alles, was bargeldlos abläuft, spart den Händlern Kosten. »Bargeld ist kostenintensiv«, bestätigt auch Bernhard Delakowitz, Pressesprecher von Markant. Auch das Unternehmen befähigt seine Mitglieder, den Kunden die Möglichkeit  »Bezahlen mit dem Handy« anzubieten.

Dazu kommen Sicherheitsaspekte: Das Bargeld muss schließlich irgendwie zur Bank transportiert werden.

Hintergrund

"Geldbote" für den Transfer

Die Volksbank Lahr beteiligt sich am Pilotprojekt »Geldbote«: Das ist eine App, mit der man so schnell wie mit einer Kurznachricht Geld auf ein anderes Konto überweisen kann. Etwa, wenn man sich in der Mittagspause Bargeld auslegen ließ; den Betrag kann man sofort zurücküberweisen. Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem »Geldboten« noch ausstehende Beträge anzufordern. Ein Klick, und die Sache ist sofort vom Tisch.
Bald soll der »Geldbote« auch für die Volksbanken Bühl, Kinzigtal und Offenburg erhältlich sein. In zwei Monaten soll die App dann bundesweit ihren Marktstart haben.

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