Offenburg

Staumelder-App »Waze«: Aufräumen im Verkehrschaos

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 3 Minuten
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26. Oktober 2016
Nachdem er selbst Stunden im Stau stand, weil sein Navi eine Dauerbaustelle nicht angezeigt hatte, hilft Thomas Bürkel nun, die Navi-App »Waze« auf Kurs zu halten: Er hat die Sperrung der Otto-Hahn-Brücke gemeldet.

Nachdem er selbst Stunden im Stau stand, weil sein Navi eine Dauerbaustelle nicht angezeigt hatte, hilft Michael Bürkel nun, die Navi-App »Waze« auf Kurs zu halten: Er hat die Sperrung der Otto-Hahn-Brücke gemeldet. ©Ulrich Marx

Im Stau stehen muss nicht sein: Wenn viele mithelfen, funktionieren die Stau-Apps richtig gut. Während die üblichen Navis oft sehr unflexibel auf Dauerbaustellen reagieren, sind die von Nutzern unterstützten Apps auf der Höhe der Zeit.

Ein Riesenstau Richtung Norden war der Auslöser: Michael Bürkel benötigte für seine Fahrt in den Urlaub über 14 Stunden. Es hakte an einer Dauer-Baustelle. »Mein Navi hat sie mir aber nicht gezeigt«, ärgerte er sich. Hinterher hat er die Strecke nach St. Peter-Ording auf »Waze« nachvollzogen. Und siehe da: Der kostenlose Navigationsanbieter hätte das Nadelöhr eingezeichnet. »Das war ein Aha-Effekt«, berichtet Bürkel.

Der Community etwas zurückgeben
Seitdem zählt er zu denjenigen, die helfen, »Waze« besser zu machen. Denn: »Die Daten für die Verkehrsmeldungen bekommt ›Waze‹ von seinen Nutzern.« Er hat dann auch gleich ein Projekt aus Offenburg dorthin gemeldet, das vor allem den auswärtigen Autofahrern Probleme bereitet: die gesperrte Otto-Hahn-Brücke. Bürkel bezeichnet sie als Ärgernis, weil die meisten Navis sie nicht als gesperrt auflisten. »Als Hiesiger bekommt man es mit und umfährt die Stelle von vornherein«, sagt der Berufspendler. Wer allerdings nicht aus der Region ist, steht schnell vor einem Problem. Und weil sich Bürkel gut in solche Situationen hineinversetzen kann, »will ich der Community etwas zurückgeben«.

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Staumelder zu werden sei einfach. »Man muss sich nur registrieren und nichts weiter tun«, sagt er. Dann wird die Route, die man nutzt, begleitet und die Daten werden zum Server geschickt. Sobald man nur noch herumschleicht, will »Waze« wissen, was los ist. »Auf dem Display erscheint die Frage, ob man im Stau steht«, sagt Bürkel. Wenn es so ist, bestätigt man – und »Waze« baut dann die aktuelle Verkehrslage für alle sichtbar ins System ein. Zum Bestätigen muss man übrigens nicht unbedingt aufs Display drücken, man kann sich auch sprachlich äußern.

Hierarchisch aufgebaut
Die Strecken, die man gefahren ist, werden im Display weiß markiert. Für sie kann man Veränderungen und Probleme melden. »Das geht auch per Chat, falls man noch nicht befugt ist«, erklärt der User. Denn »Waze« ist hierarchisch aufgebaut: Je mehr Kilometer jemand »reißt«, desto höher steigt er und umso mehr Mitspracherechte hat man. Zudem muss der »Staumelder« ein Foto von der betroffenen Stelle oder andere Dokumente einschicken. »Ich habe beispielsweise die Pressemitteilung des OT mitgeliefert«, sagt er. So wird sichergestellt, dass kein Unfug mit den Meldungen getrieben wird.
Dass »Waze« durch User mit Ortskenntnissen erstellt wird, empfindet er als Plus: »Sie kennen die Gegend ja wirklich am besten.«

Täglich im Einsatz
Er selbst nutzt »Waze« auf seinen täglichen Fahrten. Bürkel ist von Kappel-Grafenhausen nach Offenburg unterwegs, wo er bei Markant in der Datenerfassung arbeitet. »Auf der A5 ist ja schnell mal ein Verkehrschaos«, meint der Vielfahrer. Da auf dem Laufenden zu sein, sei ein gutes Gefühl: »Ich kann dann individuell entscheiden, ob ich es riskiere, durch den Stau zu fahren, oder eine andere Strecke wähle.«
www.waze.com/de

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